Wie die Lemminge

Für Aufsehen sorgte im Test das unscheinbare Feature Symbol. Als solches bezeichnen die Entwickler ein Objekt innerhalb eines Dokuments, das als Vorlage für andere, mit diesem Objekt verbundene Objekte dient. Indem Sie ein Objekt also zum Symbol erklären, schaffen Sie die Möglichkeit, danach von eben diesem Objekt beliebig viele Kopien anzulegen, die sich nach dem Original richten. Veränderungen beim ursprünglichen Symbol propagiert Scribus automatisch weiter. Ändern Sie also die Farbe des Masters, so ändert sich automatisch auch die Farbe aller Kopien (Abbildung 5).

Abbildung 5: Symbole definieren die Instanz einer bestimmten Form – an das Symbol angehängte Kopien passen sich dieser automatisch an.

Die Funktion Weld (engl. für Schweißen) erleichtert obendrein den Umgang mit Objekten, die Sie zwar gemeinsam bewegen wollen, jedoch ohne diese zu gruppieren: Beim Gruppieren von Objekten verlieren Sie in der Regel die Möglichkeit, die Bestandteile der Gruppe direkt einzeln zu editieren. Weld stellt dagegen lediglich eine logische Verbindung zwischen mehreren Objekten her, die sich jedoch nach wie vor bearbeiten lassen. Bei Bedarf lösen Sie einfach eines aus dem Verbund heraus.

Zu den weiteren Verbesserungen für den Scribus-Alltag zählen der überarbeitete und in großen Teilen neu geschriebene Undo-Redo-Mechanismus sowie eine neue Funktion für Snapping, die das Ausrichten an anderen Objekten ermöglicht und sich nicht auf Hilfslinien beschränkt.

Änderungen im Format

Die meisten der bis hierhin beschriebenen Änderungen sehen Sie auf den ersten Blick. Unter der Haube fanden aber ebenfalls Veränderungen statt. Eine davon betrifft das Format des eigentlichen Dokuments. Scribus verwendet seit Jahren ein eigenes XML-Format namens SLA; den Augen der Nutzer bleibt das aber in der Regel verborgen. Nicht verborgen bleibt jedoch, dass Scribus 1.5 diverse Änderungen am SLA-Format mit sich bringt. Die führen zu vielen praktischen Nebeneffekten.

Das Format, das in Scribus 1.5 zum Einsatz kommt, bietet die Möglichkeit, Bitmap-Bilder direkt zu integrieren. Bislang ließen sich diese nur über Links einbinden; beim Öffnen der Datei auf einem anderen Rechner mussten die Bilder an exakt dem gleichen Ort im Dateisystem liegen. Die Alternative war eine aufwendige Klick-Session, bei der die Pfade zu den Abbildungen einzeln per Hand korrigiert werden mussten. Dieser Prozess setzte zudem voraus, dass Sie als Nutzer Ihre Dokumente stets zusammen mit den Bildern vom einen an den anderen Ort transferieren.

Die Kehrseite der vielfältigen Neuerungen in Sachen Format: Mit Scribus 1.5 erstellte Dokumente sind nicht mehr mit älteren Versionen kompatibel. Umgekehrt kann Scribus 1.5 aber weiterhin Dokumente älterer Versionen öffnen.

Ob sich auf dem Weg zur Version 1.6 das Format noch einmal ändert, ist augenblicklich übrigens unklar. Zwar versprechen die Entwickler, dass Version 1.6 alle Funktionen erhält, um Dokumente aus der Reihe 1.5 zu öffnen. Ob ihnen das am Ende gelingt, bleibt aber abzuwarten. Einmal mehr zeigt sich am Thema Format jedenfalls ganz klar, dass Scribus 1.5 eben nicht als stabile Version konzipiert ist.

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