Grafisch

Nach dem Herunterladen des grafischen Clients und dessen Installation finden Sie im Untermenü Internet der Desktop-Oberfläche den Eintrag Seafile. Bevor Sie den Client nutzen, müssen Sie ihn initialisieren. Das erfolgt mithilfe eines Assistenten, der nach dem ersten Aufruf der Software automatisch startet. Im ersten Schritt legen Sie einen lokalen Quellordner an, der die zu synchronisierenden Datenbestände speichert. Anschließend konfigurieren Sie die Verbindung zum Seafile-Server.

Nach Abschluss der Konfiguration öffnet der Seafile-Client ein Applet, das nur wenige Bedienelemente enthält und einen Überblick über die Einstellungen des angemeldeten Nutzers zeigt. Um Daten in die Cloud hochzuladen, klicken Sie auf Ordner auswählen im unteren Bereich des Fensters und wählen anschließend im geöffneten Dateimanager den gewünschten Ordner an. Optional versehen Sie diesen mit einem Passwort. Der Client lädt nach dem Einstellen aller Optionen die Daten auf den Server.

In der Seahub-Oberfläche des Servers sehen Sie als Administrator nach der Datensynchronisation die entsprechenden Bibliotheken sowie deren Besitzer und die Größe der übertragenen Dateien. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, im Systemadministrationsmodus Bibliotheken zu löschen oder an andere Benutzer zu übertragen. Diese Funktionen erreichen Sie, indem Sie rechts in der letzten Spalte Aktionen der Listenansicht auf die zeilenweise eingeblendeten Befehle klicken. Nach einer Sicherheitsabfrage landet die entsprechende Bibliothek je nach Auswahl im Papierkorb oder wird einem anderen Anwender zugewiesen.

Zur Synchronisation von Daten zwischen Client und Server bietet Seafile mehrere Optionen an: Haben Sie auf dem Server bereits zentral Daten in der Cloud abgelegt und soll er diese permanent abgleichen, so markieren Sie im Client-Applet auf Ihrem Arbeitsplatzrechner die gewünschte Bibliothek und klicken anschließend auf das kleine Wolken-Symbol oben links unter dem Benutzernamen. Der Client fragt nun nach einem Synchronisationsordner. Nach dessen Benennung legt die Software ihn lokal an. Hinter dem jeweiligen Bibliotheksnamen finden Sie nach erfolgreicher Synchronisation ein Häkchen in grünem Kreis (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die schlicht gehaltene Client-Komponente erlaubt neben der Mehrbenutzerbedienung auch eine komfortable Kontrolle über den Synchronisationsstatus.

Die Synchronisation zwischen Cloud und lokalem System stoßen Sie optional manuell an, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Bibliothek klicken und aus dem Kontextmenü die Einträge Jetzt synchronisieren oder Diese Bibliothek erneut synchronisieren auswählen. Im gleichen Menü halten Sie die automatische Synchronisation auch an.

Arbeiten an einem lokalen Arbeitsplatz mehrere Anwender, die jeweils über eigene Konten in der Cloud verfügen, so können Sie mit einem Rechtsklick auf den aktuell angemeldeten Nutzer im Applet und anschließender Auswahl des Eintrages Ein Konto hinzufügen den gewünschten Anwender in den Seafile-Client auf diesem Computer integrieren.

Ihm steht dann der gleiche Funktionsumfang zur Verfügung wie dem ursprünglich angemeldeten Nutzer. Sie sollten jedoch in jedem Fall bei mehreren Nutzern an einem Client darauf achten, dass sich jeder Anwender am Ende einer Sitzung abmeldet, was durch einen Linksklick auf den Benutzernamen und anschließender Auswahl des Menüpunktes Ausloggen geschieht.

Auf Kommando

Für Distributionen, die nicht auf Ubuntu oder Debian basieren, bieten die Seafile-Entwickler lediglich einen Terminal-Client an. Sehr wahrscheinlich wird das Unternehmen auch künftig keine RPM-basierten Distributionen mit grafischen Clients versorgen. Mehr dazu lesen Sie im Kasten "Seafile-Client für RPM-basierte Distros?" Nutzer von Mandriva, Mageia und Rosa Linux können den grafischen Client von ALT Linux nutzen, der in der inzwischen nicht mehr ganz aktuellen Version 3.1.11 zum Download [3] bereitsteht.

Seafile-Client für RPM-basierte Distros?

Der Seafile-Client für Linux-Distributionen jenseits des Debian-Universums leidet an geringem Funktionsumfang, einer fehlenden grafischen Oberfläche und auch an einer umständlichen Konfiguration. Wir wollten deshalb im Rahmen einer Presseanfrage von Silja Jackson, Geschäftsführerin der Seafile GmbH in Wiesentheid, wissen, ob zumindest auch für RPM-basierte Distributionen ein grafischer Client geplant ist. Frau Jackson, die die deutschsprachigen Seafile-Seiten betreut und enge Kontakte zu den chinesischen Entwicklern pflegt, erklärte: "Da unsere Ressourcen begrenzt sind, müssen wir die Zeit der Entwickler dort investieren, wo für uns der Kosten/Nutzen-Wert passt. Das macht nicht immer Spaß, lässt sich aber einfach nicht vermeiden. Eventuell erklärt sich in der Zukunft jemand aus der Community bereit, die Verwaltung der Pakete für weitere Distributionen zu übernehmen. Dazu kommt noch, dass wir (das deutsche Team) aus Überzeugung fast ausschließlich mit Debian arbeiten und das chinesische Entwicklerteam Ubuntu einsetzt. Deshalb gab es für die Entwicklung von Paketen für andere Distributionen für uns bisher einfach keinen Grund." Somit bleiben wohl auch zukünftig Anwender von Fedora, OpenSuse, Mageia, PCLinuxOS, aber auch beispielsweise von Slackware und seinen Derivaten, bei Seafile weitgehend außen vor.

Nach dem Herunterladen des textbasierten Clients entpacken Sie diesen und initialisieren ihn anschließend (Listing 2). Danach starten Sie die Software mit ./seaf-cli start. Da der Client eine größere Zahl an Parametern zur Bedienung kennt, empfiehlt sich auf jeden Fall zunächst die Lektüre des Handbuchs [4]. Damit Sie zum Start des Seafile-Clients zukünftig nicht mehr jedes Mal in dessen Verzeichnis wechseln müssen, setzen Sie nun einen symbolischen Link:

# ln -s `readlink -f seaf-cli` /usr/bin/

Um mit vorhandenen Bibliotheken auf dem Server zu arbeiten, müssen Sie beim textbasierten Seafile-Client die exakte ID der jeweiligen Bibliothek kennen. Diese ermitteln Sie, indem Sie die entsprechende Bibliothek in Seahub öffnen und die ID unterhalb des Verzeichnisses /repo/ lokalisieren (Abbildung 6). Anschließend können Sie die einzelnen Bibliotheken vom Server herunterladen (Listing 3, erste Zeile) oder synchronisieren (zweite Zeile).

Abbildung 6: Zum Verwenden des textbasierten Clients müssen Sie zunächst die ID der zu synchronisierenden Bibliothek ermitteln.

Um eine permanente Synchronisation anzustoßen, starten Sie den Seafile-Client als Daemon. Zum Ende einer Sitzung deaktivieren Sie ihn mittels seaf-cli stop. Einen Überblick über die Befehlssyntax des Programms erhalten Sie via seaf-cli -h. Sonderfunktionen wie das Hinzufügen eines neuen Kontos erlaubt der textbasierte Client nicht, sodass er sich – auch aufgrund des umständlichen Prozederes – zum Auffinden der jeweiligen Bibliotheks-ID nur für sporadische Einsätze eignet.

Listing 2

$ tar -xzvf seafile-cli_4.0.4_x86-64.tar.gz
$ ./seaf-cli init -d Client-Verzeichnis
$ ./seaf-cli start

Listing 3

$ seaf-cli download -l ID -s Server-URL -d Elternverzeichnis -u User -p Passwort
$ seaf-cli sync -l ID -s Server-URL -d Verzeichnis -u User -p Passwort

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