Cockpit

Den zweiten Kandidaten dieser Umschau von Server-Tools für Heimanwender stellt Fedora in Form der Cockpit Management Console [4] bereit. Cockpit erlaubt mehr als nur reines Monitoring und lässt sich vom Umfang her eher mit Webmin [5] vergleichen. Red Hat stellte das Webfrontend offiziell in Fedora 21 vor, allerdings in der dabei erstmals separat erhältlichen Server-Variante.

In der Server-Edition, die von Haus aus installiert ist, müssen Sie Cockpit für Fedora-Workstation manuell nachziehen; ein simples sudo yum install cockpit beziehungsweise sudo dnf install cockpit ab Fedora 22 erledigt das. Bei dieser Gelegenheit spielt die Paketverwaltung auch die Container-Verwaltung Docker ein. Nach der Installation müssen Sie Cockpit noch mithilfe der Befehle aus Listing 5 mit Systemd bekannt machen.

Listing 5

$ sudo systemctl enable cockpit.socket
$ sudo systemctl start cockpit

Bei Fedora 21 war es in der Workstation-Variante noch notwendig, die Firewall für Cockpit zu öffnen und die Sicherheitserweiterung SELinux abzuschalten – beides entfällt bei Fedora 22. Für die Anmeldung in Cockpit benötigen Sie allerdings nach wie vor ein richtiges Root-Passwort. Sollten Sie bisher darauf verzichtet haben, dann holen Sie das mit sudo passwd nach.

Anschließend erreichen Sie die Hauptansicht von Cockpit (Abbildung 3) lokal unter der URL http://localhost:9090 oder auf einem entfernten Rechner über http://IP:9090. Als Zugangsdaten geben Sie für den Anwender root und als Passwort das zuvor vergebene Root-Passwort ein.

Abbildung 3: Cockpit stellt wie Linux Dash den Verlauf der wichtigsten Systeminformationen als Graph dar.

Chef im Cockpit

Das Webinterface von Cockpit gliedert sich in mehrere Teile. In der links angeordneten Seitenleiste finden Sie Werkzeuge zum Verwalten und Überwachen des Systems, die sich ähnlich wie bei Linux Dash in die sechs Bereiche System, Services, Container, Journal, Networking und Storage aufteilen. Unterhalb davon findet sich noch die Administration des Panels selbst sowie eine Zugriffsmöglichkeit auf ein Terminal.

Im Reiter System erscheinen die wichtigsten Systeminformationen wie CPU- und Speicherauslastung, Festplattendurchsatz und Netzwerkverkehr als fortlaufend aktualisierte Graphen. Hier binden Sie auch weitere Server ein oder starten das System neu beziehungsweise schalten es gleich ganz ab. Services zeigt die Dienste und den derzeitigen Zustand an, Container erlaubt die Überwachung von Docker-Containern.

Unter Journal verfolgen Sie die von Systemd und Journald erstellten Logs. Networking stellt Daten zum ein- und ausgehenden Netzwerkverkehr dar, filtert netzwerkspezifische Informationen aus dem Journal (Abbildung 4) und erlaubt das Anlegen einer Netzwerkbrücke oder eines VLAN. Der Reiter Storage zeigt die Belegung der eingebundenen Festplatten und hilft beim Anlegen eines RAID-Verbunds oder beim Zusammenfassen von mehreren Partitionen zu einer Logical Volume Group (VG).

Abbildung 4: Im Gegensatz zu Linux Dash zeigt Cockpit jedoch auch Informationen aus den Logs an.

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