Server und Cloud

Auch die Editionen für Server und Cloud kamen in den Genuss neuer Entwicklungen. Die Server-Edition enthält nun eine neue Server-Rolle [7], die eine Umgebung für PostgreSQL installiert. Die sogenannten RoleKits verpacken eine Server-Rolle so, dass die Installation mit nur einem Mausklick abläuft. Dazu stellt das RoleKit eine stabile D-Bus-Schnittstelle zur Verfügung, um nach der Installation die automatische und dialoggesteuerte Konfiguration der Komponenten zu gewährleisten. Bei jeder Veröffentlichung von Fedora-Server sollen weitere Rollen folgen. Während der Partitionierung des Systems gibt die Server-Edition nun XFS als Dateisystem vor, das besser skaliert und höhere Speicherkapazitäten bietet. Die Installationsroutine bietet alternativ aber weiterhin Ext4 und andere Dateisysteme zur Wahl an.

Fedora Cloud beinhaltet die neuesten Versionen von RPM-OSTree sowie RPM-OSTree-Toolbox [8] und verzahnt diese noch enger mit Red Hats Atomic Host. So lassen sich aus Fedora Cloud heraus mit der RPM-OSTree-Toolbox nun eigene Docker-Container für Atomic Hosts [9] mit einem individuellen Satz an Paketen erstellen. Dazu übernimmt Fedora Cloud den Atomic-Befehlssatz für die Kommandozeile. Somit steuern Sie auch aus Fedora Cloud heraus die Container eines Atomic Host und aktualisieren diese atomar.

Fazit

Fedora 22 konsolidiert die Ergebnisse aus den Umstellungen des Projekts Fedora.next zu Fedora 21 und bringt zudem mit Gnome 3.16 einen weiter aufpolierten Standard-Desktop mit. Das Konzept dieser Umstellung beschreibt Gnome-Entwickler Christian Schaller in seinem Blog [10] als den Weg von "bleeding edge" zu "leading edge" recht treffend.

Fedora selbst wirkt mit Workstation 22 durch die Aufteilung in drei Kernkompetenzen stabiler als zu Zeiten vor der Trennung. Damals schien Fedora in erster Linie die Entwicklungs- und Experimentierumgebung für Red Hat Enterprise Linux zu sein; Stabilität stand dabei erkennbar an zweiter Stelle. Hier beginnt eine fühlbare Verschiebung der Paradigmen zu greifen, die Fedora als Distribution für neue Anwenderschichten erschließen soll. Auch an der Zuverlässigkeit der Veröffentlichung hat Red Hat gearbeitet, Fedora 22 kam mit "nur" einer Woche Verspätung auf den Markt.

Zu diesem positiven Ausblick passt allerdings die Installationsroutine Anaconda nicht so recht. Alles andere als die Installation auf die gesamte Festplatte gestaltet sich für unerfahrene Anwender zum Geduldsspiel – das schränkt den potenziellen Nutzerkreis unnötig ein. Ansonsten treibt Fedora 22 die Einführung von Wayland weiter voran. In dem in sechs Monaten anstehenden Fedora 23 soll der neue Display-Server zum Standard avancieren. Bei Gnome 3.16 fällt auf, dass die Bedienung per Tastatur immer mehr in den Fokus der Entwickler rückt, die Steuerung per Maus erscheint nicht ganz so flüssig.

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