Heißes Eisen

Die Temperatur des lüfterlosen Systems hält sich auch bei intensiver Last in Grenzen. Aus dem Leerlauf heraus steigt die CPU-Temperatur bei Einsetzen der Last (über stress -c 10 -m 5 -i 5 -d 10 -t 3000 erzeugt) sprunghaft von knapp über 40 Grad Celsius auf 55 Grad an. Von dort aus heizt sich der Nimbini kontinuierlich weiter auf, bis er bei 72 Grad ein konstantes Plateau erreicht.

Dabei nimmt das Gehäuse über einen Heat-Spreader (bei der Media-Edition aus massivem Kupfer) die vom Chipsatz abgegebene Wärme auf und leitet sie an die Umgebung weiter. Die Alu-Bauteile erhitzen sich auf etwa 45 Grad, selbst der heißgelaufene Nimbus lässt sich noch somit gut anfassen. Beim Abschalten der Last sinkt die Temperatur des Prozessors binnen weniger Augenblicke wieder auf das Niveau kurz nach dem Start des Lasttests und von da innerhalb weniger Minuten wieder auf deutlich niedrigere Werte (Abbildung 6).

Abbildung 6: Unter Volllast heizt sich der Prozessor des lüfterlosen Nimbini auf ein konstantes Niveau von etwa 75 Grad Celsius auf.

Auch in Sachen Stromverbrauch gehört der Nimbini zu den genügsameren Systemen. Im Leerlauf pendelt sich die bezogene Leistung im Schnitt bei 7,5 W ein – selbst der kleine Raspberry Pi 2 benötigt im Leerlauf in etwa 2,3 Watt [6]. Unter Volllast steigt die Leistungsaufnahme auf bis zu 27,5 W an (Abbildung 7). Der RasPi2 begnügt sich mit maximal 4 Watt, der Nimbini bietet jedoch ein Vielfaches an Rechenleistung.

Abbildung 7: Im Leerlauf liegt die Leistungsaufnahme des Nimbini bei weniger als 8 Watt. Unter Volllast bleibt der kompakte Rechner unterhalb von 30 Watt.

Fazit

Ein so kompakter Rechner wie der Cirrus7 Nimbini richtet sich selbstverständlich nicht an Käufer, die das System mit Zusatzhardware wie Grafik- und TV-Karten oder einer Vielzahl von Massenspeichern ausstatten möchten. Der Nimbini bietet als Upgrade-Option lediglich Platz für eine zusätzliche Festplatte beziehungsweise wohl besser SSD – sonst wäre es mit der Auszeichnung "lautlos" dahin. Alles andere findet höchstens per USB-Anschluss an den Mini-Rechner. Kommen Sie mit den gebotenen Anschlussmöglichkeiten klar, bietet der Nimbini viel Leistung auf wenig Raum. Aus Linux-Sicht gibt es am Nimbini nichts zu bemäkeln. Sämtliche Hardware-Komponenten erledigen ohne Mucken ihre Aufgabe, von dem von Canonical verursachten Bug im Update-Kernel einmal abgesehen. Ansonsten verdient der Nimbini zweifellos die Note 1+ im Fach Linux-Kompatibilität. 

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Kombiniert
    Notebooks mit 4K-Displays und entsprechende Monitore sollen die Schärfe und Bildqualität hochauflösender Smartphone-Bildschirme auf den PC bringen. Der Betrieb eines solchen Monitors stellt das System allerdings vor einige Herausforderungen, besonders bei einem Dual-Monitor-Aufbau.
  • Skaliert
    Notebooks mit 4K-Displays sollen die Schärfe und Bildqualität moderner Smartphones auch auf den PC bringen. Doch dafür muss die Software mitspielen, und speziell Linux-Desktops zeigen hier noch Aufholbedarf.
  • Mini-Rechner mit Ubuntu gewinnt Design-Preis
    Der Mini-PC Cirrus7 Nimbus erhält den Red Dot Award 2014. Der bekannte Design-Preis wird offiziell am 7. Juli verliehen. Den passiv gekühlten Nimbus bietet Hersteller Cirrus7 auch mit vorinstalliertem Ubuntu 12.04LTS oder 13.10 an.
  • Kleiner und leiser Mini-PC mit Ubuntu-Support
    Kompakt, schnell, leise – der Cirrus7 One bringt die Leistung großer Desktop-PCs im kompakten Format auf den Schreibtisch.
  • Cirrus7 Nimbus im Test
    Er ist schick wie ein Mac Mini – im Gegensatz zum Schmuckstück aus Cupertino eignet sich der Cirrus7 Nimbus aber tatsächlich für die alltägliche Arbeit.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...