Partitionierung

Der größte Kritikpunkt an Fedora war und bleibt der Installer Anaconda. Er nutzt nun standardmäßig DNF-Code, doch dieser Schritt hilft Einsteigern bei der nur schwer zu durchschauenden Nutzerführung des Programms nicht weiter. Vor allem das Partitionieren gestaltet sich durch die Verschachtelung der Optionen nach wie vor recht undurchsichtig, obwohl hier in den letzten Versionen erläuternde Texte hinzukamen.

Am einfachsten gelingt die Variante, Fedora die ganze Festplatte übernehmen zu lassen. Eine weitere Option, die bei einem vorinstallierten Windows lediglich den vorhandenen freien Plattenplatz nutzt oder vorhandene Linux-Partitionen überschreibt, überzeugt ebenfalls durch eine schlanke Benutzerführung. Die benutzerdefinierte Variante bedarf allerdings eines erfahrenen Nutzers – oder Zeit für die Einarbeitung per Versuch und Irrtum. Im Automatikmodus erstellt Fedora standardmäßig eine Bootpartition und installiert LVM.

Wayland als Login-Session

Die Installation unter Verwendung der gesamten Festplatte dauert auf einem Notebook mit herkömmlicher HDD-Festplatte rund zehn Minuten. Der Login bietet die Wahl zwischen Gnome, Gnome Classic und dem neuen Standard Gnome Wayland [5] als Sitzung. Kommt das System nicht mit Wayland zurecht, fällt Gnome automatisch auf X-Wayland zurück. Sowohl Wayland als auch der Fallback X-Wayland arbeiten mit der Bibliothek Libinput [6] zusammen, wenn es um das Erkennen und Einbinden von Eingabegeräten geht.

Der erste Reboot fragt noch einmal die Lokalisierung ab, danach wählen Sie bei Bedarf das WLAN aus und geben das entsprechende Passwort ein. Vorbildlich fragt Fedora anschließend die Einstellungen zum Datenschutz ab. Ortungsdienste und automatische Problemberichterstattung sind zwar von Haus aus aktiv, lassen sich hier aber mit zwei Mausklicks abstellen. Daraufhin bietet Fedora das Einrichten weiterer Online-Konten an, darunter Facebook, Google, Windows Live und Owncloud. Überspringen Sie diesen Schritt, lassen sich solche Konten auch noch nachträglich in den Einstellungen hinzufügen.

Das System läuft auch mit Wayland stabil, allerdings ließ sich ein Absturz gezielt reproduzieren: Der Routenplaner der Karten-App (Abbildung 8) sorgte nach Eingabe von Start und Ziel für einen Neustart der grafischen Umgebung. In einer herkömmlichen X-Sitzung blieb das System beim selben Vorgang stabil. Bei Fedora 23 soll Wayland den X.org-Server als Standard ablösen – das lässt noch ein halbes Jahr Zeit, Unebenheiten auszubügeln.

Abbildung 8: Bei der Karten-App zeigt sich, dass Wayland noch nicht ganz rund läuft. Eine Wayland-Sitzung stürzt beim Anzeigen der Route ab.

Systemd in der neuesten Version 219 fällt nicht unangenehm auf. Ein beherztes journalctl -xb zur Abfrage des Bootlogs in einem Terminal als einfacher User zeigte wie gewünscht das Log. Im Gegensatz zu Debian hat Fedora seine Hausaufgaben gemacht und erschließt die Systemd-Funktionen auch dem normalen Anwender, Root-Befugnisse braucht es nicht für jeden Vorgang. Auch das Versetzen in den Standby (Suspend to RAM) durch Schließen des Notebook-Deckels sowie das Aufwachen daraus funktionierte auf dem Testgerät einwandfrei und zügig.

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