Ehrenrunde

Das Beispiel zeigt allerdings, dass Sie es unter Umständen mit größeren Änderungen zu tun bekommen: Simon Persson hat das Backup-Programm nämlich in Version 0.6 auf KDE 5 portiert; Version 0.5.1 nutzte noch das alte KDE 4. Damit Ihre Pakete später in Launchpad ordentlich bauen, definieren Sie diverse KDE-5-Bibliotheken als Abhängigkeiten. Kup teilt Ihnen mit, um welche es sich handelt. Dazu stoßen Sie zuerst den Bauvorgang an:

$ dpkg-buildpackage -rfakeroot -uc -us

Das schlägt zwar garantiert fehl, weil in der Chroot-Umgebung keine entsprechenden Bibliotheken vorliegen. Aus der Fehlermeldung, die das Configure-Skript ausgibt, lesen Sie aber die fehlenden Bibliotheken ab. Mittels des Paketverzeichnisses [5] finden Sie heraus, in welchem Ubuntu-Paket sich die entsprechende Bibliothek versteckt. Am Ende des Vorgangs steht eine Liste neuer Bau-Abhängigkeiten (Listing 3). Diese Einträge gehören nach debian/control in die Zeile, die mit Build-Depends beginnt. Vergessen Sie nicht, hinter dem letzten dort ab Werk vorhandenen Eintrag ein Komma einzusetzen, bevor Sie die zusätzlichen Abhängigkeiten eintragen (Abbildung 2).

Listing 3

kdelibs5-dev, cmake, extra-cmake-modules, qt5-default, qtdeclarative5-dev, libkf5solid-dev, libkf5idletime-dev, libkf5i18n-dev, libkf5notifications-dev, libkf5notifications-dev, libkf5coreaddons-dev, libkf5iconthemes-dev, libkf5dbusaddons-dev, libkf5config-dev, kinit-dev, kio-dev
Abbildung 2: Die Datei debian/control enthält unter anderem Informationen über zusätzliche Pakete, die ein Paket beim Bauen voraussetzt. Ansonsten schlägt der entsprechende Durchlauf im Auto-Build von Launchpad fehl.

Wollen Sie den Bau des Pakets später erneut anstoßen wollen, löschen Sie das aktuelle Verzeichnis am besten vollständig. Der erste Aufruf von dpkg-buildpackage hat nämlich bereits einen Satz von aktuellen Quellen angelegt: Die Befehle rm -rf kup-0.6.0 und dpkg-source -x kup_0.6.0-1.dsc erstellen ein sauberes, neues Verzeichnis kup-0.6.1.

Eine letzte Besonderheit gilt es, bei Kup zu beachten: Der Pfad, in dem Plugins für das KDE-Kontrollzentrum liegen, hat sich zwischen KDE 4 und KDE 5 verändert. Fügen Sie an das Ende von debian/rules zwei Zeilen ein (Listing 4). Das Verzeichnis debian/ ist jetzt fit für Kup 0.6.0 (Abbildung 3). Mittels dpkg-buildpackage -rfakeroot -S -sa legen Sie ein sauberes Quellpaket an, um es auf Launchpad hochzuladen.

Listing 4

include /usr/share/dpkg/architecture.mk
DEB_CMAKE_EXTRA_FLAGS += -DPLUGIN_INSTALL_DIR="/usr/lib/${DEB_TARGET_MULTIARCH}/qt5/plugins"
Abbildung 3: Die fertige Datei rules im Ordner debian/ nach den Anpassungen an Kup 0.6.

Arbeit mit Launchpad

Möchten Sie die Früchte Ihrer Arbeit mit anderen teilen, so stellt gerade im Ubuntu-Kontext die Plattform Launchpad das geeignete Werkzeug dafür dar. Falls noch nicht geschehen, melden Sie sich zunächst dort an [6]. Sobald Sie die Mail mit der Bestätigung in Ihrem Posteingang finden, machen Sie sich an die Konfiguration des Accounts: Sie geben in Launchpad die ID Ihres GPG-Schlüssels an, um Pakete in eigene PPAs hochzuladen.

Launchpad nutzt GPG als Kontrollmechanismus: Die .dsc-Datei, die zu jedem Debian-Source-Paket gehört, muss mit dem gleichen GPG-Schlüssel signiert sein, der zu Ihrem Account gehört. Falls Sie sich bisher noch nicht mit GnuPG beschäftigt haben oder noch keinen eigenen Schlüssen besitzen, ist nun ein guter Moment, um das zu ändern – ohne GPG-Schlüssel kommen Sie in Sachen PPA bei Launchpad nämlich nicht weiter. Einen ausführlichen Text zu GnuPG, der auch das Anlegen eines persönlichen Schlüssels bespricht, finden Sie in einer älteren LU-Ausgabe [7].

Abbildung 4: In Launchpad ist es notwendig, einen eigenen GPG-Schlüssel zu hinterlegen, damit der Upload klappt.

Über die Adresse https://launchpad.net/~LaunchpadID/+editpgpkeys landen Sie direkt in der GnuPG-Konfiguration Ihres Launchpad-Accounts. Hier geben Sie die ID Ihres Schlüssels ein und verknüpfen den Schlüssel in Launchpad dauerhaft mit Ihrem Profil.

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