Weitere Verzeichnisse hinzufügen

Beim ersten Start erstellt Syncthing im Home-Verzeichnis des jeweiligen Geräts als Standard den Ordner ~/Sync. Alle hier abgelegten Dateien und rekursiv auch alle enthaltenen Unterverzeichnisse samt deren Inhalten bezieht es automatisch in den Datenabgleich mit ein. Bei größeren zu synchronisierenden Datenmengen ergibt es aber durchaus Sinn, weitere Ordner mit eigenen Einstellungen zur Syncthing-Konfiguration hinzuzufügen.

Nach einem Klick auf Verzeichnis hinzufügen oder Add Shared Folder aus dem Menü von Syncthing-GTK (Abbildung 5) tragen Sie in die Maske bei Verzeichnis ID eine eindeutige Bezeichnung des Ordners ein und navigieren anschließend zum Zielverzeichnis. Das Verzeichnis muss auf allen Rechnern eingerichtet sein und die ID identisch ausfallen. Das jeweilige Zielverzeichnis darf allerdings auf jedem Gerät unterschiedlich heißen.

Abbildung 5: Mithilfe von File Versioning erstellt Syncthing automatisch Sicherheitskopien.

Bei den weiteren Einstellungen sticht die Option Keine Veränderungen zulassen ins Auge. Aktivieren Sie diese, schützt Syncthing das entsprechende Verzeichnis vor Veränderung durch andere Geräte. Auf diesem Gerät erstellte Änderungen überträgt Syncthing hingegen nach wie vor auf den Rest des Verbunds. Erst wenn Sie eine Datei in einem der geschützten Verzeichnisse löschen, verschwindet sie auch auf den anderen Geräten.

Die Option Suchintervall (in aktuellen Versionen der Anwendung Scanintervall) bestimmt, wie oft Syncthing nach neuen oder geänderten Daten sucht. Auf leistungsschwächeren Systemen dürfen Sie die vordefinierte Ruhepause von 60 Sekunden ruhig etwas verlängern. Bei Bedarf lesen Sie mit einem Klick auf Alle überprüfen (auch Alle neu scannen) jederzeit alle beteiligten Verzeichnisse neu ein.

Unter dem Punkt Dateiversionierung bietet Syncthing verschiedene Modi zum Erstellen und Organisieren von Sicherungskopien der mit Syncthing verwalteten Daten [11]. Je nach Bedarf verzichten Sie komplett auf Sicherungen oder nutzen eine einfache Versionierung, bei der Syncthing eine festgelegte Anzahl von Kopien der gelöschten oder geänderten Dateien im versteckten Verzeichnis .stversions aufbewahrt. Bei der Spielart Stufenweise Versionierung lässt sich sogar ein Verfallsdatum der versionierten Kopien festlegen. Bei der externen Versionierung schiebt ein externer Befehl die Sicherheitskopie an.

Liegen die Daten des hinzugefügten Verzeichnis auf einem Dateisystem ohne Rechteverwaltung, wie etwa FAT, sorgt sie mit der Option Berechtigungen ignorieren dafür, dass Änderungen an den Dateirechten unter den Tisch fallen. Unter Teilen mit diesen Geräten wählen Sie nun die Syncthing-Geräte aus, mit denen dieses Verzeichnis abgeglichen werden soll. Bei Bedarf schließen Sie unter dem Punkt Ignoriermuster Unterverzeichnisse vom Abgleich aus. Nach dem Freigeben des neuen Ordners müssen Sie die Integration auf den angebundenen Rechnern bestätigen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Ein neues Verzeichnis eines entfernten Rechners müssen Sie auf dem Zielrechner bestätigen.

Android-App

Die Syncthing-Android-App (Abbildung 7) steckt noch in einem frühen Entwicklungsstadium, lässt sich allerdings im Großen und Ganzen bereits sinnvoll nutzen. Die App gibt von Haus den Ordner frei, in dem die Kamera des Smartphones oder Tablets Bilder ablegt. Wie beim Desktop-Pendant teilt die App bei Bedarf aber auch weitere Verzeichnisse mit dem Syncthing-Netz. Die Konfiguration verläuft analog zur PC-Version; zusätzlich bietet die App die Möglichkeit, nur im WLAN oder beim Aufladen das Handys aktiv zu werden.

Abbildung 7: Syncthing für Android sollten Sie aufgrund des Leistungshungers nur bei Bedarf starten.

Der Leistungshunger der App gehört generell zu ihren größten Schwächen. Mit der Einstellung auf dem Handy ständig nach Änderungen suchen und neue Daten zu synchronisieren (Abbildung 8), bleibt Syncthing durchgehend aktiv, sodass sich das von uns zum Test genutzte Smartphone wesentlich aufheizte und die Akkulaufzeit spürbar abbaute. Daher empfiehlt es sich, Syncthing nur bei Bedarf zu starten, statt den Daemon im Hintergrund laufen zu lassen.

Abbildung 8: Syncthing beeinträchtigt aktuell die Akkulaufzeit nachhaltig, deaktivieren Sie daher den Hintergrunddienst.

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