Automatisch

Als Ausgangspunkt für Webseiten bieten sich in Auszeichnungssprachen wie XML, LaTeX, WML, Markdown oder AsciiDoc verfasste Dokumente an. Den aus diesen Daten erzeugten HTML-Code sollten Sie nach dem Export validieren, also auf seine Korrektheit hin überprüfen. Dies geht meist einher mit einer Optimierung, also einer Verschlankung und Vereinfachung des HTML-Outputs [4] und der CSS-Dateien [5]. Für den HTML-Export stehen eine Vielzahl von Werkzeugen und Ausgangsformaten zur Verfügung, von der Wiki-ähnlichen Schreibweise bei Pandoc [6] oder AsciiDoc [7] über DocBook [8] als Zwischenschritt bis hin zum direkten Weg mittels Docbook2html.

Basieren Ihre Dokumente auf LaTeX, kennen Sie sicherlich den Klassiker Latex2html [9] bereits. Da er schon seit 2001 keine Weiterentwicklung mehr erfährt, darf ein Blick auf die Nachfolger TTH ("TEX to HTML translator" [10]), HyperLaTeX [11], PlasTeX [12] und Tex4hht [13] nicht fehlen.

Gehen Sie von XML aus, erweisen sich Saxon [14] und Htc-py [15] als nützliche Helfer. Ein XHTML-Dokument ist per Definition auch ein XML-Dokument; korrekt exportiert, stellt es weder XML-Parser noch die meisten Browser vor Probleme. Allerdings zeigt hier der Internet Explorer oft Schwächen, von daher sollten Sie besser zu HTML5 greifen. Benötigen Sie XHTML5 (etwa aufgrund von SVG oder MathML), dann gelingt das am besten über die Entwicklung polyglotter Dokumente [16].

Validieren

Nur weil das Erstellen der Dokumente automatisiert abläuft, heißt das noch lange nicht, dass die durch den jeweiligen Export entstandenen Dokumente auch alle Konventionen des HTML-Standards einhalten. Zur Sicherheit sollten Sie die Ausgabe immer kontrollieren und dabei sowohl HTML als auch CSS und Javascript mit einbeziehen. Im Ergebnis reduzieren Sie die Fehler in der Darstellung (HTML und CSS) sowie in der Ausführung (Javascript, Ajax, JQuery und JSON). Um die empfangenen Daten zu interpretieren und in eine korrekte Darstellung umzuwandeln, muss der Webbrowser des Lesers somit weniger Aufwand treiben. Als Nebeneffekt ergibt sich eine reduzierte Netzwerklast, da zwischen Webserver und Browser weniger Anfragen und Datenpakete hin- und herwandern müssen.

Als Referenz zum Validieren von HTML-Code gilt der Markup Validation Service des Web-Konsortiums W3C [17]. Über diesen prüfen Sie zuverlässig ganze Webauftritte oder auch nur einzelne HTML-Dateien – Letztere laden Sie über ein Formular hoch. Aus dem detaillierten Ergebnis erkennen Sie auf einen Blick, an welchen Punkten noch Bedarf zum Aufräumen und Nachbessern besteht (Abbildung 2). Der mitunter sehr pingelige XML Schema Validator [18] spezialisiert sich hingegen auf den Dialekt XHTML. Als gute Helfer erweisen sich auch die Firefox-Plugins Validator [19] und HTML Validator [20]. Sie blenden die Ergebnisse der Überprüfung als separates Fenster ein. Die Ergebnisse basieren auf dem Verfahren des W3C in Kombination mit den Werkzeugen Tidy [21] beziehungsweise Tidy für HTML5 [22] und OpenSP [23].

Abbildung 2: Das Ergebnis der Validierung einer bestehenden Webseite mit dem Markup Validation Service des Web-Konsortiums W3C.

Javascript-Code lässt sich weniger leicht auf seine Korrektheit hin überprüfen als HTML. In der Praxis haben sich dafür JSLint [24] und JSHint [25] bewährt, die beide über die Webseite des jeweiligen Projekts ein Textfeld bereitstellen. In dieses übertragen Sie den Javascript-Code und erhalten unverzüglich eine Bewertung der Komplexität des Programmcodes sowie eine Liste der dabei entdeckten Fehler. Für einen Offline-Test existieren neben JSHint auch die Ableger Acorn.js [26] und ESLint [27]. Die Installation der beiden Kommandozeilenwerkzeuge erfolgt jeweils über den Npm-Paketmanager von Node.js und liegt somit außerhalb des Blickwinkels der Paketverwaltung der verwendeten Distribution.

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