Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Notizverwaltung Cherrytree 0.35.8, Prozessor-Identifikator Cpuid 20150606, Sicherheitsprüfer Lsat 0.9.8.2, Mediaplayer-Konsolensteuerung Playshell 0.2rc1

Notizverwalter

Notizen, HTML-Seiten oder Verzeichnissen mit Textdateien verwalten Sie in Cherrytree 0.35.8 strukturiert und optisch aufbereitet.

Notizen jeder Art erfasst man heute nur noch digital. Mit dem leistungsfähigen Tool Cherrytree verwalten Sie solche Aufzeichnungen, egal welcher Art, übersichtlich in einer Baumstruktur. Dabei bietet die Software für den Notiztext eine Reihe von rudimentären Formatierungsmöglichkeiten: So lassen sich Textpassagen beispielsweise durch fette oder kursive Schrift, durch beliebige Schriftfarben sowie Durch- oder Unterstreichungen hervorheben. Handelt es sich bei dem Notiztext um Programmcode, lässt er sich als Code-Box in die Notiz integrieren. Dabei beherrscht Cherrytree sogar ein Syntax-Highlighting, wobei es über 40 Programmier- und Markup-Sprachen unterstützt. Auch Aufzählungen oder rudimentäre Tabellen können Sie als Elemente in eine Notiz einbauen.

Die Notizen geben Sie entweder von Hand ein oder importieren Dateien und Verzeichnisse von anderen Notizprogrammen. Als Datenquelle lassen sich neben Basket, Gnote, Keepnote, TuxCard oder Zim auch HTML-Dateien nutzen. Außerdem gelingt auch der Import von Textdateien aus einer Verzeichnisstruktur. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise der Quellcode eines Projekts in Cherrytree aufnehmen. Als Exportformate stehen jedoch neben dem Cherrytree-eigenen Format nur PDF, HTML und Plaintext zur Verfügung.

In der übersichtlichen Benutzeroberfläche von Cherrytree finden sich auch unerfahrene Anwender sofort zurecht. Ein Navigationsbaum am linken Bildschirmrand bildet die Verwaltungsstruktur ab, durch farbige Kirschen vor jedem Eintrag sieht man sofort, auf welcher Baumebene sich ein Eintrag befindet. Das restliche Fenster bietet genügend Platz für den Notiztext seinen mit zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten.

Cherrytree 0.35.8

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.giuspen.com/cherrytree/

Identifikator

Einen einfachen und schnelle Blick gewährt Cpuid 20150606 auf den Funktionsumfang der verwendeten CPU.

Das kleine C-Tool Cpuid trägt alle verfügbaren Informationen über den im Rechner verbauten Prozessor zusammen und gibt die Daten übersichtlich strukturiert in der Konsole aus. Hier erkennen Sie dann neben Prozessortyp und Modell auch die Hersteller- und Stepping-ID sowie Versionsinformationen. In den Feature-Informationen erfahren Sie unter anderem, ob der Prozessor eine Debugging-Erweiterung und eine Fließkomma-Einheit enthält, sowie, ob er gängige Funktionen wie MMX, SSE-Erweiterungen, Speed-Stepping oder Virtualisierung unterstützt. Dabei zeigt Cpuid auch an, ob die jeweiligen Funktionen und Erweiterungen aktiv sind. Im weiteren Verlauf der Ausgabe sehen Sie die Aufteilung der integrierten Cache-Speicher sowie die verfügbaren prozessoreigenen Monitoring-Funktionen. Auch Informationen zum Power-Management des Prozessors fehlen nicht.

Zur Datenerfassung nutzt Cpuid die gleichnamige Funktion, die vielen Prozessoren unterstützen. Daher lässt sich das Tool grundsätzlich ohne Administratorrechte ausführen. Bei Einsatz des Parameters -k ermittelt die Software allerdings alle Informationen mithilfe eines Kernel-Moduls, dessen Ausführung administrative Rechte erfordert; zudem unterstützen nicht alle Prozessoren dieses Modul. Standardmäßig gibt Cpuid alle Informationen strukturiert aus, mit dem Parameter -r auf Wunsch auch im Rohformat. Solche Rohdaten können Sie in eine Datei schreiben und später Cpuid mit dem Parameter -f wieder zuführen. Auf diese Weise werten Sie CPU-Daten von entfernten Systemen auf dem lokalen Rechner aus.

Cpuid 20150606

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://etallen.com/cpuid.html

Sicherheitswächter

Behalten Sie Ihr System regelmäßig mit Lsat 0.9.8.2 im Auge, dann bemerken Sie auftretende Sicherheitsprobleme sofort.

Auch unter Linux können Anwender durch Unkenntnis und Unachtsamkeit Sicherheitslücken ins Systeme konfigurieren. Das Linux Security Auditing Tool, kurz Lsat, hilft bei der Suche nach solchen Konfigurationsfehlern. Es überprüft dazu die System- und Netzwerkeinstellungen und hält dort nach fehlerhaften Einstellungen und bekannten Sicherheitslücken Ausschau. Zur Vermeidung unnötiger Angriffsflächen ermittelt Lsat unter anderem, welche der installierten Software-Pakete wirklich benötigt werden, wobei es die verwendete Linux-Distribution berücksichtigt. Fedora, Ubuntu, Debian, Gentoo oder Slackware erkennt das Tool zuverlässig, über den Parameter -m können Sie die verwendete Distribution auch vorgeben.

Daneben prüft Lsat auch Unix-Derivate wie Mac OS X oder Solaris. Im Rahmen seiner Kontrollen nimmt es über 50 Checks im System vor. So kontrolliert es beispielsweise den verwendeten Init-Level sowie die beim Booten gestarteten Dienste und listet alle temporären Dateien auf, bei denen das Sticky-Bit gesetzt ist. Außerdem erhalten Sie Konfigurationsempfehlungen für Dienste wie Syslog oder Sshd. Zudem prüft Lsat die Zugriffsrechte und stellt fest, bei welchen Dateien das SUID-Bit gesetzt ist. In Sache Benutzerverwaltung ermittelt es unter anderem fehlerhafte Anmeldeversuche und Benutzerkonten, die kein Passwort enthalten. Darüber hinaus schlägt es Konten und Benutzergruppen vor, die Sie bedenkenlos entfernen dürfen.

Informationen zu den jeweiligen Systemchecks finden Sie auf der Webseite des Projekts; eine Manpage bietet Lsat nicht. Nach der Installation ist das Tool sofort einsatzbereit. Eine Konfigurationsdatei gibt es nicht, sämtliche Anpassungen nehmen Sie über Kommandozeilenparameter vor. Mit dem Parameter -x deaktivieren Sie beispielsweise einzelne Prüfungen. Einige Funktionen, wie die Integritätprüfung bei RPM-Paketen, funktionieren nur auf Red-Hat- oder Mandrake-Installationen. Das Prüfergebnis schreibt Lsat in eine Ausgabedatei.

Lsat 0.9.8.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://usat.sourceforge.net

Spielgefährte

Konsolenfans aufgepasst: Playshell 0.2 RC1 bietet auf der Konsole eine einheitliche Benutzerschnittstelle für alle wichtigen Mediaplayer.

An Mediaplayern zum Abspielen von Audio- und Video-Dateien herrscht unter Linux kein Mangel. Jedes davon verfügt über eine eigene Oberfläche sowie individuelle Kommandozeilenparameter und Playlist-Formate. Playshell stellt eine einheitliche, konsolenbasierte Oberfläche zum Verwalten populärer Mediaplayer wie Sox, MPlayer oder VLC bereit und unterstützt zudem auch Audio-Player wie Amp, APlay, Gst123 oder Mpg321 als Backend. Die Entwickler haben das Programm als Shell-Skript mit zahlreichen Funktionen für die Bash ab Version 3.2 implementiert.

Die Konfiguration der einzelnen Player-Backends lagert das Tool in der Datei /etc/playshell/tables/players.table. Für jeden unterstützten Player existiert hier ein Block mit den notwendigen Konfigurationseinstellungen, wie etwa den jeweiligen Kommandoparametern für Start, Stop oder Pause. Über die Option exts legen Sie für jeden Player individuell fest, welche Audio- und Video-Formate er unterstützt. Die übersichtliche und gut strukturierte Konfiguration lässt sich problemlos um eigene Player erweitern. Neben den allgemeinen Optionen speichert das Tool benutzerspezifische Einstellungen wie Cache-Daten oder Abspiellisten unter ~/.playshell.

Beim Aufruf startet Playshell im interaktiven Modus. Über Tastenkürzel pflegen Sie die Playliste, fügen neue Titel hinzu, springen einen Eintrag direkt an oder navigieren in der Liste vor und zurück. Eine Übersicht aller Tastenkürzel erhalten Sie mit [Umschalt]+[ß] oder [H]. Die Kürzel [L] und [Umschalt]+[L] geben den Inhalt der Playliste aus, die Sie mit [Umschalt]+[**4**] und [Umschalt]+[**5**] sortieren. Darüber hinaus unterstützt Playshell auch Funktionen wie Repeat, Loop oder Shuffling. Über [M] und [Umschalt]+[M] wechseln Sie direkt in den Alsa-Mixer wechseln und passen dort die Lautstärke der einzelnen Kanäle an.

Playshell 0.2 RC1

Lizenz: Public Domain

Quelle: http://playshell.sourceforge.net

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