Reiselektüre

Wer unterwegs mit einer Literaturdatenbank arbeiten möchte, den unterstützen dabei diverse Android-Apps. Aus deren Fülle seien hier zwei erwähnt, die sogar mit den mit Jabref erstellten BibTeX-Dateien zusammenarbeiten.

Das kostenlose RefMaster [6] stellt alle grundlegenden Funktionen bereit, die Sie brauchen, um auf einem Android-Gerät mit einer Datenbank zu arbeiten. Der integrierte ISBN-Barcode-Scanner erleichtert die Aufnahme neuer Einträge.

Legen Sie auf einen größeren Funktionsumfang Wert, greifen Sie besser zum kostenpflichtigen Eratosthenes Reference Manager [7]. Er zeichnet sich unter anderem durch die integrierte Funktion zum Synchronisieren mit Dropbox und Google Drive aus und beherrscht daneben auch den Import bibliografischer Daten aus einer Fülle von Online-Datenbanken.

Zitierfähig

Steht die Literaturdatenbank, übernehmen Sie die Daten problemlos in LaTeX-Dokumente. Listing 2 enthält die wenigen Zeilen Code, die Sie dazu benötigen. Die Datenbank aus Listing 1 dient dabei als Grundlage (Zeile 3). Beide Dateien müssen dieselbe Zeichenkodierung verwenden, wie etwa UTF-8, damit alle Zeichen aus der Datenbank korrekt im Dokument erscheinen.

Listing 2

\begin{document}
Hier steht ein Verweis auf \cite[121]{Gettier1963}.
\bibliography{listing1}
\bibliographystyle{plain}
\nocite{*}
\end{document}

Von zentraler Bedeutung ist die Stilvorlage (Zeile 4), die darüber entscheidet, wie die Verweise und das Literaturverzeichnis im Dokument aussehen. Oder anders ausgedrückt: Die BibTeX-Datei steuert bei, was im Dokument erscheint; die Stilvorlage zeichnet dafür verantwortlich, wie die Daten aussehen.

Der in Listing 2 gewählte Standardstil orientiert sich an den im angelsächsischen Sprachraum für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich üblichen Konventionen. Sie sollten ihn daher für deutschsprachige Texte gegebenenfalls anpassen. Im Fließtext verweisen Sie über den BibTeX-Key auf einen Eintrag, wobei Sie in eckigen Klammern die Seitenzahl hinzufügen dürfen (Zeile 2).

Im Dokument erscheint ein numerischer Verweis auf den entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis. Haben Sie das Paket hyperref [8] geladen, erscheint der Verweis im Fließtext, mit dem Eintrag im Literaturverzeichnis als Link.

Standardmäßig nimmt LaTeX nur solche Einträge aus der Datenbank ins Literaturverzeichnis auf, die Sie vorher im Fließtext zitiert haben. Über einen eigenen Befehl (Zeile 5) fügen Sie weitere Einträge aus der Datenbank zum Literaturverzeichnis hinzu. Der Befehl enthält entweder durch Kommas getrennt die BibTeX-Keys der Einträge, die Sie hinzufügen möchten, oder einen Stern (*), wenn alle Einträge der Datenbank im Verzeichnis erscheinen sollen.

Um die Daten aus der Literaturdatenbank korrekt in das Dokument zu übernehmen, starten Sie zunächst einen LaTeX-Lauf, entweder über den Befehl pdflatex Datei oder per Knopfdruck im LaTeX-Editor. Anschließend folgt ein BibTeX-Lauf, entweder über den Befehl bibtex Datei oder per Knopfdruck im LaTeX-Editor. Zwei LaTeX-Läufe schließen dann den Vorgang ab. Je nach Editor setzen Sie diese vier Schritte über eine einzige Aktion in Gang.

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