Fotos beschriften

Zwar sagt ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte, aber gelegentlich erweist es sich dennoch als hilfreich, ein Foto zu beschriften. Auch das klappt sehr einfach mit convert, das neben dem Konvertieren von einem ins andere Grafikformat noch viel mehr leistet. Sehen Sie sich dazu einmal das Beispiel aus Listing 2 an.

Listing 2

$ convert penguin_raw.png -gravity North \
  -font /usr/share/fonts/truetype/LiberationSans-Regular.ttf \
  -pointsize 100 -stroke '#0000A0' -strokewidth 5 \
  -annotate 0 'Tux auf Tour' tux_auf_tour_simple.png

Der Schalter -gravity gibt an, wohin die "Schwerkraft" den Text zieht. Mit North wandert er nach oben, erscheint also am oberen Bildrand. Die möglichen Werte listet convert -list gravity auf. Hier finden sich auch Angaben für alle Ecken (SouthEast, …), der Parameter -gravity Center sorgt für zentrierten Text.

Die Option -annotate versieht dann das Bild mit dem gewünschten Text. Dabei verlangt es zunächst einen Zahlenwert, der den Drehwinkel angibt, anschließend folgt der Text. Mit \n fügen Sie darin Zeilenumbrüche ein. Neben der vollständigen Pfadangabe erlaubt die Software auch das Nennen des gewünschten Fontnamens; welche sie unterstützt, das zeigt in diesem Kontext die Ausgabe des Aufrufs convert -list font.

Diese Vorgehensweise erscheint zwar praktisch, das Ergebnis sieht aber langweilig aus. Glücklicherweise lassen sich fast beliebig viele Operationen miteinander kombinieren. Zum Beispiel zeichnet das Tool mit ein paar Tricks den Text in mehreren Farbabstufungen, in dem Sie die Konturfarbe in jedem Schritt ändern und die Konturdicke reduzieren. Listing 3 fasst den entsprechenden Aufruf zusammen; wie das verarbeitete Bild aussieht, zeigt Abbildung 1.

Listing 3

$ convert penguin_raw.png \
  -gravity North -font Liberation-Sans -pointsize 100 \
  -stroke '#000000' -strokewidth 20 -annotate 0 'Tux auf Tour' \
  -stroke '#0000A0' -strokewidth 10 -annotate 0 'Tux auf Tour' \
  -stroke none -fill '#A0A0FF' -annotate 0 'Tux auf Tour' \
  -gravity South -pointsize 90 \
  -stroke '#000000' -strokewidth 30 -annotate 0 'Folge 80' \
  -stroke '#A0A0A0' -strokewidth 15 -annotate 0 'Folge 80' \
  -stroke none -fill white -annotate 0 'Folge 80' \
  tux_auf_tour.png
Abbildung 1: Das ImageMagick-Tool convert erlaubt auch das kreative Beschriften von Bildern.

PDF-Dateien bearbeiten

Das "Portable Document Format" wird gerne für Dokumentationen und Ähnliches verwendet. Mit ImageMagick erstellen Sie auf die Schnelle ein Fotoalbum in diesem Format, das praktisch jedes moderne Betriebssystem unterstützt:

$ convert *.jpg fotoalbum.pdf

Das erweist sich auch insofern als praktisch, weil die meisten Grafikprogramme eine recht komplexe Druckfunktion mitbringen. PDF-Anzeigeprogramme dagegen sind da einfacher gestrickt, da druckt dann auch der Großvater das Bilderalbum seiner Enkel mit einem Klick aus. Umgekehrt erweist es sich für Webanwendungen oft als praktisch, ein PDF-Dokument in einzelne Bilder zu konvertieren, etwa um sie in eine vorhandene Bilder-Galerie zu integrieren. Hier genügt folgender Aufruf:

$ convert benutzerhandbuch.pdf benutzerhandbuch-%04d.png

Convert schreibt das Ergebnis immer in eine zweite Datei, während mogrify ähnliche Fähigkeiten besitzt, aber immer die existierende Datei modifiziert. Anstatt eine existierende Bilddatei zu verarbeiten, zeichnet Convert auf Wunsch auch eigene mit einer konstanten Fläche einer bestimmten Größe und Farbe. Das Kommando aus Listing 4 zeichnet zum Beispiel ein LinuxUser-Logo (Abbildung 2). Die umfangreichen Zeichenfähigkeiten wie Farbübergänge, Zufallsbilder, diverse mathematische Operationen und Transparenzen beschreibt die ImageMagick-Dokumentation [2].

Listing 4

$ convert -size 320x100 xc:black \
  -gravity West -pointsize 80 -fill white -annotate 0 'linux' \
  -gravity East -fill yellow -annotate 0 'user' \
  -draw 'circle 27,16 27,21' linuxuser.png
Abbildung 2: Mit den richtigen Parametern gefüttert, erstellt Convert auch eigene Bilder, wie dieses LinuxUser-Logo.

Schlussendlich erlaubt die Software sogar das Bearbeiten von Videos ohne Ton, indem es dieses in einzelne Bilder zerlegt, dann entsprechend modifiziert und nach den Korrekturen wieder ein Video daraus generiert. Dafür benötigt die Suite aber unter Umständen die Hilfe externer Programme wie Ffmpeg.

Ein einfaches Beispiel sehen Sie in Listing 5. Der String %06d gibt dabei das Namensschema der erzeugten Bilder an, im Beispiel sechsstellige Zahlen mit führenden Nullen. Das Listing zeigt zudem eine weitere Möglichkeit, etwas auf mehrere Bilder anzuwenden: Mogrify, das ja immer das existierende Bild überschreibt, erlaubt ebenfalls das Bearbeiten mehrerer Bilder gleichzeitig.

Listing 5

$ convert a.wmv b-%06d.png
$ mogrify -scale 50% -type Grayscale -swirl 180 b*.png
$ convert b*.png c.wmv

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