ZoneMapper

Als zentrales Werkzeug von Lightzone fungiert der ZoneMapper. "Zone" bezieht sich dabei auf die sogenannten Adams-Zonen [2], die der amerikanische Naturfotograf Ansel Adams für die Schwarzweiß-Fotografie entwickelte, um eine optimale Belichtung auch bei kontrastreichen Motiven sicherzustellen. Dieses Werkzeug ist beim Wechsel in den Editor automatisch aktiv, aber zunächst blockiert. Nach dem Freischalten über Unlock wandelt sich die Ansicht in den Arbeitsmodus des Tools (Abbildung 7): Links befindet sich eine Skala von 16 Tonwerten, rechts daneben eine modifizierbare "Treppe" mit diesen Tonwerten, deren "Stufen" Sie mit der Maus beliebig verschieben.

Abbildung 7: Der ZoneMapper wirkt immer zusammen mit dem ZoneFinder, der Vorschau darüber. Diese Vorschau zeigt im Bild die Zone, über der sich der Mauszeiger befindet.

Um beispielsweise den Weißpunkt – die maximale Helligkeit im Bild – zu optimieren, suchen Sie zunächst mit der Maus über der Zonentreppe die höchste Stufe heraus, bei der sich in der Vorschau noch eine gelbe Markierung zeigt. Diese zeigt an, wo die Bildbereiche liegen. Verschieben Sie nun die Kante der entsprechenden Zone an den oberen Rand des Fensters mit der Treppe. Das bewirkt, dass die hellsten Bereiche im Bild als reines Weiß erscheinen. Genau umgekehrt verfahren Sie mit dem Schwarzpunkt: Hier erscheinen die dunkelsten Bereiche in reinem Schwarz, sobald Sie die entsprechende Stufe an den unteren Rand verschieben.

Auf diese Weise verschieben Sie jede Stufe beliebig und verändern damit die Helligkeiten und den Kontrast im gesamten Bild. Das Zusammenschieben zweier Stufen verringert den Kontrast dazwischen, ein Spreizen erhöht ihn. Mit dem kleinen Kreuzchen am rechten Rand der Stufe löschen Sie eine nicht mehr benötigte Stufenfixierung.

TIPP

Oft bietet es sich an, beim ZoneMapper mit so wenig Stufen wie möglich anzufangen, um die Übersicht zu behalten. Bei Bedarf fügen Sie dann zusätzliche Stufen ein.

Unterhalb der Treppe schalten die Schaltflächen Luminosity und RGB um, in welchem Farbraum Sie das Zonensystem anwenden. Falls das Bild sehr satte (fast vollständig gesättigte) Farben enthält, sollten Sie RGB verwenden, ansonsten stellt Luminosity die bessere Wahl dar. Es besteht zudem die Möglichkeit, mehrere ZoneMapper gleichzeitig in einem Bild zu verwenden. Das funktioniert oft besser, als zu versuchen, alle Einstellungen in einem ZoneMapper zu erledigen. Ein Video-Tutorial [3] erläutert das Verfahren.

Relight-Tool

Das zweite wichtige Werkzeug des Programms ist das Tool Relight (Abbildung 8), das nachträglich die Belichtung eines Bilds verändert. Im Unterschied zu ZoneMapper, das die Helligkeitszonen im Bild zunächst unverändert anzeigt, bewirkt das Relight-Tool beim Aufruf sofort eine Veränderung der Helligkeiten. Während der ZoneMapper die Helligkeiten global ändert, wirkt Relight gezielt auf Lichter, Schatten und Mitten ein.

Abbildung 8: Das Relight-Tool wirkt auf die Lichter, Schatten und Mitten.

Fünf Schieberegler steuern die wichtigsten Funktionen des Werkzeugs. Sie sollten das Tool vorab an mehreren Bildern – hellen, dunklen, flauen, kontrastreichen – ausprobieren, um ein Gefühl für die Wirkung zu bekommen. Mit einiger Erfahrung erlaubt Relight einen intuitiven Einsatz [4].

Im unteren Teil des Dialogs finden Sie zwei wichtige Gruppen von Funktionen: Tool Settings enthält neben der oben beschriebenen Funktion Invert Masks die Blending Modes. Sie entsprechen den Ebenen-Modi in Gimp. Analog stellen Sie die Deckkraft über Tool Opacity ein. Der Reiter Color Selection (Abbildung 9) steuert die Farbauswahl; normalerweise wirken die hier getroffenen Einstellungen auf das gesamte Bild. Lightzone bietet aber an, die Auswahl sowohl im RGB- als auch im Luminosity-Kanal vorzunehmen.

Abbildung 9: Über die Farbauswahl haben Sie einen direkten Zugriff auf Bereiche mit bestimmten Eigenschaften.

Die Auswahl erfolgt mit einem Mausklick auf einen Punkt im Hauptfenster, an dem die Farben und Helligkeiten denjenigen entsprechen, die Sie auswählen wollen. Dafür aktivieren Sie zuvor mit einem Klick die Pipette; mit der Schaltfläche daneben setzen Sie die Einstellungen zurück. Über zwei Checkboxen steuern Sie, ob die Auswahl anhand des Farbtons erfolgen soll (oben) oder anhand der Leuchtkraft (unten). Anstelle von All legen Sie bei Bedarf einzelne Farbtöne fest, die Sie für die Auswahl berücksichtigen möchten. Im nächsten Schritt ändern Sie über Range und die drei Schiebereglern darunter, wie weich die Auswahl erfolgt.

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