Route anlegen

Mit QLandkarte legen Sie eine Route oder einen Track für das Navigationsgerät an. In der linken Navigation klicken Sie auf den Globus und geben in das Suchfeld die Adresse oder den Ortsnamen ein, um den Ausschnitt der Karte zu verändern. Auf der Karte klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Koordinate und nutzen aus dem Kontextmenü Wegpunkt hinzufügen. Im Dialog benennen Sie den Punkt, etwa nach der dortigen Sehenswürdigkeit oder einem Merkmal der Gegend. Auf diese Weise fügen Sie beliebig weitere Wegpunkte hinzu (Abbildung 3).

Abbildung 3: Um eine neue Route anzulegen, benötigen Sie Wegpunkte. In diesem Dialog tragen Sie deren Eigenschaften und Besonderheiten ein.

Um eine Route anzulegen, klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Liste der Wegpunkte (das Register mit den Sternen) auf einen beliebigen Eintrag und nutzen das Kommando Route erzeugen aus dem Kontextmenü (Abbildung 4). Im nachfolgenden Dialog zeigt das Programm die in seiner Datenbank gespeicherten Punkte. Wählen Sie alle oder nur einige aus und drücken Sie auf die Pfeiltaste. Geben Sie der Route einen Namen; diesen zeigt die Applikation anschließend auf der Karte an.

Abbildung 4: Eine Route legen Sie in QLandkarte aus der Übersicht der Wegpunkte an, indem Sie auf das Kontextmenü klicken.

Im Register Routen klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Eintrag und nutzen dann den Befehl Track erzeugen. Über das Listenfeld im nachfolgenden Dialog haben Sie die Möglichkeit, mit der Software weitere Punkte zu berechnen, um die Orientierung im Gelände zu erleichtern. Danach liegt der Track in der Datenbank (Abbildung 5).

Abbildung 5: Haben Sie die Route konstruiert und auf die Karte übernommen, nutzen Sie das Kommando Berechnen, um einen Weg für die Navigation via Fahrrad, Auto oder zu Fuß aus den Punkten zu erstellen.

Um den Track auf das Gerät zu übertragen, exportieren Sie ihn aus QLandkarte. Dazu nutzen Sie Datei | Geodaten exportieren. Verwenden Sie als Format GPS Exchange und wählen Sie einen Ordner auf dem Computer aus. Haben Sie einen Namen eingegeben, drücken Sie auf Speichern.

Im nachfolgenden Dialog wählen Sie alle Daten, die Sie exportieren wollen. Markieren Sie also die Tour oder den Track, den Sie übernehmen möchten. Das Resultat verschieben Sie danach in den passenden Ordner der Speicherkarte des Trackers (Abbildung 6).

Abbildung 6: Beim Export aus QLandkarte wählen Sie aus den verschiedenen Bereichen der Datenbank aus, welche Informationen Sie als GPX-Datei exportieren wollen.

TIPP

Nicht jede Software und nicht jedes GPS-Gerät versteht sich auf GPX. Das Programm GPSBabel [6], wandelt GPS-Daten unterschiedlicher Formate um. Sie installieren es bei vielen Distributionen direkt aus den Repositories.

Mit dem Kartenmaterial von OpenStreetMap und QLandkarte legen Sie auf der Grundlage von Aufnahmen aus der Digitalkamera oder eines Smartphones eine Route oder einen Track an. Damit dokumentiert sich die Reise fast von allein. Vorausgesetzt die Aufnahmen enthalten GPS-Informationen, fallen dann auch die nächsten Schritte in QLandkarte leicht.

Dazu wählen Sie Wegpunkt | Von Bildern aus. Das Programm präsentiert Ihnen eine Liste der Fotos innerhalb des Standardverzeichnisses des Desktops. Mit einem Klick auf das kleine Ordner-Symbol wechseln Sie bei Bedarf in ein anderes Verzeichnis. Im Dialog legen Sie außerdem fest, ob Sie lediglich einen Verweis auf die Dateien verwenden (und in die Datenbank übernehmen) wollen oder eine Kopie der Datei nutzen.

Nun liest die Applikation die Daten ein. Wechseln Sie in der linken Navigation in das Register mit dem Stern und klicken Sie dort auf einen der Wegpunkte. Alternativ nutzen Sie das Register Arbeitsplatz und sehen sich die Punkte auf der Karte an. Danach fahren Sie wie beim Anlegen einer anderen Route fort.

OSM-Karten auf dem Tracker

Gefällt Ihnen das Kartenmaterial des GPS-Geräts nicht oder möchten Sie Karten anderer Regionen nutzen, dann bitten die Hersteller für entsprechendes Material gern zur Kasse. Zusätzliche Karten gibt es zwar im Fachhandel, aber zu happigen Preisen. Eine Alternative wären die kostenlos nutzbaren Karten des OpenStreetMap-Projekts.

Besuchen Sie zunächst die Seite des OSM-Projekts. Die Exportfunktionen finden Sie nach der Auswahl von Bearbeiten. Obwohl es auf den ersten Blick scheint, als müssten Sie sich anmelden, ist das für den Export nicht notwendig. Alternativ nutzen Sie den direkten Link [7]. Suchen Sie nun den Ausschnitt, den Sie nutzen wollen, und drücken Sie auf Export. Das Herunterladen der Daten dauert unter Umständen einen Moment. Am Ende liegt eine Datei mit der Endung .osm auf dem Rechner (Abbildung 7).

Abbildung 7: Wenn Sie einen überschaubaren Ausschnitt aus OpenStreetMap benötigen, exportieren Sie diesen am besten mit der dort bereits vorhandenen Funktion.

Diese Datei bringen Sie anschließend in ein für das Garmin-Gerät kompatibles Format. Das klappt mit einem Spezialprogramm, das im Terminal läuft. Suchen Sie im Software-Center oder der Paketverwaltung der Distribution nach dem Paket mkgmap. Unter Ubuntu installieren Sie damit nicht nur das Programm, sondern gleichzeitig ein kleines Skript, das sich um den Aufruf von Java kümmert. Ein exemplarischer Aufruf sieht folgendermaßen aus:

$ mkgmap --add-pois-to-areas --gmapsupp --description="Meine/_Stadt" download.osm

Damit verwandeln Sie die heruntergeladene Datei download.osm ins Garmin-Format. Am Ende steht eine Datei mit dem Namen gmapsupp.img, die Sie auf das Gerät übertragen. Legen Sie die Karten am besten auf einer Micro-SD-Karte ab, mit der Sie dann das GPS-Gerät füttern. Das geht deutlich schneller, als das Material per USB-Schnittstelle zu übertragen. Sollte sich der Tracker durch einen technischen Fehler aufhängen, machen Sie ihn durch das Entfernen der Speicherkarte wieder fit.

Geräte der aktuellen Generationen von Garmin können mehrere IMG-Dateien verwenden. Nur die ersten Serien und deren Modelle prüften auf das Vorhandensein der Datei gmapsupp, sodass es hier notwendig war, ständig die Dateien umzubenennen, damit die Hardware die Karten nicht überschrieb.

Der Export größerer Regionen aus OpenStreetMap gestaltet sich etwas kompliziert. Die damit verbundene Mühe sparen Sie sich, wenn Sie auf die Download-Angebote im Web zurückgreifen (siehe Kasten "Kartenmaterial").

Kartenmaterial

Falls Sie Karten eines größeren Gebiets aus OSM benötigen, gibt es gleich eine ganze Reihe von interessanten Anlaufstellen:

  • Das Unternehmen Geofabrik bietet Karten für ganze Kontinente, bricht diese aber dann runter bis auf die regionale Ebene [9].
  • Freizeitkarten mit vielen Sehenswürdigkeiten ("Points of Interest") stehen beim OSM-Projekt selbst zum Herunterladen bereit [10].
  • Beim Export routingfähiger Karten beliebiger Regionen für Garmin-Geräte hilft ein spezielles Angebot [11]. Auf den ersten Blick erscheint es etwas verwirrend, aber wer sich an die Oberfläche gewöhnt hat, dürfte begeistert sein.
  • Eine Übersicht, was bereits für Karten gepflegt und zum Download angeboten werden, finden Sie auch auf der Wiki-Seite des Projekts [12].

Wie Wikipedia lebt das OpenStreetMap-Projekt vom Engagement der Nutzer. Wenn Sie sich ohnehin gern in der freien Natur bewegen, könnten Sie mit Ihrem GPS-Tracker neue Routen und Tracks ablaufen und mit diesen Daten das Kartenmaterial von OpenStreetMap verbessern. Die angebotenen Werkzeuge funktionieren letztlich wie Zeichenprogramme und sind oft nicht schwer zu bedienen.

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