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© enki, 123RF

Screenshots mit Shutter aufnehmen

In Szene gesetzt

Alle großen Desktop-Umgebungen bringen auch Programme zum Erstellen von Screenshots mit. Deren Funktionsumfang reicht aber bei Weitem nicht an den von Shutter heran.

In Software-Anleitungen, multimedialen Vorträgen und technischen Dokumentationen gehören Screenshots quasi zum Standard-Repertoire. Unter Linux bringt jede gängige Desktop-Umgebung auch ein eigenes Tool dafür mit. Allerdings fehlen Programmen wie Ksnapshot diverse Funktionen, etwa zum Abfotografieren von Menühierarchien, was eine mühsame Nacharbeit mit Gimp erfordert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Einfacher klappt das mit Shutter, das direkt das nötige Bearbeitungswerkzeug mitbringt.

Auf die Platte

Shutter finden Sie in den Software-Repositories aller gängigen Distributionen. Da das Programm jedoch kontinuierlich weiterentwickelt wird, stehen in einigen davon nur ältere Versionen zur Installation bereit. Zwar steht auch stets der aktuelle Quellcode zum Download bereit [1], doch da das in Perl geschriebene Programm sehr viele Abhängigkeiten besitzt, empfiehlt es sich, auf ein vorkompiliertes Paket zurückzugreifen [2].

Nach erfolgreicher Installation finden Sie einen entsprechenden Starter in der Menüstruktur des Desktops. Shutter integriert sich dabei sehr gut in Gnome, KDE und XFCE. Einmal aufgerufen, erscheint auch im System-Tray der Arbeitsoberfläche ein Icon, sodass Sie bei Bedarf das Programm mit nur einem Klick auf den Bildschirm holen, ohne sich dabei durch Menüs arbeiten zu müssen.

Hausmannskost

Shutter startet in ein unspektakuläres Arbeitsfenster. Am oberen Fensterrand residiert die obligatorische Menüleiste, darunter finden Sie eine Schalterleiste für die Schnellwahl der wichtigsten Funktionen. Den Hauptteil des Fensters nimmt nach dem Start der noch leere Bereich in Anspruch, in dem später die Screenshots erscheinen.

Die Knöpfe in der Schalterleiste erlauben es, den gesamten Bildschirm, ein Fenster oder Unterfenster, einen Bereich in einem Fenster, ein Menü oder einen frei mit dem Mauszeiger zu markierenden Bereich aufzunehmen. Zusätzlich fotografieren Sie Tooltipps damit ab. Neben den beiden Schaltern für das Aufnehmen des gesamten Bildschirms beziehungsweise eines Fensters finden Sie kleine Dreiecke, die nach einem Klick darauf ein Auswahlmenü öffnen.

Darin wählen Sie beispielsweise, welche Arbeitsoberfläche Sie aufnehmen möchten. Ein Hin- und Herschalten zwischen einzelnen Desktops entfällt dadurch. Bei der Aufnahme des Fensters eines geöffneten Programms suchen Sie im entsprechenden Auswahlmenü das gewünschte aus. Sie müssen also bei vielen geöffneten Applikationen nicht erst Fenster minimieren, verschieben oder schließen, um das gewünschte Programm abzufotografieren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptfenster von Shutter beschränkt sich aufs Nötigste, was seiner Funktionalität aber keinen Abbruch tut.

Ein weiteres Highlight der Software stellt die Funktion dar, Screenshots von Webseiten anzufertigen, ohne dazu den Browser öffnen und die gewünschte Seite aufrufen zu müssen. Möchten Sie diese Funktion nutzen, müssen Sie vorab das Paket gnome-web-photo einrichten, das in den Repositories aller gängigen Distributionen bereitsteht.

Das Modul aktivieren Sie über einen Klick auf die symbolisierte Weltkugel in der Schalterleiste des Programms. Daraufhin öffnet sich ein Dialogfenster, in das Sie die URL der Webseite eingeben. Durch einen anschließenden Klick auf Aufnehmen unten rechts im Dialogfenster versucht die Software, den Screenshot anzufertigen. Gelingt dies beispielsweise wegen einer langsamen Internetverbindung nicht sofort, so passen Sie im Untermenü des Moduls (nach unten gerichteter Pfeil) die Wartezeit an. Shutter versucht dann, innerhalb dieser Zeitspanne das Bild zu erstellen, und zeigt es wie gewohnt im Sitzungsfenster an.

Anders als bei Browser-Screenshots fotografiert die Software dabei aber die komplette Seite ab und nicht nur den Teilbereich, den ein Browser gerade anzeigt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Von Shutter aufgenommene Webseiten-Screenshots beschränken sich nicht auf den im Browser sichtbaren Bereich, sondern erfassen die komplette Seite.

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