Neue Software

Um neue Zielgruppen für die Ästhetik des Stickens zu erschließen, entwickelte Michael Aschauer auf der Basis von Python und Javascript ein Zeichentool für den Einsatz im Webbrowser. Dieses Werkzeug ermöglicht das Freihandzeichnen ähnlich wie auf Papier mit einem Stift. Mit der Maus oder einem Grafiktablett mit Stift setzen Sie dabei Ihre kreativen Ideen um und speichern das so generierte Stickmuster anschließend lokal ab. Die dabei entstandene EXP-Datei können Sie danach beispielsweise per USB-Stick in eine Stickmaschine laden und aussticken. Neben eigenen Mustern unterstützt das Browsertool inzwischen auch die Drag-&-Drop-Integration von Fremdzeichnungen, die sich dann abspeichert und aussticken lassen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Browsertool des Projekts akzeptiert auch Freihandgrafiken als Stickmuster.

Sogar rudimentäre Bearbeitungsfunktionen bietet das Browser-gestützte Werkzeug: So ermöglichen die unterhalb des Browserfensters mittig angeordneten Schalter clear, back und back10 das Löschen der gesamten Zeichnung, des letzten Stichs oder der letzten zehn Stiche. Das Zeichentool haben die Projektinitiatoren im Oktober 2013 im Internet veröffentlicht [1].

Stickende Schildkröte

Deutlich komplexer präsentiert sich das Turtlestitch-Modul [2], das mehrere Ziele verfolgt. Primär soll es Laien mithilfe einer grafischen Oberfläche mit der Logik des Programmierens vertraut machen. Anschließend lassen sich die mit dem Modul generierten Muster aussticken, was die abstrakten Programmierschritte haptisch erfahrbar macht.

Andrea Mayr-Stalder verspricht sich von dieser Herangehensweise gleich mehrere Vorteile: "Wir können also vor allem auch junge Mädchen für den häufig arg trockenen Informatikunterricht begeistern, indem wir die abstrakte Logik des Programmierens konkret in den Stickmustern erfahrbar machen.", ist sich die Projektleiterin sicher. "Zugleich fördern wir dabei das kooperative Arbeiten im Team und ermuntern die Schüler zu mehr Kreativität." Neben Schülern der weiterführenden Schulen und Kunststudenten sieht sie als Zielgruppe für Turtlestitch auch Mediengestalter und Designer, die mit neuen Gestaltungsmethoden experimentieren möchten. Hier steht die ästhetische Innovation im Vordergrund – Sticken kann viel mehr, als nur Logos und Schriftzüge ausarbeiten.

Für das Turtlestitch-Modul entwickelte Michael Aschauer erneut ein im Webbrowser ablaufendes Werkzeug, das auf der freien grafischen Programmierumgebung Snap! basiert. Die visuelle Programmiersprache Snap! richtet sich in erster Linie an Einsteiger und möchte diese mit der grundlegenden Logik des Programmierens vertraut machen. Daher benötigt der Stick-Eleve keinerlei Kenntnisse in anderen Programmiersprachen, um das Turtlestitch-Modul zu nutzen.

Durch den Wegfall einer stationären Installation lässt sich das ebenfalls in Javascript realisierte Turtlestitch-Modul genauso wie das Zeichentool von Stitchcode faktisch auf jedem Computer plattformunabhängig nutzen (Abbildung 3). Die damit generierten Muster kann man entweder lokal oder in der Cloud speichern und von dort aus wiederum per USB-Stick auf einer Stickmaschine ausarbeiten (Abbildung 4).

Abbildung 3: Das freie Turtlestitch-Programmiermodul im Einsatz.
Abbildung 4: Auch anspruchsvolle Stickmuster lassen sich einfach per Turtlestitch entwerfen.

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