Großer Sprung bei KDE?

Als erste Massendistribution wagt Kubuntu – noch vor Fedora – den Sprung auf KDE 5, genauer gesagt auf Version 5.2 der Plasma-Shell. Shell steht für die Desktop-Oberfläche im engeren Sinn, ohne Programme wie den Dateimanager. Die KDE-Entwickler haben sich entschieden, die Shell und Begleitprogramme voneinander zu entkoppeln. Anwendungsentwickler folgen bei der Portierung auf die nächste Version der KDE-Bibliotheken ihrem eigenen Zeitplan. KDE 5 als übergreifende Versionsnummer für das gesamte Desktop-Paket wird es also nie geben.

In der Praxis dürfte außerdem in nächster Zeit der KDE-SC-4-Unterbau parallel zur neuen Version installiert bleiben. Sofern ein Distributor die Standardeinstellungen richtig wählt, so wie es Canonical getan hat, sieht man Programmen nicht an, unter welcher KDE-SC/Plasma-Variante sie laufen. Bereits portiert wurden die Editoren Kate und KWrite, das Terminal Konsole und der Bildbetrachter Gwenview. Der Rest der Programme nutzt noch die KDE-4-Bibliotheken und Qt4. Der Nachteil der etwas höheren Speicherbelegung lässt sich auf jeden Fall leichter verschmerzen als die massiven Probleme beim Sprung von KDE 3 auf KDE 4.

Neue Optik

Nach dem ersten Start von Kubuntu fällt das neue Standard-Theme namens Breeze ins Auge. Wie aktuelle Windows- und iOS-Versionen präsentiert es sich im sogenannten Flat-Design, das mit Schatten und 3D-Effekten sparsam umgeht. Der alte Oberflächenstil Oxygen bleibt aber weiter an Bord (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die augenfälligste Änderung von KDE 5, den neuen Standard-Stil Breeze, dürfen Sie durch den immer noch mitgelieferten alten Oxygen-Stil ersetzen.

Vieles bleibt im Vergleich zu KDE 4 aber beim Alten, so auch die gewohnte untere Taskleiste mit Startmenü. Auch in der neuen Version bleibt der Desktop weitestgehend konfigurierbar. Nach wie vor lassen sich die Leisten und die Plasmoiden, etwa Startmenü oder Fensterleiste, frei platzieren – die Plasmoiden wahlweise auf einer Leiste oder auf dem Desktop. Allerdings gibt es bisher nur wenige Plasmoiden für Plasma 5, was im Moment die größte funktionale Einschränkung darstellt.

Beispielsweise fehlt das Plasmoid Suchen und Ausführen noch, das den Desktop in einen für Touchscreens, aber auch hakelige Touchpads geeigneten flächigen Anwendungsstarter verwandelt. Allerdings bietet der verbesserte, ganz traditionell mit [Alt]+[F2] aufgerufene Anwendungsstarter Krunner (Abbildung 7) vollwertigen Ersatz: Er sucht längst nicht mehr nur nach Programmen, sondern auch nach Schlagwörtern in Dokumenten, Systemeinstellungen und vielem mehr.

Abbildung 7: Der KDE-Anwendungsstarter durchsucht nun mehr Datenquellen und sortiert die Ergebnisse sinnvoller.

Ganz so stabil wie sein Vorgänger wirkt Plasma 5 aber noch nicht: Im Test stürzte die Umgebung einige Male ab, startete aber schnell von selbst wieder neu. Die Entwickler präsentieren die neue Major-Version der Öffentlichkeit auf jeden Fall in einem weit besseren Zustand als seinerzeit KDE 4.1 und 4.2.

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