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Mageia Linux 5 installieren

Fünf Säulen der Magie

Mandriva S. A., der französische Hersteller der beliebten Distribution Mandriva Linux, hat im Mai Konkurs angemeldet. Mageia Linux ist einer der inoffiziellen Mandriva-Nachfolger, und im Juni ist Version 5 erschienen, die Sie von unserer DVD installieren können.

Die aus Frankreich stammende Distribution Mandriva Linux – bis 2005 Mandrake Linux genannt – genoss bei Linux-Einsteigern und Profis immer einen guten Ruf. Neulinge schätzten die einfache Installation, die große Auswahl an Programmen und die durchdachten grafischen Werkzeuge zum Verwalten des Systems; erfahrenen Nutzern gefiel, dass sie hier leicht selbst Hand anlegen konnten und sich unerwünschte Automatismen abschalten ließen.

Mit OpenMandriva Lx [1] und Mageia [2] gibt es zwei Nachfolge-Projekte. Auf der Heft-DVD finden Sie Mageia 5 als 32- sowie als 64-Bit-Version zur Installation auf dem heimischen Rechner. Auch das OpenMandriva-Team arbeitet an einer neuen Version (siehe Kasten "OpenMandriva")

OpenMandriva

OpenMandriva steckt derzeit in der Alpha-Phase; mit OpenMandriva 2014.2 ist zudem anlässlich des Mandriva-Konkurses eine "Mandriva Tribute Release" geplant [3], die jedoch nur einige Aktualisierungen für die Versionen 2014.0 beziehungsweise 2014.1 bietet. Zum Redaktionsschluss gab es bereits Release Notes [4], aber noch keine Dateien, aus denen sich Installationsmedien erstellen ließen.

Installation

Mageia ist das griechische Wort für Magie, doch das Einrichten klappt auch ohne Hexerei möglich: Unsere Anleitung zur Installation von Mageia 5 [5] funktioniert sowohl bei einem PC mit klassischem BIOS als auch bei einem UEFI-Rechner. Hinweise zum parallelen Betrieb von Windows 8 und Linux auf einem UEFI-PC finden Sie in einer älteren Ausgabe [6] unserer Schwesterzeitschrift EasyLinux.

Generell wechseln sich im Mageia-Installer interaktive Phasen, wo Sie Fragen beantworten müssen, mit längeren Pausen ab, in denen die Setup-Routine Dateien kopiert oder Inhalte aus dem Netz lädt. Das verhindert es, dass Sie in einem Rutsch alle Einstellungen vornehmen und der Rechner anschließend unbeaufsichtigt arbeitet.

Das Bootmenü der Installations-DVD hat Mageia von älteren Mandriva-Versionen übernommen. Mit einem Druck auf [F2] stellen Sie die Sprache auf Deutsch um, mit [F3] wählen Sie eine höhere Auflösung als 800 x 600 Punkte für die Installation aus. Erledigen Sie das gleich hier, bietet der Installer später automatisch die richtigen Einstellungen für Sprache und das Layout der Tastatur an.

TIPP

Die speziellen Versionen von Mageia 5 auf unserer Heft-DVD schlagen automatisch die deutsche Sprache vor, nur bei der Variante aus dem Download ist das Umstellen nötig.

Navigieren Sie anschließend mit [Pfeil-unten] zum Menüpunkt Mageia 5 installieren und drücken Sie [Eingabe], um das Installationssystem zu starten. In der nun folgenden kurzen Wartezeit lädt das System den Kernel und erkennt die Hardware. Es folgt die Sprachauswahl: Haben Sie sich bereits im Boot-Menü für Deutsch entschieden, brauchen Sie hier nichts zu ändern und gelangen mit einem Klick auf Weiter zur Einblendung der Lizenzbedingungen. Setzen Sie dort ein Häkchen vor Akzeptieren und klicken Sie auf Weiter.

Im nächsten Schritt stellen Sie das Tastaturlayout ein, vorgegeben ist Deutsch (Abbildung 2); alternativ wählen Sie Deutsch (ohne Akzenttasten). Bei der Variante ohne Akzenttasten erscheinen die Zeichen ´, `, ~ und ^ sofort beim Druck der entsprechenden Tasten – recht praktisch, wenn Sie öfters auf der Kommandozeile unterwegs sind. Um mit diesen Einstellungen Buchstaben mit Akzentzeichen einzugeben, drücken Sie später [Windows], dann die Akzenttaste und schließlich den Buchstaben, der einen Akzent erhalten soll. Für deutschsprachige Benutzer in Belgien und in der Schweiz stehen weitere Layouts bereit.

Im Anschluss untersucht der Installer die bestehende Partitionierung und macht einen Vorschlag zum Aufteilen der Festplatte. Mageia verwendet ein DrakX genanntes Tool, um die Festplatte zu partitionieren: Das Programm war schon unter Mandriva und früher Mandrake Linux komfortabel. Bei Rechnern, auf denen bereits Windows installiert ist, sehen Sie in der Regel zwei vereinfachte Optionen (Windows und Linux teilen sich die Platte beziehungsweise der Installer löscht Windows) und eine komplexere, bei der Sie von Hand die Platte aufteilen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Verwenden Sie den Schieberegler, um die Aufteilung der Platte zwischen Windows und Linux zu verändern.

Beim ersten Vorschlag gibt es einen Schieberegler, mit dem Sie festlegen, wieviel Platz Windows abgibt. Das manuelle Aufteilen der Festplatte sollten Sie nur wählen, wenn Sie sich mit dem Partitionieren unter Linux auskennen. Sobald Sie die Wahl bestätigen, erscheint eine Warnung, dass der Installer nun das Layout der Platte ändert. Akzeptieren Sie das mit Weiter. Es folgt nach dem Ändern der Windows-Partition (das sich unter Umständen einen Moment lang hinzieht) noch der Hinweis, dass Windows beim nächsten Booten das Dateisystem überprüft. Dann formatiert der Installer die neuen Linux-Partitionen.

Nach dem Formatieren bietet der Installer noch an, weitere Medien zur Installation zu konfigurieren – das ist nicht nötig; das Einrichten von Online-Quellen für Updates und zusätzliche Software folgt ein paar Schritte später. Den Vorschlag, Pakete aus dem Repository Nonfree zu akzeptieren, sollten Sie bejahen, damit stehen mehr Pakete bereit.

Wahl des Desktops

Entscheiden Sie sich im nächsten Dialog zwischen KDE und Gnome als Desktop, dann kopiert der Installer die fraglichen Dateien auf die Festplatte. Sobald das erledigt ist, vergeben Sie ein Passwort für den Administrator und legen ein Benutzerkonto an. Dazu geben Sie Ihren Namen, einen Benutzernamen und zweimal das Passwort ein. Ein einziger Dialog fasst die Konfiguration des Root-Accounts und des normalen Benutzerkontos zusammen. Rechts von den Feldern für die Passwörter erscheinen kleine Icons, deren Farbe nach dem Ampelschema die Qualität des Passworts signalisiert.

Es folgt eine Zusammenfassung der Einstellungen, die Sie übernehmen – alternativ klicken Sie auf die Einträge zu Zeitzone, Land, Boot-Manager, Benutzern, aktivierten Diensten, verschiedenen Hardwarekomponenten, Netzwerk oder Sicherheit und nehmen dort Änderungen vor. Danach gibt Ihnen der Installer die Gelegenheit, Online-Quelle einzurichten; das geschieht nach dem Bestätigen mit Ja und Weiter automatisch. Im Test gab es bei späteren Versuchen, die Online-Quellen zu konfigurieren, Probleme. Daher empfiehlt es sich, bereits jetzt die Quellen einzurichten.

Wenn Sie mögen, dürfen Sie direkt danach ein erstes Update einspielen – für einen schnellen Abschluss der Installation verneinen Sie das und ziehen die Updates später aus dem laufenden System heraus. Nun gratuliert Mageia zur erfolgreich abgeschlossenen Installation, und der Rechner bootet neu in den installierten Desktop.

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