Zwei auf einen Schlag

Ein geschicktes Kombinieren der Operatoren ermöglicht es darüber hinaus, zwei Kanäle gleichzeitig umzuleiten. Möchten Sie die Standardausgabe des eben gezeigten Find-Befehls in eine Datei schreiben, ohne dabei auch sämtliche Fehlermeldungen zu protokollieren, schreiben Sie einfach:

$ find /home -name "*.tex" > findausgabe 2> /dev/null

Der doppelte Operator >>, der nicht existierende Dateien erstellt oder an bestehende Files anhängt, darf auch in diesem Szenario zum Einsatz kommen. Wie das für die Standardausgabe geht, haben Sie schon gesehen. Auf die gleiche Weise setzen Sie den Doppelpfeil bei der Standardfehlerausgabe ein:

$ find /home -name "*.tex" > findausgabe 2>> fehler

Dieses Kommando sorgt dafür, dass die eigentlichen Ausgaben des Kommandos in der Datei findausgabe landen, die Fehlermeldungen jedoch in einem File namens fehler.

Röhrensystem

Mit sogenannten Pipes sparen Sie oft weitere Arbeitsschritte ein, indem Sie die Ausgabe eines Befehls direkt an ein anderes Programm weiterleiten, ohne den Umweg über das Umleiten in eine Datei. Dabei steht das Pipe-Zeichen ([AltGr]+[<]) zwischen den einzelnen Befehlen, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:

$ ls /etc | less

Die Ausgabe von Ls erscheint nun nicht mehr im Terminal, sondern direkt im Pager Less, der sie seitenweise anzeigt und so das bequeme Auf- und Abblättern ermöglicht. Besonders häufig kommt die Pipe auch zum Einsatz, um eine bestimmte Ausgabe mit Grep zusammen nach Zeichenketten zu durchsuchen, zum Beispiel:

$ find debian -name "*.png" | grep --color apt

Dieses Kommando fahndet im Ordner debian zunächst nach allen Dateien, die auf .png enden, und leitet die Ausgabe direkt an Grep weiter. Das sucht nach der Zeichenkette apt und färbt die Treffer dank der Option --color Rot ein (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Ausgabe des Find-Kommandos wandert ohne Umwege über die Shell an das Tool Grep.

Auch dem Einsatz mehrerer Pipes steht nichts entgegen. Der folgende Befehl listet den Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses einzeilig auf, leitet das Ergebnis wieder an das Programm Grep weiter, sucht nach der Zeichenkette .jpg, und zählt anschließend die Treffer:

$ ls -1 ~ | grep .jpg | wc -l
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So finden Sie also ohne langes Suchen heraus, dass sich zwölf JPG-Dateien direkt im Home-Verzeichnis befinden.

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