Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Prüfsummenwerkzeug Hash Checker 4.0.8, Programmiereditor Joe 4.0, Verschlüsselungstool Mlock 0.7, Sane-GUI Simple Scan 3.16.1.1

Dateiprüfer

Hash Checker 4.0.8 macht das Erzeugen von Prüfsummen für Dateien zum Kinderspiel.

Anhand von Prüfsummen kann man feststellen, ob eine Datei vollständig und unverändert übertragen wurde. Linux unterstützt dazu über Kommandozeilenprogramme die gängigen Verfahren wie MD5 oder die SHA-Familie. Eine komfortable Alternative bietet Hash Checker, das eine einfache GUI für alle gängigen Prüfsummenalgorithmen bereitstellt. Dabei greift das Shellskript im Hintergrund auf bewährte Konsolen-Tools wie Md5sum oder Sha1sum zurück, für das Erzeugen der grafischen Oberfläche nutzt es Zenity. Die Installation von Hash Checker erfolgt über ein Setup-Skript, das nach dem Aufruf alle notwendigen Schritte vornimmt und das Tool standardmäßig im Verzeichnis ~/.HashCheck einrichtet. Für den schnellen Zugriff erzeugt der Installer zudem auch ein Symbol auf der Arbeitsoberfläche.

Um die Prüfsumme einer Datei zu erstellen, klicken Sie nun auf das Symbol, woraufhin sich ein Datei-Dialog öffnet. Hier wählen Sie die zu prüfende Datei sowie im nächsten Schritt den Prüfalgorithmus aus. Dabei erlaubt Hash Checker auch, mehrere Prüfsummen unterschiedlicher Algorithmen gleichzeitig zu erzeugen. Standardmäßig stehen MD5, SHA1 und SHA256 zur Auswahl. Bei Bedarf speichern Sie das Ergebnis in einer Datei, wozu das Tool für jede Prüfsumme ein eigenes File mit dem Namen der zu prüfenden Datei und dem Namen des Prüfalgorithmus als Dateierweiterung ablegt. Die berechneten Prüfsummen gibt Hash Checker zudem in einer Nachrichtenbox aus. Diese bietet auch einen Auswahlknopf an, über den Sie via Webbrowser gleich online die Hashes mit den Prüfsummen im Internet abgleichen können. Auf der Projekt-Website finden Sie darüber hinaus einige Anleitungen, um Hash Checker mit dem Dateimanager Ihrer Wahl zu kombinieren.

HashCheck 4.0.8

Lizenz: Free to use

Quelle: http://gtk-apps.org/content/show.php/Hash+Checker+4.0.8?content=129309

Schreibmaschine

Der leistungsfähige Editor Joe 4.0 bietet eine Vielzahl nützlicher Funktionen nicht nur für Programmierer.

Viele altgediente Linuxer betrachten Vi und Emacs als die einzig wahren Editoren. Es gibt jedoch durchaus Alternativen, wie etwa den kompakten und vielseitigen Texteditor Joe. In C implementiert, besitzt er außer der Libc keine weiteren Abhängigkeiten, was jedoch nicht zu Lasten des Funktionsumfangs geht. So verfügt Joe über eine leistungsfähige Funktion zum Suchen und Ersetzen, kommt problemlos mit UTF-8 zurecht und bietet Syntax-Highlighting für mehr als 40 verschiedene Programmiersprachen und Satzsysteme. Entwickler und Vielschreiber schätzen insbesondere die unbegrenzte Undo/Redo-Funktion, über die man innerhalb einer Sitzung quasi jeden Zustand wiederherstellen kann. Neben den üblichen Editorfunktionen lassen sich auch Linux-Konsolenbefehle als sogenannte Filter auf den jeweiligen Text anwenden. Auf diese Weise verarbeiten Sie markierte Textpassagen oder den gesamten Text via Grep oder Awk. Dank eines integrierten Hexadezimal-Editors eignet sich Joe auch als rudimentärer Disk-Editor. Für komplexe, wiederkehrende Aufgaben legen Sie sogenannte Makros an, wofür Joe auch einen Makro-Rekorder mitbringt. In der Konfigurationsdatei .joerc vergeben Sie bei Bedarf Tastenkürzel für die Makros, was deren Aufruf erleichtert. Hier gibt sich Joe besonders flexibel: Es stehen verschiedene vordefinierte Belegungskombinationen zur Auswahl, vom klassischen Emacs-Schema über Pico bis hin zu Turbo-C und Wordstar.

Joe 4.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://joe-editor.sourceforge.net

Geheimniskrämer

Beim Verschlüsseln gemäß Minilock-Spezifikation besticht Mlock 0.7 durch Geschwindigkeit und hat auch mit großen Dateien keine Probleme.

Viele Anwender empfinden das Verschlüsseln von Dateien als zu aufwendig und als Buch mit sieben Siegeln. Hier will die Minilock-Spezifikation Abhilfe schaffen und sowohl das Verschlüsseln als auch die Schlüsselverteilung erleichtern; mit Mlock steht dazu ein Linux-Tool zur Verfügung. Um es effizient zu nutzen, generieren Sie zunächst eine Minilock-ID, indem Sie Mlock mit dem Parameter -m gefolgt von Ihrer Mail-Adresse aufrufen. Anschließend geben Sie eine mindestens 41 Zeichen lange Passphrase aus unabhängigen Worten ein. Da die Eingabe verdeckt ist, gilt es, hier gewissenhaft vorzugehen, um sich nicht zu vertippen. Bei der resultierenden Minilock-ID handelt es sich um einen 46 Zeichen langen Hash-Wert, den Sie nun an Dritte weitergeben können. Damit verschlüsselte Dateien im Minilock-Format können dann nur Sie selbst wieder öffnen.

Um eine Datei mit Mlock zu verschlüsseln, geben Sie beim Aufruf neben Ihrer E-Mail-Adresse die zu verschlüsselnde Datei mit dem Parameter -E an. Das Tool fragt dann die Passphrase ab und erzeugt eine verschlüsselte Kopie der Datei mit der Namensendung .minilock, die nur Sie selbst wieder öffnen können. Um die Datei an Dritte weiterzugeben, verwenden Sie stattdessen deren Minilock-IDs mit dem Parameter -r. Dabei dürfen Sie bei Bedarf beliebig viele IDs angeben, um die Datei ganzen Personengruppen zugänglich zu machen. Schließen Sie mit dem Parameter -x Ihre eigene Minilock-ID bei der Generierung aus, können auch Sie selbst die Datei nicht mehr öffnen. Erhalten Sie verschlüsselte Dateien im Minilock-Format, entschlüsseln Sie diese -D, wozu Sie wieder Ihre Mail-Adresse sowie die passende Passphrase angeben müssen.

Mlock 0.7

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://andre-simon.de/doku/mlock/en/mlock.php

Leseratte

Dank des Sane-Frontends Simple-scan 3.16.1.1 gelingt das Digitalisieren und Zuschneiden von Dokumenten problemlos.

Simple-scan bietet eine übersichtliche, intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche für die Scanner-Software Saned. Das Tool zählt zwar zu den Gnome-Standardapplikationen, lässt sich aber auch unter anderen Arbeitsoberflächen einsetzen, wenn die benötigten Bibliotheken vorhanden sind. Standardmäßig verwendet das Tool den in Saned konfigurierten Scanner; sind mehrere Scanner vorhanden und konfiguriert, legen Sie im Menüpunkt Einstellungen ein Gerät fest. Hier geben Sie auch die Scan-Auflösung vor, die standardmäßig für Textdokumente bei 150 dpi und für Fotos bei 300 dpi liegt. Darüber hinaus lassen sich auch Helligkeit, Kontrast und das Qualitätsniveau festlegen. Die Seitengröße bestimmt Simple-scan in der Regel automatisch.

Nach der Grundkonfiguration können Sie nun Seite um Seite einscannen. Dazu legen Sie das gewünschte Dokument auf den Scanner und drücken das Scan-Symbol. Standardmäßig digitalisiert Simple-scan jeweils nur eine Seite; verfügt der Scanner über einen Papiereinzug, kann es das Einlesen ganzer Dokumente automatisieren. Die eingelesenen Dokumente legt das Tool in der Scan-Reihenfolge nebeneinander, sodass sich die Seiten gut durchblättern lassen. Simple-scan bietet nun die Möglichkeit, die einzelnen Seiten zu rotieren oder zuzuschneiden, auch ein Neupositionieren der jeweiligen Seite in der Seitendarstellung gelingt problemlos. Das Arbeitsergebnis legen Sie wahlweise als PDF-Dokument oder JPEG-Grafik ab, drucken es direkt aus oder senden es an eine beliebige Mailadresse. Letzteres funktioniert jedoch nur in der Gnome-Arbeitsoberfläche.

Simple-scan 3.16.1.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://launchpad.net/simple-scan

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