Apps en masse

Canonical hat im Vorfeld dafür gesorgt, dass bereits zum Start des ersten offiziellen Ubuntu Phone mehr als 1000 Anwendungen (nach Angabe des Distributors) zur Verfügung stehen. Dennoch bleibt zu sagen, dass einige Schlüsselanwendungen wie etwa Whatsapp fehlen. Stattdessen müssen sich Anwender mit Alternativen wie Telegram [8] begnügen, das im Praxistest jedoch zu überzeugen wusste.

Unabhängig davon, wie man aus Datenschutzsicht über Whatsapp urteilen mag: Das Fehlen dieser und ähnlicher Apps ist ein wesentlicher Schwachpunkt. Immerhin gibt es bereits eine Facebook-App, auch wenn diese nur aus einer Webapp besteht – sie verpackt also nur die Mobilseite ins Kleid einer App. Das Ubuntu Phone synchronisiert problemlos Kontakte und Termine aus Google-Konten, Letztere übernimmt Ubuntu Touch in eine native Kalender-App.

Als Google-Maps-Ersatz dient eine Webapp mit Nokias Kartendienst Here [9]. Eine Webapp für Google Mail gibt es ebenfalls, als Alternative bietet sich das vielversprechende Mailprogramm Dekko [10] an. Das befindet sich zwar noch in der Beta-Phase, zeigt aber schon jetzt keine großen Schwächen mehr. Ein Dokumentenbetrachter, eine Aufgaben- und Erinnerungs-App sowie Videoplayer und Musikprogramm sind von Haus aus mit an Bord. Auch eine Handvoll guter Spiele liegt gleich zum Start der Plattform vor. Insgesamt macht das App-Angebot einen runden Eindruck, auch wenn die Auswahl noch stark wachsen muss.

Eine Besonderheit von Ubuntu Touch stellen die sogenannten Scopes dar. Von der Grundidee her entsprechen sie in etwa Homescreen-Widgets, wie es sie etwa auch bei Android gibt. Allerdings belegen Scopes bei Ubuntu Touch den gesamten Bildschirm, sind nicht zwingend einer Anwendung zugeordnet und liegen auf einer Ebene mit der Anwendungsübersicht, sobald man sie als Favorit markiert. So gibt es etwa einen Scope Meine Musik, einen Vimeo-Scope, News und viele andere Fullscreen-Widgets.

Fazit

Das Aquaris E4.5 Ubuntu Edition liegt bezogen auf das Preis-/Leistungsverhältnis auf einer Höhe mit vergleichbaren Android-Smartphones dieser Klasse. Das neue, durchdachte Betriebssystem macht allerdings Lust auf mehr – auch wenn kleine Ruckler den Gesamteindruck noch ein wenig trüben, wie etwa beim Scrollen durch die Bildergalerie. Das Bedienkonzept über die Wischgesten hört sich komplizierter an, als es in der Praxis tatsächlich ist. Die Auswahl an Apps fällt naturgemäß nicht so üppig aus wie bei den etablierten Smartphone-Systemen, für die wichtigsten Anforderungen des Alltags stehen allerdings entsprechende Apps bereit.

Umsteiger von anderen Systemen fühlen sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schnell heimisch, da Ubuntu Touch diverse Bedienkonzepte aus den etablierten Systemen übernimmt. Für Technikenthusiasten, Entwickler und eingefleischte Linux-Fans ist das Ubuntu Phone ein Muss. Aber auch normale Nutzer, die einfach auf ein schlichtes und dennoch technologisch zukunftsweisendes Betriebssystem setzen möchten, sollten einen Blick auf das Aquaris E4.5 Ubuntu Edition und seine Nachfolger werfen. 

Der Autor

Jacob Dawid ist Unterstützer und aktiver Entwickler in der Free-Software-Community. Hauptberuflich arbeitet er als Software-Designer für 9elements und entwickelt dort Webanwendungen und native Apps für sämtliche Plattformen.

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