Vorbereitete Aktionen

Nach dem Start des Live-Abbilds öffnet sich eine freundliche Begrüßung. Am oberen Bildschirmrand zeichnet das Programm Tint2 eine Taskleiste mitsamt vier virtuellen Desktops. Die Arbeitsumgebungen tragen mit Media Center, Preferences, Works1 und Works2 bereits Namen und besitzen mithilfe von Wallpapoz jeweils unterschiedliche, wechselnde Wallpaper (Abbildung 2). Zwischen den Arbeitsflächen wechseln Sie mit [Alt]+[Tab] oder durch Halten von [Strg]+[Alt] und einen Druck auf die Pfeiltasten nach links oder rechts. Die Namensgebung der virtuellen Arbeitsflächen schränkt sie in ihrer Funktion nicht ein; es macht keinen Unterschied, auf welchem Desktop Sie welches Programm starten.

Abbildung 2: Mit Wallpapoz wählen Sie für jeden virtuellen Desktop ein unterschiedliches Hintergrundbild.

Ein Rechtsklick auf den Desktop-Hintergrund fördert ein sehr umfangreiches Menü zutage, das neben sämtlichen installierten Programmen auch eine Vielzahl an Einstellungsoptionen bietet. Darunter finden sich praktischerweise auch im Editor Geany vorbereitete Optionen zum Editieren der Grub-Einstellungen und der Systemdateien /etc/fstab, /etc/hosts und /etc/resolv.conf. Animationen übernimmt bei Puzzle Linux der Fenstermanager Compiz und nicht etwa KDE, wie man vermuten könnte. Letzteres stellt lediglich den Plasma-Desktop sowie das Widgets-System zur Verfügung. Ein Rechtsklick auf den Desktop-Hintergrund bietet im Untermenü Add Panel noch einmal weitere 14 Funktionsleisten an. Trotz der bunten Desktop-Mischung hält sich die Speicherauslastung in Grenzen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Trotz der bunten Mischung aus Komponenten unterschiedlicher Desktop-Umgebungen hält sich der Speicherverbrauch in Grenzen.

Berühren Sie mit dem Mauszeiger die obere Bildschirmkante, erscheint eine zweite Leiste über der ständig sichtbaren Standardleiste am Kopf des Bildschirms. Sie stammt von ADeskBar, einem zu Openbox gehörenden Programmstarter (Abbildung 4). Hier finden Sie ganz links das Menü sowie direkten Zugriff auf Dateimanager, Webbrowser, E-Mail, Terminal und Einstellungen. Am linken Bildschirmrand befindet sich zudem noch eine dritte Leiste, die über Icons die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten als Server anbietet.

Abbildung 4: Das Hauptmenü von ADeskBar mit Status-Icons der im Hintergrund aktiver Anwendungen und den in Kategorien sortierten Apps.

Problemlose Installation

Puzzle Linux bietet gleich beim Start des Live-Mediums die Installation an. Alternativ starten Sie die Installationsroutine aus dem laufenden Live-System über den Menüpunkt Administration. Die Entwickler raten als Mindestvoraussetzungen zu 2 GByte Hauptspeicher und 16 GByte freiem Platz auf der Festplatte. Der Installer entstammt Ubuntu und verrichtet unspektakulär und zuverlässig seine Arbeit. Nach dem ersten Neustart steht wie üblich zunächst eine Systemaktualisierung an. Dazu richten Sie zuerst im Menü unter System Settings | Network den Internetzugang ein. Danach stoßen Sie das Update entweder über ein Terminal (Abbildung 5) oder über das von Ubuntu bekannte Software-Center an.

Abbildung 5: Die erste Aktualisierung des frisch installierten Puzzle-Linux-Systems spült rund 300 neue Pakete auf die Festplatte.

Einiges bleibt an diesem Puzzle rätselhaft: So meldet der Paketmanager in der Live-Version etwa, dass LibreOffice schon installiert wurde. Beim Versuch, eine Anwendung aus der Bürosuite zu starten, zeigt das System aber nur den Befehl zur Installation des Office-Pakets an (Abbildung 6). Auch die Handhabung der Module lässt eine logische Benutzerführung vermissen. Erst nach dem Aktualisieren aller Pakete in der Live-Version erscheint das Büropaket im Menü und startet auch. Das gleiche Verhalten lässt sich bei Paketen wie Google Chrome und anderen ebenfalls beobachten.

Abbildung 6: Puzzle Linux stellt den Anwender vor das eine oder andere reale Puzzle: Ist LibreOffice nun installiert oder nicht?

Die Paketauswahl von Puzzle Linux geht zum Teil eigene Wege und bietet Software an, die eher nicht zum gängigen Repertoire einer Debian- oder Ubuntu-Distribution gehört. Dazu zählen unter anderem das Adressbuch Dexter, das Nachrichtenportal Newsmap, Calligra und Microsofts Office Live sowie Outlook, Apps für Twitter, Facebook und Google Drive, neben Thunderbird die Mail-Clients Geary und Zoo Mail, das Zeichenprogramm Harmony, Photoshop Express, Soundcloud, Wifi Audio, Oracle Java Mission Control oder der etwas gewöhnungsbedürftige, aber durchaus clevere Programmstarter Kupfer [3], der sich durch Plugins noch erweitern lässt. [4].

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Neues auf den Heft-DVDs
    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial Ihres Rechners. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur topaktuelle Distributionen, sondern auch die passenden Programme zu den Artikeln.
  • Rätselhaft
    Buchstaben- und Zahlenrätsel bringen Spannung in den Alltag. Zeit also, zu prüfen, ob die entsprechenden Programme unter Linux den Ansprüchen genügen.
  • Das Spiel zum Wochenende: Temple of Tangram
    Intermediaware peppt gekonnt ein altes chinesisches Legespiel mit motivierenden Geschicklichkeitseinlagen auf. Das Ergebnis beweist, dass auch bekannte Puzzle alles andere als langweilig sein müssen.
  • Das Spiel zum Wochenende: Puzzle Moppet
    Garnet Games greift das alte Sokoban-Prinzip auf und bringt es in die dritte Dimension. Im entstandenen Puzzlespiel schiebt man mit viel Köpfchen und räumlichem Vorstellungsvermögen dicke Kisten über fliegende Rasenflächen.
  • Das Spiel zum Wochenende: Ortho Robot
    Von unten betrachtet erscheint manch steile Treppe unbezwingbar. Schaut man sie sich jedoch aus der Luft an, wirkt sie wie eine schiefe Ebene, die man einfach nur entlang laufen muss. Mit solch ausgeklügelten Perspektivwechseln spielt auch ein knackiges Denkspiel.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...