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Großes Potenzial zum Beschleunigen des Seitenaufbaus bietet das Abschalten von Bildern – so Sie denn diesen drastischen Schritt gehen möchten. Je nach Browser geschieht dies auf unterschiedliche Art und Weise [9]. Firefox erlaubt das Blockieren von Bildern ausgewählter URLs sowie das Unterdrücken sämtlicher Bilder. Ersteres verbirgt sich hinter der Option Grafiken von Domain-Name blockieren auf dem Reiter Medien aus den Seiteninformationen, die Sie durch das Laden der entsprechenden Webseite, einen Rechtsklick auf eine freie Stelle und den Menüpunkt Seiteninformationen anzeigen aus dem Kontextmenü heraus aufrufen.

Für die zweite Variante rufen Sie im Webbrowser die Pseudo-URL http://about:config auf und setzen den Inhalt der Variablen default.image auf den Wert 2. Der in früheren Versionen von Firefox enthaltene Menüpunkt dazu ging im Laufe der Entwicklung verloren. Setzen Sie den Wert auf 3, so lädt Firefox nur noch Bilder, die von derselben Domain stammen. Fremde Bilder – etwa solche von Ad-Servern oder Social Networks – lässt Firefox dann links liegen [10].

Für mehr Komfort und Flexibilität sorgt eine dritte Option, das bereits angesprochene Plugin Just Disable Stuff (Abbildung 4). Es klinkt sich in das Menü ein und erlaubt Ihnen ohne Umwege das Ein- und Ausschalten von Bildern und Javascript über die Einträge Extras | Just Disable Images und Just Disable JavaScript.

Pipelining aktivieren

Normalerweise arbeiten Webserver HTTP-Anforderungen eines Clients nacheinander ab und beantworten die nächste Anfrage erst, nachdem die Antwort auf die aktuelle Anfrage vollständig empfangen wurde. Je nach Netzwerklatenz und Bandbreite führt dies zu spürbaren Verzögerungen beim Seitenaufbau. Das Protokoll HTTP/1.1 gestattet Webservern nun aber, mehrere HTTP-Anforderungen gleichzeitig zu verarbeiten, ohne dass sie das Ergebnis der vorhergehenden Anfrage abwarten müssen [12].

Pipelining umfasst den parallelen Datentransfer über einen Internet-Socket. Theoretisch unterstützen die meisten Webbrowser und Server diese Technik, aufgrund technischer Probleme auf der Server-Seite ist die Funktion allerdings meist deaktiviert. Google hat sie gar seit der Version 26 des Chrome-Browsers wieder komplett abgestellt. Auch andere Browser wie etwa Opera (ab Version 15), die auf der Chromium-Basis aufbauen, bieten kein Pipelining mehr an.

In Firefox lässt sich Pipelining hingegen in http://about:config mit dem Schlüssel network.http.pipelining nach wie vor aktivieren (Abbildung 6). Optional erhöhen Sie den Wert des Schlüssels max-persistent-connection-per-server – er bestimmt die Anzahl der parallel geöffneten Verbindungen – von 6 auf 24 (Abbildung 7).

Abbildung 6: In Firefox oder Iceweasel können Sie die Ladezeiten von Webseiten durch Aktivieren von Pipelining optimieren.
Abbildung 7: Je mehr Verbindungen Firefox beim Pipelining offenhält, desto besser nutzt er die Datenverbindung aus.

Neben der besseren Ausnutzung der Bandbreite führt Pipelining auch zu einer weitgehenden Reduzierung der Anzahl von TCP-Paketen im Netz. Mit einer typischen maximalen Segmentgröße (MSS) im Bereich von 536 bis 1460 Byte verpackt das Protokoll mehrere HTTP-Anforderungen zu einem einzigen TCP-Paket. Das verringert die Netzlast und somit auch die Beanspruchung der Infrastruktur. Beachten Sie jedoch, dass nicht alle Webserver Pipelining unterstützen.

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