Pacman mit GUI

Nicht jeder Arch-User möchte zum Installieren einer neuen Anwendung oder zum Aktualisieren des Systems ein Terminalfenster öffnen und Pacman-Befehle eintippen – ein grafischer Pacman-Client muss also her. Lassen Sie sich nun nicht davon abschrecken, dass es keine offizielle Pacman-Oberfläche gibt: Die inoffiziellen Lösungen sind aufgrund der Unterstützung der Arch-Derivate Antergos [16] und Manjaro [17] gar nicht mal so schlecht.

Aus der Vielfalt der grafischen Pacman-Aufsätze [18] stechen zwei Anwendungen besonders hervor. Bei PacmanXG [19] handelt es sich um ein altbewährtes Werkzeug, das zum Beispiel bei Antergos zum Einsatz kommt (Abbildung 3). Sie installieren das Programm aus dem AUR über das Paket pacmanxg4-bin. Es weist keine Abhängigkeiten zu GTK oder Qt auf und eignet sich somit besonders für Anwender, die ein schlankes System mit einem reduzierten Fenstermanager bevorzugen.

Abbildung 3: Wer auf ein grafisches Tool für die Paketverwaltung nicht verzichten möchte, der findet in PacmanXG einen zuverlässigen Partner.

Pamac [20] setzt hingegen auf GTK3 auf und bindet sich dadurch sehr gut in Gnome ein (Abbildung 4). Das Programm bietet neben einer aufgeräumten Oberfläche über die in Gnome integrierten Benachrichtigungen auch Update-Hinweise. Pamac dient in Manjaro als Paketmanager und wird auch im Rahmen der Distribution weiterentwickelt, über das Paket pamac-aur installieren Sie die Anwendung jedoch auch auf einem Standard-Arch.

Sowohl PacmanXG als auch Pamac verstehen sich nicht nur bestens mit Pacman, sondern mithilfe von Yaourt auch mit dem AUR.

Abbildung 4: Pamac macht optisch mehr her, benötigt allerdings zahlreiche GTK-Bibliotheken. Der Pacman-Client stammt aus der Arch-Variante von Manjaro.

Fazit

Dieser Artikel kratzt nur an der Oberfläche der Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Arch-Paketverwaltung. Machen Sie als Arch-Einsteiger nicht den Fehler, sich von der Komplexität abschrecken zu lassen: Die wichtigsten Pacman-Kommandos gehen nach wenigen Tagen mit der Distribution locker von der Hand, das Vertrauen in AUR-Pakete steigt sehr schnell an. Nach der ersten Eingewöhnung werden Sie die fortlaufenden Updates und die Vielfalt im Arch User Repository nicht mehr missen wollen. 

Infos

[1] Arch Linux: https://www.archlinux.de

[2] "Installation des Bootloaders": https://wiki.archlinux.de/title/Anleitung_f%C3%BCr_Einsteiger#Installation_des_syslinux_Bootloader

[3] Trusted User: https://wiki.archlinux.org/index.php/Trusted_Users

[4] Mirror Status: https://www.archlinux.org/mirrors/status

[5] "Unofficial user repositories": https://wiki.archlinux.org/index.php/Unofficial_user_repositories

[6] Gnome-Unstable-Repository: https://bbs.archlinux.org/viewtopic.php?id=79706

[7] Infinality-Paketquelle: https://wiki.archlinux.org/index.php/Unofficial_user_repositories#infinality-bundle

[8] Infinality-Bundle und Fonts: http://bohoomil.com

[9] Infinality-Verbesserungen: https://wiki.archlinux.org/index.php/Infinality#Features

[10] Arch User Repository: https://aur.archlinux.org

[11] Liste aller AUR-Helper: https://wiki.archlinux.org/index.php/AUR_helpers

[12] Yaourt: https://github.com/archlinuxfr/yaourt

[13] Installation von Yaourt aus dem AUR: https://wiki.archlinux.de/title/Yaourt#Installation_aus_AUR

[14] Installation von Sudo: https://wiki.archlinux.de/title/Sudo#Installation

[15] Arch-Wiki zu Pacaur: https://wiki.archlinux.org/index.php/Pacaur

[16] Antergos: http://antergos.com

[17] Manjaro: https://manjaro.github.io

[18] Liste aller Pacman-GUIs: https://wiki.archlinux.org/index.php/Graphical_pacman_frontends

[19] PacmanXG: http://almin-soft.ru/index.php?programmy/pacmanxg/tags/pacmanxg

[20] Pamac: https://github.com/manjaro/pamac/

[21] Pacman Rosetta: https://wiki.archlinux.org/index.php/Pacman_Rosetta

[22] Stein von Rosette: https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_von_Rosette

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