Bedienung

Sie rufen MuPDF aus der Konsole heraus auf, indem Sie das zu öffnende PDF-Dokument samt Pfad wie in mupdf /Pfad/zu/Beispiel.pdf anhängen – bei Fedora lautet der Grundbefehl mupdf-x11. Mittels diverser Tasten und Tastenkombinationen (siehe Tabelle "Tastenkombinationen"), steuern Sie die Darstellung, setzen Bookmarks und blättern durch das Dokument. Eine grafische Werkzeugleiste fehlt ebenso wie eine Seitenleiste mit Vorschaubildern.

Die Manpage zu MuPDF [7] listet eine Menge weiterer Parameter auf, die Sie zum Teil direkt an das Startkommando anhängen. So bestimmen Sie etwa, mit welcher Auflösung MuPDF das Dokument öffnet oder passen über das Anti-Aliasing die Darstellung der Schriften an Ihre eigenen Vorstellungen an. Eine Druckfunktion bietet MuPDF als reiner Dokumentenbetrachter jedoch nicht.

Tastenkombinationen

Taste Funktion
[+] oder [=] Vergrößern
[-] Verkleinern
[Bild-ab] oder [.] nächste Seite
[Bild-auf] oder [,] vorherige Seite
[>] 10 Seiten vor
[<] 10 Seiten zurück
[Umschalt]+[L] Seite gegen Uhrzeigersinn rotieren
[Umschalt]+[R] Seite im Uhrzeigersinn rotieren
Zahl,[G] zur angegebenen Seite springen
[M] Lesezeichen setzen
[T] zum Lesezeichen springen
[/] Textsuche
[n] nächste Fundstelle
[Umschalt]+[N] vorherige Fundstelle
[W] Fenster an Dokumentengröße anpassen
[Alt]+[Q] MuPDF beenden

Der Vergleich

MuPDF muss sich im Vergleichstest mit den Dokumentenbetrachter Okular und Evince aus den Desktopumgebungen KDE beziehungsweise Gnome messen. Weiterhin kommt Xpdf zum Einsatz, das am Beginn der Entwicklung von MuPDF als Grundlage diente, sowie Qpdf. Keines der Konkurrenzprogramme versagte beim anspruchsvollen Test-PDF völlig, andererseits glänzte auch keines davon mit auch nur halbwegs flüssiger Darstellung.

Bis eines der eingebetteten Fotos erschien, dauerte es entweder mehrere Sekunden oder die Darstellung der Fotos zeigte bis zum endgültigen Seitenaufbau lange Zeit eher Klötzchen statt das Bild. Das Scrollen durch das rund 38 MByte große PDF mit 94 Seiten gestaltete sich bei allen konkurrierenden Anwendungen recht zäh.

Ganz anders dagegen bei MuPDF: Selbst auf dem relativ schwachbrüstigen Test-Notebook benötigte es für das vollständige Öffnen des Dokuments nur Sekundenbruchteile. Das Scrollen mit Maus oder Tastatur wirkte so flüssig, dass sich auch mit einem kritischen Auge keine Verzögerung erkennen ließ. Die Anwahl einer Seite – etwa durch die Eingabe von [5],[4],[G] (das von überall im Dokument zur Seite 54 springt) öffnet ohne Ruckeln und Zuckeln direkt die entsprechende Seite. Selbst ein Stakkato auf den Auf- und Ab-Tasten bringt MuPDF nicht im Geringsten aus dem Tritt.

Bei Evince dagegen dauerte der Sprung von Seite 1 zu Seite 54 rund 7 Sekunden. Abbildung 2 zeigt einen Graphen, der belegt, dass MuPDF im Schnitt 78 Prozent schneller an die Arbeit geht als Poppler, in der Spitze sogar fast doppelt so schnell. Selbst der bekanntermaßen ausgezeichnete Foxit Reader hält unter Windows bei dieser Geschwindigkeit nicht mit. Seinen Geschwindigkeitsvorteil spielt MuPDF nicht nur auf dem PC aus, auch unter Android macht MuPDF den besten Eindruck bei problematischen Dokumenten (Abbildung 3).

Abbildung 2: Ergebnisse eines Vergleichstest zeigen den Vorsprung von MuPDF gegenüber Poppler.
Abbildung 3: MuPDF gilt auch unter Android als der schnellste Dokumentenbetrachter.

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