Zusatzprogramme

Da Handylinux sich von Debian ableitet, steht Ihnen auch dessen riesiger Software-Fundus zur Verfügung. Handylinux bringt sogar zwei grafische Werkzeuge zur Installation neuer Programme mit: Neben dem altbekannten Synaptic liefern die Entwickler auch das aus Canonical-Beständen stammende Software Center mit, das Programminstallation nochmals deutlich vereinfacht.

Anders als bei Synaptic finden Sie im Software Center keine kryptisch benannten Bibliotheken vor, die in den meisten Fällen sowieso lediglich als Abhängigkeiten von Applikationsprogrammen mit auf die Festplatte wandern. Dadurch schrumpft die Zahl der installierbaren Pakete auf ein überschaubareres Maß. Selbstverständlich löst das Software Center jedoch beim Einrichten neuer Programme auch alle Abhängigkeiten automatisch auf.

Um ein Programm zu installieren, klicken Sie lediglich auf den entsprechenden Programmeintrag. Das Tool öffnet anschließend eine Beschreibung der fraglichen Software, oft ergänzen ein Screenshot sowie Informationen zu Version, Größe und Lizenz der Applikation das Bild. Durch einen Klick auf den Schalter Install oben rechts im Beschreibungsfenster packen Sie die Anwendung auf die Festplatte (Abbildung 3). Ebenso wie Synaptic gestattet auch das Software Center das Löschen installierter Anwendungen. Dazu klicken Sie einfach nach Aufruf des zu löschenden Programms im Hauptfenster auf den Schalter Remove oder stoßen die Deinstallation auch über das Menü File | Remove an.

Abbildung 3: Das Software Center ermöglicht eine einfache Installation neuer Programme.

Finden Sie die gesuchte Anwendung im Software Center nicht, dann weichen Sie auf Synaptic aus, das Sie im Application Finder aus der Gruppe System heraus starten. Synaptic bietet im Vergleich zum Software Center einige zusätzliche Funktionen, wie beispielsweise das automatisierte Aktualisieren von Paketen oder auch eine Reparaturfunktion für fehlerhaft installierte Software. Darüber hinaus liefert Handylinux mit dem Update Manager von Canonical in der System-Gruppe ein weiteres grafisches Tool, um das Betriebssystem stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Man spricht Deutsch

Obwohl Handylinux im Grub-Bootmenü lediglich englische und französische Spracheinstellungen zulässt, können Sie das System auch in die deutsche Sprache lokalisieren. Dazu schalten Sie Grub via [Tab] in den Editiermodus, sobald das Bootmenü erscheint. Der Bootmanager gestattet nun das Editieren der Startparameter. Sie suchen in der Befehlszeile den Parameter locales und ändern diesen in locales=de_DE.UTF-8. Nach einem Druck auf die Eingabetaste startet das Betriebssystem dann in eine deutschsprachige XFCE-Arbeitsumgebung.

Der Willkommensbildschirm ebenso wie das Handylinux-Menü und auch einige Anwendungsprogramme wie LibreOffice und Iceweasel sind dann jedoch noch nicht deutsch lokalisiert. Im Falle der Bürosuite und des Webbrowsers integrieren Sie die deutsche Spracheinstellung nachträglich via Synaptic, indem Sie die Pakete libreoffice-l10n-de und iceweasel-l10n-de installieren. Beachten Sie bitte, dass Sie bei Bedarf für LibreOffice zusätzlich auch die deutsche Rechtschreibprüfung und Hilfetexte in deutscher Sprache nachinstallieren müssen. Eine deutschsprachige Variante des Handylinux-Menüs existiert ebensowenig wie ein lokalisierter Willkommensbildschirm mit Hinweisen für Erstanwender. Nahezu alle anderen Applikationen – einschließlich jener aus dem Gnome-Fundus – erscheinen fortan jedoch nicht mehr fremdsprachig.

TIPP

Handylinux bietet in den XFCE-Einstellmenüs keine Möglichkeit, die Spracheinstellungen über ein grafisches Werkzeug vorzunehmen – hier können Sie lediglich die Tastaturbelegung anpassen. Daher empfiehlt es sich, bei der Installation des Systems auf eine Festplatte ebenfalls die Sprachkonfiguration bereits im Grub-Bootmenü zu definieren.

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