Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Dateibetrachter Lookat 1.4.4, Texteditor Ne 3.0.1, Filesharer Nitroshare 0.3.0, Notizprogramm Qtnote 3.0.3.

Leseratte

Werden Sie mit den Pagern Less und More nichts war, bietet Lookat 1.4.4 eine einfach zu bedienende Alternative.

Beim Blick in eine Protokolldatei oder einen einfachen Text greifen viele Anwender zum bewährten Tool Less. Selbst beim Lesen von Manpages werkelt der Pager im Hintergrund. Bevorzugen Sie Tools mit Curses-basierter Oberfläche, sollten Sie einen Blick auf das Programm Lookat werfen. Die Software stammt aus der Hand eines belgischen Entwicklers und ist dem aus DOS bekannten Tool List nachempfunden. Nach dem Start finden Sie sich in einer türkisblauen Oberfläche wieder. Übergeben Sie beim Aufruf keine Datei als Parameter, öffnet die Applikation direkt einen Dialog, der den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses anzeigt. Dateien erscheinen dabei in der linken Spalte, Unterverzeichnisse rechts. Sie wählen mit dem Tabulator und den Cursortasten die gewünschte Datei aus und öffnen diese. Über die Menüleiste am oberen Rand des Fensters, die Sie via [F9] erreichen, verwalten Sie die geöffneten Dateien, konfigurieren das Programme und nutzen die Suche.

Für alle Funktionen stellt Lookat zudem Tastenkürzel bereit. Die Konfiguration des Programms bietet hier rudimentäre Möglichkeiten zum Anpassen. Außerdem legen Sie bei Bedarf die Zuordnung von Anwendungen für verschiedene Dateierweiterungen fest; entsprechende Einstellungen für die gängigen Kompressionsformate bringt das Tool schon mit. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Farbschema zu verändern. Dafür existiert kein Tastenkürzel, sodass Sie immer den Weg über die Menüleiste nehmen müssen. Alle Parameter speichert Lookat wahlweise zentral unter /etc/lookat oder als benutzerspezifische Konfiguration in ~/.lookat. Möchten Sie das Programm als Standard-Pager für Man und andere Tools verwenden, setzen Sie die Umgebungsvariable PAGER=lookat.

Lookat 1.4.4rc1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.wagemakers.be/english/programs/lookat

Schreibmaschine

Der Funktionsumfang des einfachen, schnellen Editors Ne 3.0.1 deckt die allermeisten täglichen Tippaufgaben ab.

Altgediente Linux-Anwender teilen sich in Sachen Editor traditionell in zwei Lager auf: die Emacs- und die Vim-Fraktion. Können Sie mit keinem der beiden Tools etwas anfangen, sollten Sie einen Blick auf den kompakten Editor Ne riskieren. Das ressourcenschonende Tool eignet es sich selbst für den Einsatz über langsame Netzwerke. Aufgrund der Posix-konformen Implementation steht der Editor für zahlreiche Plattformen bereit. Nach dem Programmstart wartet er mit einer schlichten Oberfläche auf, die eine Statusleiste am unteren Fensterrand enthält. Sämtliche Funktionen erreichen Sie über Tastenkürzel. Alternativ arbeiten Sie mit der Menüleiste, die [Meta]+[F9] in den Vordergrund holen. Hier finden Sie die Punkte Datei, Dokumente, Bearbeiten, Suche, Makros, Extras, Navigation und Einstellungen.

Das Programm kann mehrere Dateien gleichzeitig öffnen, zwischen denen Sie mit [F2] und [F3] oder über Dokumente wechseln. Eine Leiste mit Reitern, wie bei grafischen Editoren üblich, bietet Ne nicht. Im Menü Bearbeiten stellt der Editor Standardfunktionen bereit. Für das Löschen und Wiederherstellen verfügt die Software über unbegrenzte Puffer. Die Suche bietet die Möglichkeit, gefunden Stellen durch andere Begriffe zu ersetzen, und kann mit regulären Ausdrücken umgehen. Zum Automatisieren von Aufgaben bringt Ne eine eigene Skriptsprache mit. Alternativ nutzen Sie den integrierten Makro-Rekorder, um Arbeitsschritte interaktiv aufzuzeichnen. Unter den Extras befinden sich noch weitere nützliche Funktionen, wie das Ausrichten von Zeilen, das Umwandeln von Wörtern in Klein- oder Großschreibweise sowie eine einfache Auto-Vervollständigung.

Ne 3.0.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://ne.di.unimi.it

Tauschbörse

Mithilfe von Nitroshare 0.3.0 gelingt der Datentausch im LAN über unterschiedlichen Plattformen hinweg schnell und einfach.

Um auf die Schnelle mit anderen über verschiedene Plattformen hinweg Dateien auszutauschen, greifen viele auf Mails oder Cloud-Lösungen wie Dropbox zurück. Befinden sich alle Teilnehmer im gleichen Netzwerk, bietet Nitroshare eine gute Alternative. Die simple Peer-to-Peer-Lösung steht in Form entsprechender Pakete auf der Projekt-Website für Linux, Mac OS X und Windows und Mac OS X bereit. Die grafische Benutzeroberfläche des Tools basiert auf den Qt5-Bibliotheken. Nach dem Start integriert sich Nitroshare nahtlos Symbolleiste des Systems. Über das Kontextmenü wählen Sie Dateien oder ganze Verzeichnisse zum Übertragen aus. Anschließend listet das Programm alle im LAN vorhandenen Nitroshare-Clients mit dem Rechnernamen auf, sodass Sie das Ziel auswählen können.

Eine gegenseitiges Authentifizieren erfolgt beim Transfer nicht. Sie müssen selbst dafür Sorge tragen, den richtigen Rechner auszuwählen. Zudem laufen die Daten unverschlüsselt über die Leitung. Standardmäßig nutzt das Programm das TCP-Protokoll und sendet auf Port 40816 seinen Broadcast, um den eigenen Rechner im Netz bekannt zu machen. Das eigentliche Übertragen der Daten erfolgt jedoch über den Port 40818. Dabei nutzt Nitroshare die volle verfügbare Bandbreite aus. Eine Übersicht zeigt die übertragenen Daten und den Transferstatus an. Eingehende Dateien speichert das Tool standardmäßig im Verzeichnis ~/Downloads/. Den Speicherort dürfen Sie in der Konfiguration ebenso anpassen wie den Rechnernamen und die zu verwendenden TCP-Ports.

Nitroshare 0.3.0

Lizenz: MIT

Quelle: http://nitroshare.net

Notizsammler

Als Notizzettel-Ersatz für Linux und Windows bietet Qtnote 3.0.3 eine probate Alternative zu komplizierteren Tools.

Früher übersäten gelbe Notizzettel den Schreibtisch, heute erfasst man kleine Textbrocken elektronisch. Dabei hilft das von Tomboy inspirierte Qtnote, das Daten von seinem Vorbild importieren kann. In Sachen Funktionsumfang steckt die Software jedoch zurück und beschränkt sich auf das Wesentliche. Wie der Name bereits andeutet, nutzt sie die Qt-Bibliotheken, sodass die Installation schnell und einfach von der Hand geht. Nach dem Start integriert sich Qtnote dezent als rotes Bleistift-Symbol in den System-Tray. Klicken Sie das Icon an, so öffnet sich ein kleines Menü, das alle aktuellen Notizen auflistet und die Möglichkeit bietet, neue anzulegen. Das Programmfenster beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen, wie Speichern, Drucken, Löschen, Suchen und den Inhalt der Notiz in die Zwischenablage kopieren.

Ein Kontextmenü enthält neben der Möglichkeit, neue Notizen anzulegen, auch die Konfiguration und eine Notizverwaltung. Letztere listet alle Einträge übersichtlich auf und ermöglicht es, in allen Einträgen nach bestimmten Wörtern oder Mustern zu suchen. In der Konfiguration passen Sie unter anderem die Schriftfarbe an und legen einen alternativen Speicherplatz für die Notizen fest. Standardmäßig legt das Programm seine Einträge unter ~/.local/share/R-Soft/QtNote/ptf ab. Außerdem dürfen Sie ein Tastenkürzel festlegen, das den Inhalt der Zwischenablage in eine neue Notiz einträgt. Zu guter Letzt umfasst die Konfiguration eine Reihe von Plugins, die Sie bei Bedarf aktivieren. Hierzu zählen die Unterstützung für Tomboy-Dateien sowie eine Rechtschreibprüfung, für die Qtnote auf Hunspell und dessen Wörterbücher zurückgreift. Ein Plugin zur Integration in Ubuntu ist ebenfalls enthalten.

Qtnote 3.0.3

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://ri0n.github.io/QtNote/

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