AA_123rf-30817842_DmitryTravnikov-123RF.jpg

© Dmitry Travnikov, 123RF

Dell Precision M3800 und Tuxedo Book XC1505 im Test

Frisch serviert

In unserem Test treten die beiden aktuellen Notebooks Dell Precision M3800 und Tuxedo Book XC1505 gegeneinander an. Beide bieten sich als Ersatz für einen Desktop-PC an und starten ein vorinstalliertes Ubuntu.

In jedem der Testkandidaten werkelt ein leistungsstarker Intel-Prozessor der Core-i7-Reihe mit vier Kernen; dank Hyperthreading sieht das Betriebssystem sogar acht logische Prozessoren. Die Bildschirmdiagonale misst in beiden Fällen 15,6 Zoll, die Grafikausgabe läuft standardmäßig jeweils über die im Prozessor integrierte Intel-Grafikeinheit HD Graphics 4600 und den quelloffenen i915-Treiber. Ubuntu gibt auf beiden Geräten das Bild in der maximal möglichen Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten (Full-HD) aus. Sowohl Dell als auch Tuxedo bieten gegen Aufpreis auch Displays mit höheren Auflösungen an, bis hin zu Quad-Full-HD mit 3840 x 2160 Pixeln.

Als Betriebssystem meldet sich jeweils Ubuntu 14.04 LTS in der 64-Bit-Variante. Bei Tuxedo Computer dürfen Sie als Käufer im Online-Shop alternativ aber auch das aktuelle Ubuntu-Release, Kubuntu und Xubuntu (LTS oder aktuell), Linux Mint oder OpenSuse vorinstallieren lassen.

Technische Daten

Modell Dell Precision M3800 Tuxedo Book XC1505
Preis des Testgeräts 2279 Euro 1900,80 Euro
Prozessor Intel Core i7-4712HQ Intel Core i7-4720HQ
Hauptspeicher 16 GByte (2 x 8 GByte) 32 GByte (4 x 8 GByte)
Bildschirmdiagonale 15,6 Zoll 15,6 Zoll
Chipsatzgrafik Intel HD Graphics 4600 Intel HD Graphics 4600
Grafikkarte Nvidia Quadro K1100M Nvidia GeForce GTX 970M
Boot-Modus UEFI (kein Secure-Boot) BIOS
SSD 256 GByte (SanDisk X110) 250 GByte (Samsung 850)
Festplatte keine 1 TByte (Western Digital Blue)
WLAN und Bluetooth Intel Wireless AC 7260 Intel Wireless AC 7265
Ethernet Gigabit Gigabit
USB-Anschlüsse 1 USB 2.0, 2 USB 3.0 3 USB 3.0, 1 USB 3.0/eSATA
Speicherkartenleser ja ja
Audio-Anschlüsse Headset Mikrofon, Kopfhörer, S/PDIF
Eingebautes Mikro / Kamera ja / ja ja / ja
Monitoranschluss HDMI HDMI, Mini-DisplayPort
über Adapter

Dell Precision M3800

Der Deckel des Dell Precision M3800 besteht aus mattem Metall, die Unterschale aus schwarzem Plastik. Das komplette Notebook wirkt insgesamt recht robust und gut verarbeitet (Abbildung 1). Der beiliegende Quick Start Guide besteht aus einem kleinen Faltblatt, das pikanterweise lediglich die Inbetriebnahme von Windows erklärt sowie alle Anschlüsse erläutert. Informationen zu Ubuntu liefert Dell gut versteckt und ziemlich spärlich lediglich online in seiner "Knowledge Base" [1].

Abbildung 1: Das Display des Dell Precision M3800 spiegelt vor allem in dunkler Umgebung, bietet im Gegenzug aber auch leuchtende Farben und ist in der höchsten Einstellung etwas heller als das Tuxedo-Notebook.

Die Handballen liegen beim Tippen neben dem Touchpad auf einer angenehm weichen, gummierten Oberfläche. Durch den Handschweiß dürfte diese jedoch schnell speckig werden, wie Erfahrungen mit ähnlich überzogenen Eingabegeräten vermuten lassen. Das Testgerät verfügte über eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und englischem Layout, in Dells Online-Shop ist das M3800 aber auch mit einer deutschen Tastaturbelegung erhältlich [2].

Die einzelnen Tasten liegen etwas weiter auseinander als beim Tuxedo. Dank gut spürbarem Druckpunkt gestaltet sich das Schreibgefühl angenehm. Die Funktionstasten in der obersten Reihe lösen standardmäßig Sonderfunktionen aus, wie etwa die Lautstärkeregelung. Um eine Funktionstaste wie [F2] zu aktivieren, müssen Sie gleichzeitig [Fn] betätigen – insbesondere in Office-Anwendungen sehr lästig. Auf dem Tuxedo-Notebook sind die Tasten erfreulicherweise genau andersherum belegt.

Anschluss gesucht

Das Precision M3800 verfügt über je eine Thunderbolt- und USB-2.0- sowie zwei USB-3.0-Schnittstellen. Des Weiteren gibt es einen Speicherkartenleser und einen Anschluss für ein Headset. Auch eine eingebaute Webcam nebst Mikrofon fehlt nicht. Externe Monitore lassen sich ausschließlich per HDMI anschließen. Als Prozessor versieht ein Intel Core i7-4712HQ mit 2,3 GHz Basistakt seinen Dienst, der auf insgesamt 16 GByte Hauptspeicher zugreifen darf.

Vom Einschalten bis zum Erscheinen des Login-Bildschirms vergingen im Test knapp 17 Sekunden; ein Aufkleber auf der Verpackung unseres Testgeräts verriet handschriftlich den Benutzernamen und das Passwort. Nach dem Anmelden erschien automatisch der Assistent aus Abbildung 2. Mit ihm lässt sich das Notebook in seinen Auslieferungszustand zurückversetzen und vorbeugend ein Betriebssystemwiederherstellungsdatenträger erstellen.

Den Firefox-Browser von Ubuntu hat Dell gegen Chromium ausgetauscht. Darüber hinaus findet sich in den Paketquellen ein spezielles, auf den Canonical-Servern beheimatetes Dell-Repository, das unter anderem eine Kamera- und eine Gallery-App ausliefert. Die Kamera-App zeigt lediglich das laufende Bild an und schießt per Mausklick ein Foto (Abbildung 3). Der Zugriff auf die Webcam gelang aber auch aus anderen Programmen, wie beispielsweise Cheese. Die Gallery-App präsentiert alle Bilder aus dem gleichnamigen Ordner (Abbildung 4). Zudem kann sie einzelne Fotos "automatisch verbessern" und löschen.

Abbildung 2: Nach dem ersten Start des Precision M3800 meldet sich der Dell-Wiederherstellungsassistent. Zudem hat Dell das Ubuntu-System leicht angepasst.
Abbildung 3: Sowohl Dells spezielle Kamera-Applikation, als auch …
Abbildung 4: … das zugehörige Gallery-Programm bieten nur rudimentäre Funktionen.

Ein Netzwerkkabel lässt sich nur über den mitgelieferten USB-auf-Ethernet-Adapter anschließen. Den Adapter erkennt Ubuntu problemlos – vorausgesetzt, Sie stöpseln ihn erst nach dem Einschalten des Geräts ein. Beim Aufwecken aus dem Energiesparmodus sowie bei einem Warmstart stellt Ubuntu hingegen die Verbindung über den Adapter sofort wieder her. Der Hersteller des Netzwerkchips ließ sich nicht ermitteln; unter Linux meldet sich der Adapter nur als Network Interface. Den für WLAN und Bluetooth zuständigen Baustein erkennt Ubuntu korrekt als Intel Wireless AC 7260. Er unterstützt die WLAN-Standards 802.11/a/b/g/n/ac sowie Bluetooth 4.0.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Zweimal unendlich
    Digitale Nomaden brauchen einen schnellen, mobilen Computer. Das InfinityBook Pro 13 des deutschen Linux-Spezialisten Tuxedo erfüllt genau diese Anforderung.
  • Dicker Wälzer
    Das Tuxedo Book XC1707 soll einen sperrigen Desktop-PC gleichwertig ersetzen. Der 17-Zoll-Laptop bietet Platz für bis zu vier Massenspeicher, verfügt über eine schnelle CPU mit Nvidia-GPU und kommt von Haus aus mit Linux.
  • 14-Zöller von Tuxedo mit langer Laufzeit und passiver Kühlung
    Der auf Linux-Rechner spezialisierte Hardware-Hersteller Tuxedo hat ein neues Notebook-Modell angekündigt. Das InfinityBook 14 besitzt eine passive Kühlung und soll besonders lange Laufzeiten aufweisen.
  • Unendlich Linux
    Mit Linux vorinstallierte Laptops waren früher oft lieblos zusammengewürfelte Kisten. Das Tuxedo InfinityBook dagegen glänzt mit hoher Leistung, einem guten Display und voller Linux-Kompatibilität.
  • Tuxedo Book BC1501 und DX1701
    Der Versandanbieter Linux-Onlineshop.de bietet eine breite Palette an Rechnern mit vorinstalliertem Linux an. Wir haben uns zwei besonders interessante Notebooks näher angesehen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...