Retro?

Bei jedem der drei großen Desktops Unity, KDE und Gnome spielt die Desktop-Konvergenz eine große Rolle, also die Eignung der gleichen Software für unterschiedliche Geräteklassen (Smartphones, Tablets und klassische Desktops). Die dafür neu geschaffenen Bedienkonzepte erfordern eine gewisse Umgewöhnung.

Dabei waren viele Desktop-Anwender, unter ihnen Linux-Schöpfer Linus Torvalds, mit dem Gnome-2-Desktop zufrieden und wenig motiviert, sich mit neuen Bedienparadigmen anzufreunden. Für sie wie geschaffen ist der Mate-Desktop (Abbildung 4), ein weiter gepflegter Fork des alten Gnome 2. In der Inkarnation Ubuntu Mate kombiniert er die altbekannte Desktop-Oberfläche aus Ubuntu 10.10 mit einem aktuellen und fehlerbereinigten System.

Erscheint Ihnen das klassische Gnome-2-Startmenü zu spartanisch, dann ersetzen Sie es durch das Advanced Mate Menu, das sich lose am KDE-Startmenü orientiert, beziehungsweise durch das Gnome-Hauptmenü aus OpenSuse. Beides gelingt per Rechtsklick oder über die Panel Layouts des Tools Mate Tweak (Abbildung 10), das den altgedienten Desktop auch mit sparsamen 3D-Effekten aufmöbelt. Dank Bugfixes in GTK funktioniert in Ubuntu Mate 15.04 auch die Multi-Monitor-Unterstützung ordentlich.

Abbildung 10: Per Mausklick formt das Mate-Tweak-Tool Taskleisten wie in Gnome 2, dem System aus Redmond oder Eleven, womit OS X mit seinem charakteristischem Dock gemeint ist.

Minimalisten

Wie Mate bleiben auch die minimalistischen Desktop-Umgebungen LXDE (Abbildung 11) und XFCE (Abbildung 12) dem klassischen Layout mit Startmenü und Desktop-Leiste treu. Beide zielen mit einem Speicherverbrauch um die 250 MByte auf ältere Desktop-Rechner ab und achten auch bei Dienstprogrammen wie Dateimanager und Konsole auf sparsame Ressourcennutzung.

Abbildung 11: Sparsam: Lubuntus LXDE-Desktop kommt nach dem Start mit 200 MByte Hauptspeicher aus.
Abbildung 12: Der XFCE-Desktop in Xubuntu bietet mehr Funktionen als das minimalistische LXDE. Das System belegt nach dem Start trotzdem weniger als 300 MByte Arbeitsspeicher.

Auch in Sachen Anwendungen richten sich Lubuntu und Xubuntu an alter Hardware aus: So kommen statt LibreOffice die Textverarbeitung Abiword und die Tabellenkalkulation Gnumeric zum Zug. Da beide Flavours Zugriff auf die vollen Ubuntu-Software-Repositories haben, rüsten Sie bei Bedarf über das Software-Center die üblichen Standardprogramme nach.

Die LXDE-Entwickler migrieren ihren Desktop gerade auf das grafische Toolkit Qt. Daher bringt der Lubuntu-Desktop 15.04 außer dem aktualisierten Ubuntu-Unterbau keine Neuerungen mit. Die Ubuntu-Entwickler sprechen von einem "Bugfix Release". Auch bei Xubuntu schaffte es das aktuelle XFCE 4.12 nicht mehr in die neue Ausgabe. Gegenüber dem Vorgänger bleibt es daher bei kleinen Nachbesserungen wie einer aufpolierten Multi-Monitor-Unterstützung oder einer Keyboard-Navigation im Dateimanager Thunar.

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