Grafisch

NuTyX beinhaltet eine Reihe grafischer Oberflächen; anders als bei den gängigen Distributionen installieren Sie diese jedoch nicht über eine Standard-Paketverwaltung. Mit dem Werkzeug Cards bringt das Betriebssystem ein eigenes Paketmanagementsystem mit, das alle Abhängigkeiten automatisch auflöst. Ein grafisches Verwaltungswerkzeug existiert noch nicht, die Parameter für Cards erhalten Sie durch Eingabe von cards --help.

Um dem System eine grafische Oberfläche hinzuzufügen, müssen Sie zunächst über einen funktionsfähigen X-Server verfügen. Dies bewerkstelligen Sie durch Eingabe des Befehls cards install xorg am Root-Prompt. Anschließend starten Sie den X-Server wie gewohnt mit dem Befehl startx. Für die Installation einer vollwertigen grafischen Arbeitsoberfläche nutzen Sie wieder Cards. Geben Sie dazu die Sequenz cards install Desktop ein, wobei NuTyX als Arbeitsoberflächen KDE, Openbox, Razor-qt und XFCE unterstützt.

Anschließend booten Sie das System neu, wobei NuTyX automatisch den X-Server startet und nach der Anmeldung über das grafische Login die installierte Desktop-Umgebung lädt. Achten Sie darauf, beim ersten Start nach der Installation der Arbeitsumgebung während des Logins unten links im Bildschirm im Auswahlfeld Desktop: den passenden Desktop auszuwählen. Haben Sie mehrere Arbeitsumgebungen eingerichtet, dann wählen Sie an dieser Stelle die gewünschte aus.

Software

Um weitere Applikationen hinzuzufügen, empfiehlt es sich, zunächst einen Blick in die Liste mit bereits verfügbaren Programmen zu werfen [2]. Trotz des im ersten Augenblick mit rund 1050 Applikationen recht gering erscheinenden Umfangs der Paketliste sind nahezu alle wichtigen Standardprogramme bereits vorhanden: So finden sich die üblichen Klassiker wie LibreOffice, Gimp, VLC, Thunderbird oder Mplayer im Bestand der Distribution, hinzu kommt der ein oder andere Exot.

Besonderes Augenmerk legen die Entwickler auf die Verfügbarkeit von Webbrowsern. So stehen neben den Platzhirschen Firefox und Chromium die schlanken und schnellen Alternativen Midori, Qupzilla und Dillo zur Wahl. Auch im Segment der Dateimanager und Verwaltungstools glänzt NuTyX, etwas weniger gut ausgestattet präsentiert sich die Multimedia-Ausstattung. Hier zeigen sich Defizite bei der Video- und Audiobearbeitung: So enthält die Paketliste weder den Video-Transcoder Handbrake noch den Audio-Editor Audacity (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Paketliste ist zwar überschaubar, bringt jedoch für alle wichtigen Anwendungsgebiete entsprechende Programme mit.

Cards bietet wie alle anderen Paketmanager die Option, das System auf dem jeweils aktuellen Stand zu halten. Dazu geben Sie am Root-Prompt zunächst cards diff ein. Das Tool überprüft nun die installierten Pakete und zeigt veraltete Versionen an. Mit cards sync leiten Sie dann das Aktualisieren des Softwarebestands ein. Alternativ erneuern Sie mit cards install -u Paket einzelne Pakete. Alle Optionen von Cards erhalten Sie über die Eingabe von cards help oder cards --help.

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