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Werkzeugkasten für Massenspeicher

Prophylaxe

Für die Pflege von Massenspeichern bietet Linux zahlreiche Tools. Gnome-Disks vereint die wichtigsten Funktionen dazu unter einer Oberfläche.

Festplatten sind aufgrund ihrer komplexen Mechanik empfindlich gegenüber Erschütterungen, Wärmeeinwirkung sowie Spannungsschwankungen und Netzausfällen. Seit Beginn der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts haben sich daher die großen Hardware-Hersteller – allen voran IBM und Compaq – Gedanken über die Verbesserung der Betriebssicherheit gemacht. Die daraus resultierenden unterschiedlichen Technologien mündeten schließlich bereits 1996 in den SMART-Standard ("Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology"), der viele Parameter der Festplatten-Hardware protokolliert und beim Überschreiten von Schwellwerten Alarm schlägt. Obwohl die einzelnen SMART-Parameter nie offiziell normiert wurden, finden sie sich in unterschiedlicher Form heute in die Firmware nahezu aller Festplatten integriert.

Durcheinander

Obwohl alle aktuellen SATA-Festplatten in den gängigen Formfaktoren SMART unterstützen, lassen sich die zugehörigen Werte nicht in jedem Fall auslesen. Insbesondere externe Laufwerke, die über den USB-Bus am Computer hängen, liefern die entsprechenden Daten nur dann, wenn die Elektronik der USB-SATA-Bridge ein Tunneln der Kommandos vorsieht – das ist bei vielen preiswerten externen Laufwerken nicht der Fall.

Dasselbe gilt für externe Massenspeicher mit Kombi-Anschlüssen: Auch bei einigen hochwertigen externen Festplatten, die über einen kombinierten USB- und Firewire-Anschluss an dem Computer verfügen, lassen sich die SMART-Werte mangels Bridge-Funktion nicht auslesen, obwohl die im externen Gehäuse genutzte Festplatte dem SATA-Standard entspricht.

Selbst hochwertige Server-Festplatten, die nach der SAS-Spezifikation arbeiten, kooperieren nicht in jedem Fall mit SMART: Sie müssen zum Auslesen die SAT-Norm unterstützen, die SCSI-Kommandos in den SATA-Befehlssatz übersetzt. Im Zweifelsfall sollten Sie daher vor dem Kauf einer neuen Festplatte oder SSD die genauen Spezifikationen erfragen: Die Hersteller geben in den Datenblättern meist an, ob ein Massenspeicher SMART-kompatibel arbeitet.

Software

Um Datenverlusten durch Massenspeicherschäden vorzubeugen, gibt es unter Linux unzählige Tools und Programme. Das Kernstück der Massenspeicherpflege unter dem freien Betriebssystem sind die Smartmontools, die sich in den Repositories faktisch jeder Distribution finden. Sie stellen nach der Installation ein äußerst mächtiges Werkzeug auch zu Testzwecken bereit, das Sie jedoch auf der Kommandozeile einsetzen müssen und das dabei aufgrund seiner Funktionsvielfalt über eine umfangreiche Zahl von Parametern verfügt.

Wesentlich einfacher arbeiten Sie dagegen mit grafischen Frontends zu den Smartmontools, wie etwa Gsmartcontrol, das ebenfalls bei allen gängigen Distributionen in den Software-Repositories liegt. Eine besondere Stellung unter den grafischen Oberflächen zum Festplatten-Monitoring nimmt jedoch Gnome-Disks [1] ein, das Sie auch auf anderen Arbeitsoberflächen als Gnome einsetzen können. Es vereint neben der Monitoring-Software auch unterschiedliche Utilities zur Festplattenpartitionierung und zum Benchmarking, sodass die Software gleich mehrere herkömmliche grafische Frontends zur Verwaltung und Pflege von Massenspeichern ersetzt.

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