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© Ahmet Ihsan Ariturk, 123RF

Vergleichstest Cloud-Dienste

Sicherer Hafen?

Cloud-Dienste zum Speichern von Daten gibt es inzwischen in vielen Facetten. Damit Sie den für Sie richtigen finden, haben wir sieben Unternehmen getestet.

Cloud-Dienste erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Allerdings stellt sich für jeden Anwender bei der Auswahl eines Cloud-Speicherdiensts die Frage, wem man seine Daten anvertrauen kann. Dabei spielen angesichts der Enthüllungen von Edward Snowden Verschlüsselungstechnologien eine gewichtige Rolle. Das gilt auch für die Standorte der Serversysteme und – damit einhergehend – die Rechtslage in den betreffenden Ländern: In den USA müssen Kommunikationsanbieter aufgrund des USA PATRIOT Act gegen Vorlage eines sogenannten National Security Letters jederzeit im Schnellverfahren Kundendaten an Behörden herausgeben.

Üblicherweise kommen Cloud-Dienste beim kollaborativen Arbeiten zum Einsatz, bei dem es gilt, die Daten aller Beteiligten synchron zu halten. Viele Dienste bieten darüber hinaus auch eine Versionshistorie, mit deren Hilfe sich Änderungen an Dateien nachvollziehen lassen. Aufgrund der wachsenden Speicherkontingente nutzen viele Anwender die Dienste aber auch zum Filesharing – nicht zuletzt deswegen, weil viele E-Mail-Provider nach wie vor die Maximalgröße von Dateianhängen auf wenige Megabyte limitieren. Der Cloud-Speicher bietet in solchen Fällen eine bequeme Option, die Daten durch entsprechende Freigaben zu verteilen.

Der vorliegende Artikel berücksichtigt daher neben Sicherheitsaspekten und dem kostenlosen Speicherkontingent der einzelnen Anbieter auch die Ergonomie der Cloud-Dienste zum manuellen Hoch- und Herunterladen von Dateien.

Copy

Der Anbieter Copy [1] gehört zum kalifornischen Unternehmen Barracuda Networks Inc., das als Entwickler von Sicherheitslösungen im IT-Sektor international einen guten Ruf genießt. Allerdings gilt es, zu berücksichtigen, dass die Server in den USA stehen, womit sie sich zum Speichern sensibler Daten eher weniger eignen. Das bestätigt auch ein Blick in die Datenschutzbestimmungen [2]: Copy behält sich verschiedene Optionen zur Nutzung privater Daten seiner Kunden vor.

Das Unternehmen bietet jedem Anwender, der sich über die Webseite registriert, 15 GByte freien Speicherplatz an. Durch Bonusprogramme, etwa das Einladen neuer Nutzer, erhöhen Sie diesen auf 20 GByte. Benötigen Sie mehr Speicherplatz, erhalten Sie als Privatkunde mit der "Pro"-Variante 250 GByte Speicher zu einem Preis von 4,99 US-Dollar monatlich. Für Unternehmen bietet Copy besondere "Company"-Tarife für ein oder mehr TByte Speicherkapazität. Dieser richtet sich in der Preisgestaltung zusätzlich nach der Anzahl der Benutzer.

Copy bietet zum Verwalten und Nutzen des Diensts neben der obligatorischen Weboberfläche auch spezielle Client-Software für mehrere Plattformen an. Für Linux laden Sie dazu von der Webseite ein knapp 50 MByte umfassende TGZ-Archiv über die Schaltfläche Install desktop app herunter und installieren das Programm. Anschließend rufen Sie den grafischen Client im Terminal durch den Befehl ./CopyAgent auf, der zunächst entweder die Anmeldung an einem bereits bestehenden Konto ermöglicht oder ein neues anlegt. Dabei legt das Programm auf der lokalen Festplatte einen Ordner namens Copy an, dessen Inhalt es zukünftig mit dem Cloud-Speicher abgleicht.

Ein aktiver Copy-Agent platziert im System-Tray der Arbeitsoberfläche ein Symbol. Ein Klick mit der rechten Maustaste darauf öffnet ein Kontextmenü. Hier rufen Sie die wichtigsten Grundfunktionen des Cloud-Diensts auf, ohne sich umständlich einarbeiten zu müssen. Detaillierte Einstellungen nehmen Sie im Fenster Preferences... vor, das Sie ebenfalls über das Hauptmenü erreichen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der File-Hoster Copy bietet eine sehr intuitiv zu bedienende Client-Software an.

Um Dateien für andere Nutzer zugänglich zu machen, klicken Sie im Menü des Applets im System-Tray auf den Eintrag Visit Copy Website. Daraufhin erscheint im Browser Ihre persönliche Seite des Diensts, die auf der rechten Seite die in der Cloud befindlichen Dateien auflistet. Hier markieren Sie die zu teilende Datei durch einen Rechtsklick und wählen im Kontextmenü den Eintrag Share. Anschließend geben Sie durch Eingabe einer E-Mail-Adresse den Empfänger an (Abbildung 2). Der Dienst erlaubt, das Objekt mit mehreren Nutzern oder Gruppen zu teilen und für diese gesonderte Rechte im Umgang mit der Freigabe festzulegen.

Abbildung 2: Der Dienst bietet mehrere Varianten an, um die eigenen Dateien mit anderen zu teilen.

Der Empfänger sieht im Fenster Preferences... | Sharing unter Received die erhaltene Datei inklusive der gegebenen Rechte ein. Ein Doppelklick auf den Dateinamen öffnet die Copy-Webseite und erlaubt den Zugriff darauf. Gemäß der vergebenen Rechte sind zudem weitere Dateioperationen möglich (Abbildung 3).

Abbildung 3: Dem Empfänger einer geteilten Datei zeigt Copy diese in der Übersicht im Client an.

Dropbox

Das US-Unternehmen Dropbox zählt zu den größten Cloud-Anbietern weltweit und gilt als Pionier auf diesem Gebiet. Durch Client-Applikationen für verschiedenste Plattformen eignet sich der Dienst auch für den Einsatz in heterogenen IT-Umgebungen. Dropbox nutzt Amazons S3-Webservice als Speicher. Der Dienst überträgt die Pakete verschlüsselt und legt sie auch AES-verschlüsselt in der Cloud ab. Da jedoch Dropbox selbst den privaten Schlüssel speichert, findet de facto keine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung statt. Der Anbieter behält sich außerdem die vollen Zugriffsrechte auf Ihre gespeicherten Daten für die Fälle vor, in denen er dazu verpflichtet ist [3].

Das Unternehmen bietet das Setup für Linux im DEB- und RPM-Format sowie als Quelltext zum Download an [4]. Dabei handelt es sich um ein Initialisierungsprogramm, das nach dem Start erst den eigentlichen Dropbox-Client herunterlädt und installiert. Dieser öffnet sich danach und fragt die Zugangsdaten ab. Falls Sie sich noch nicht registriert haben, holen Sie das mit einem Klick auf Registrieren im Login-Fenster nach. Auch Dropbox legt bei der ersten Anmeldung auf der lokalen Festplatte einen gleichnamigen Ordner an, in dem die Software die zu synchronisierenden Daten speichert.

Das freie Speicherkontingent fällt mit lediglich 2 GByte deutlich geringer aus als bei Copy. Allerdings bietet auch Dropbox Möglichkeiten, den freien Speicher etwa durch das Anwerben neuer Mitglieder zu erhöhen. Für private Nutzer stellt das Unternehmen lediglich eine Option in Form eines 1-TByte-Upgrades bereit, das 9,99 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr kostet. Beim Einsatz in Unternehmen richtet sich der Preis nach der Speichergröße und Nutzerzahl.

Das Teilen von Dateien gelingt bei Dropbox ähnlich unkompliziert wie bei Copy über die Webseite: Zunächst legen Sie einen Ordner an, in dem Sie die zu teilenden Inhalte speichern. Das erledigen Sie entweder im lokalen Dropbox-Ordner mit dem Dateimanager oder alternativ per Drag & Drop im Webbrowser. Nach erfolgreichem Hochladen in die Cloud klicken Sie in der Web-GUI auf den zu teilenden Ordner, wodurch rechts in der Zeile die Schaltfläche Freigeben erscheint. Ein Klick darauf öffnet ein Optionsfenster, in dem Sie wählen, ob Sie lediglich einen Link zum Download versenden möchten oder ob die Empfänger die freigegebenen Daten auch direkt bearbeiten dürfen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Bei Dropbox teilen Sie Ihre Daten bequem über die Web-GUI mit anderen Nutzern oder senden diesen Freigabe-Links per E-Mail zu.

Nach Auswahl einer Freigabe-Option fordert Sie das nächste Fenster auf, Nutzer einzuladen. Wie bei Copy tragen Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein, der Zugriff auf die Freigaben erhalten soll. Nach Empfang der Nachricht entscheidet dieser, ob er die Einladung annimmt oder ablehnt. Sofern der Empfänger selbst einen Dropbox-Account besitzt, integriert der Service nach der Annahme die freigegebenen Daten in den Speicher des Empfängers. Im Webbrowser sieht dieser zusätzlich, welche Nutzer auf die freigegebenen Daten zugreifen dürfen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der Empfänger von geteilten Dateien erhält detaillierte Angaben über die Freigabe.

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Kommentare
Noch ein Gratis Linux in der Cloud: IBM LinuxOne
Norbert Ziegeler (unangemeldet), Dienstag, 08. Dezember 2015 08:28:27
Ein/Ausklappen

Ist wohl für Entwickler und Studenten gedacht
https://developer.ibm.com/linuxone/


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