Software

ALT Linux bietet über das grafische Frontend Synaptic eine bequeme Möglichkeit, zusätzliche Software ins System zu integrieren. Dazu bindet die Distribution das exklusive ALT-Repository Sisyphus ein. Sisyphus listet rund 40 000 Pakete im Fundus, wobei alle Standard-Programme wie LibreOffice, Gimp, Firefox und Thunderbird vertreten sind. Auch im Multimedia-Bereich finden sich mit Handbrake, Audacity oder dem Videoplayer VLC leistungsfähige Applikationen. Das Projekt hält die Pakete stets auf dem aktuellen Stand, Updates nehmen Sie, wie von anderen Distributionen gewohnt, bequem über Synaptic vor.

Der Synaptic Package Manager, den Sie im Untermenü Settings finden, listet in der Standardinstallation bereits rund 1800 Pakete. Nach Abruf der Repository-Listen stechen vor allem die in den vier Gruppen Books/Computer books, Books/Faqs, Books/Howtos und Books/Other vorhandenen Dokumentationen ins Auge. Hierzu zählen viele Hinweise und Anleitungen, wobei die des ALT-Projekts nur in russischer Sprache vorliegen. Mehr als ein Dutzend verschiedene Oberflächen offeriert die Gruppe Graphical desktop, darunter auch Exoten wie die Window Manager FVWM oder Sawfish.

Auffällig viele Applikationen finden sich auch in der Gruppe Networking. Hier erfolgt die Unterteilung nach Aufgabengebieten, sodass Sie beispielsweise Mail-Software in der Untergruppe Mail finden, Newsreader in der Gruppe News und Webbrowser in der Kategorie WWW. Insbesondere die Auswahl an Webbrowsern bietet nicht nur Platzhirsche wie Chromium, Opera oder Firefox an, sondern auch weniger bekannte, aber leistungsfähige Netznavigatoren wie Qupzilla, Midori oder auch Dillo (Abbildung 3). Selbst der textbasierte Browser Lynx ist vertreten.

Abbildung 3: Auch exotische Webbrowser wie Arora finden sich im Sisyphus-Repository.

Den weitverbreiteten Firefox integriert ALT Linux sogar in zwei Varianten: Neben der Version 31.6.0 finden Sie auch die langfristig unterstützte ESR-Variante in derselben Versionsnummer vor. Die sorgfältige Zusammenstellung und Pflege der Repositories durch das Entwicklerteam zeigt sich deutlich daran, dass zu Firefox mehrere Addons, die Sie sonst mühsam einzeln suchen und installieren müssen, bereits in den Softwarefundus übernommen worden sind: So finden Sie eine stattliche Anzahl sicherheitsrelevanter Erweiterungen für den beliebten Browser in der Auswahl von Synaptic. In der Gruppe WWW offeriert ALT Linux zudem mehrere Webserver, wobei die Entwickler hier neben bekannter Software Exoten wie den Java-Webserver Jetty berücksichtigt haben.

Netzwerk

Dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis der Anwender Rechnung tragend, umfasst das ALT-Linux-Repository auch diverse Sicherheitspakete. So finden Sie in der Gruppe Security/Antivirus den ClamAV-Client, während die Gruppe Security/Networking 71 Pakete zusammenfasst, darunter neben mehreren Firewalls auch Einbruchserkennungssoftware und Wireless-Tools. Aktuelle Software für das Anonymisierungsnetzwerk Tor finden Sie dagegen in der Gruppe System/Servers.

Nach wie vor ungebrochen ist der Trend zum Cloud-Computing. Nahezu alle namhaften Linux-Distributionen bringen daher von Haus aus bereits Clients für die Nutzung der Datenwolke mit. Da macht auch ALT Linux keine Ausnahme: Die freie Standard-Lösung Owncloud befindet sich samt entsprechender Addons im Repository, darüber hinaus vertreten ist das außerordentlich komplexe Openstack-Projekt. Weniger bekannt und bislang noch kaum in die Repositories wichtiger Linux-Distributionen eingepflegt ist Seafile, das Sie in ALT Linux in der bereits nicht mehr ganz aktuellen Version 3.1.5 finden. Auch hier steht sowohl der Server als auch der Client zur Installation bereit.

Neben diesen Programmen findet sich noch ein Toolkit für die Amazon-S3-Cloud im Sisyphus-Repository. Für alle anderen US-amerikanischen Anbieter wie Google, Dropbox oder Microsoft fehlt entsprechende Software – Edward Snowden lässt grüßen.

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