Fazit

Sophos macht mit seinem Virenscanner für Linux vieles richtig: Er arbeitet unauffällig im Hintergrund und warnt den Anwender nur bei einem tatsächlichen Virenbefall; das bei Windows-Virenscannern oft gezeigte Sicherheitsspektakel bleibt bei Sophos für Linux aus. Das Programm belegt allerdings mehr als 600 MByte auf der Festplatte und nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Arbeitspeicher: Die zwei Prozesse des Sophos-Daemons genehmigen sich selbst im Leerlauf rund 350 MByte RAM.

Um den Einfluss des Virenscanners auf die Schreib- und Leseleistung des Systems zu testen, kopierten wir den Quellcode des Linux-Kernels 4.0 in einem Gigabit-Ethernet-LAN via SCP auf einen Test-Rechner mit Debian 7.5 und Sophos Anti-Virus für Linux. Ohne Virenschutz war der Transfer der in etwa 52 000 Dateien aufgeteilten 564 MByte nach knapp 5 Minuten abgeschlossen. Bei aktiviertem On-Access-Scanner verdoppelt sich die Dauer des Kopiervorgangs beinahe (siehe Tabelle "Einfluss des On-access-Scanners"). Dabei erwiesen sich die zusätzlichen Festplattenzugriffe als Flaschenhals; der CPU verblieben während des Datentransfers ausreichend Ressourcen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Bei viel Aktivität auf der Festplatte beeinträchtigen die zusätzlichen Dateizugriffe des Virenscanners die Schreib- und Leseleistung.

Einfluss des On-access-Scanners

Aktion Dauer (min) Transferrate (Mbit/s) Vergleich (%)
Ohne On-access-Scanner
SCP Empfangen 4:57 15,18 100
SCP Senden 6:23 11,77 100
Mit On-access-Scanner
SCP Empfangen 8:56 8,41 55,4
SCP Senden 10:14 7,34 62,4

Welche Viren?!?

Nun bleibt eigentlich nur noch die Frage, wer denn Sophos Anti-Virus für Linux "Free" installieren sollte – vielen Linux-Einsteigern kribbelt es mit Sicherheit schon den Fingern. Sophos macht auf der Homepage des Produkts allerdings keine großen Versprechungen: Das Programm sucht lediglich nach Schadprogrammen, die es auf Windows-Rechner, Macs und Android-Smartphones und Tablets abgesehen haben. Über Schadprogramme für Linux verliert der Hersteller kein Wort.

Auch Sophos rechnet offensichtlich nicht damit, dass in absehbarer Zeit eine Viren-Pandemie unter Linux ausbricht. Der Scanner richtet sich also weiterhin eher an Anwender, die an einen Fileserver angeschlossene Windows-Rechner absichern möchten. Alternativ lässt sich mit dem Sophos-AV-Scanner auch verhindern, dass Sie mit Schädlingen infizierte Daten weiterreichen. In diesem Fall verzichten Sie allerdings besser auf den leistungshungrigen On-access-Scanner und untersuchen verdächtige Daten nur bei Bedarf.

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Kommentare
Herzlichen Dank
Patrick (unangemeldet), Samstag, 20. Juni 2015 16:45:39
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Dankeschön ! Hat mir sehr geholfen ;)


Bewertung: 237 Punkte bei 134 Stimmen.
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Re: Herzlichen Dank
MartinN (unangemeldet), Sonntag, 13. März 2016 07:45:17
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Danke für diesen Artikel.
Ich habe mich mit der Materie Linux nicht all zu lange beschäftigt. Doch es ist schon sehr auffällig, dass die meisten Viren-Scanner für Windows (Quelle: http://test-virenscanner.de/) angeboten werden. Mac und Linux sind anscheinend zu komlimentär geschrieben....Windows scheint wie immer Tür und Hof zu öffnen....bis heute hat Microsoft das Problem nicht bewältigen können.


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