Fremdpakete verwalten

In der Softwareverwaltung gibt es jetzt die Möglichkeit, Pakete aus den sogenannten PPA-Repositories (siehe Artikel im Schwerpunkt dieser Ausgabe) besser zu steuern. Die dort bereitgestellten Programme sind meist aktueller als die aus den offiziellen Quellen von Ubuntu oder Linux Mint. Die Oberfläche erlaubt es, PPA-Repositories in einem separaten Bereich zu verwalten (Abbildung 2).

Abbildung 2: Pakete aus sogenannten PPAs sind zwar oft aktueller, gefährden aber in einigen Fällen die Stabilität des Systems. Darum ist es sinnvoll, diese Quellen separat zu verwalten.

Sollte ein solches Paket die Stabilität des Systems beeinträchtigen oder schlichtweg nicht funktionieren, deinstallieren Sie es auf dem gleichen Weg wieder. Dazu deaktivieren Sie lediglich die PPA-Quelle, frischen die Liste der Pakete auf und entfernen entweder unter dem Menüpunkt Wartung über den Menüpunkt Remove foreign packages die Software oder setzen sie über Downgrade foreign packages auf den Originalzustand zurück.

Die Aktualisierungsverwaltung zeigt Softwarepakete jetzt mit einem Alias an, was vor allem bei Linux Mint eine große Rolle spielt. Dort gibt es oft verschiedene Versionen der gleichen Software, etwa solche auf Basis von Javascript, die das Alias cjs erhalten. Dieses Design ermöglicht es außerdem, Übersetzungen für die Beschreibungen der Pakete bereitzustellen. Schon während der Tests der Release Candidates von Linux Mint 17.2 standen mehrere Aktualisierungen bereit.

Wenig Neues in Mate

Im Test bestand eine der Aufgaben darin, über das Paketmanagement den Desktop Mate nachträglich zu installieren. Die Suche nach dem Begriff "Mate" ergab eine lange Liste an Einträgen. Ein Klick auf den naheliegenden Eintrag mate-desktop bewirkte aber lediglich die Installation einzelner Pakete. Die komplette Installation erfolgt über den Eintrag mint-meta-mate. Hier fehlt bislang die deutsche Übersetzung, die mehr Aufschluss über die Auswahl der Pakete gibt.

Der Mate-Desktop ließ sich aber nicht starten – weder nach einem kompletten Neustart, noch, nachdem in den Systemeinstellungen die Standardsitzung auf Mate gesetzt war, und schon gar nicht im Login-Fenster MDM 2.0 (MDM Display Manager). Der umgekehrte Weg führte allerdings zum Ziel, also das Installieren von Linux Mint 17.2 mit dem Mate-Desktop und das anschließende Nachziehen des Desktops Cinnamon über das Paketmanagement. Wenn Sie also beide Desktops nutzen wollen, sollten Sie aktuell diesen Weg wählen.

Die Änderungen am Mate-Desktop in der aktuellen Version 1.10 bleiben eher bescheiden: Der dort verwendete Dateimanager Caja erhielt wie Cinnamons Nemo eine grafische Oberfläche zum Verwalten der Erweiterungen (Abbildung 3). Ein neuer Mixer sorgt für bessere Möglichkeiten beim Einstellen der Audio-Parameter. Er arbeitet mit den populären Subsystemen unter Linux zusammen, wie Pulseaudio, Alsa und OSS. Ansonsten finden sich unter dieser Oberfläche die Änderungen an der Software- und der Aktualisierungsverwaltung, die bei Cinnamon Einzug gefunden haben.

Abbildung 3: Die Erweiterungen für den Dateimanager Caja verwalten Sie nun in einem eigenen Tab in den Einstellungen.

Möchten Sie unter Mate ähnliche 3D-Effekte und Animationen nutzen, wie sie in Cinnamon bereitstehen, verwenden Sie den Compiz-Manager in den Systemeinstellungen. Standardmäßig verzichtet der Retro-Desktop weitgehend auf Effekte und gibt sich eher schlicht.

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