Achsen und Flächen

Die Option -a dient zur automatischen Benennung der X-Achse und kann Einzeldaten verarbeiten, die nur aus Y-Werten bestehen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn es nur eine darzustellende Größe gibt oder sich nur eine der Koordinaten darstellen lässt. Ein Beispiel dazu liefert der Kasten "Probleme mit Datumsangaben".

Durch -a zählt Graph die X-Werte dann sozusagen hoch, setzt dabei jedoch äquidistante Y-Werte voraus. Sie können diese entweder als Argument übergeben, oder — bei fehlendem Argument – durch Graph automatisch berechnen lassen. Als Argumente kann -a auch zwei Werte verarbeiten. Es interpretiert dann den ersten als Schrittweite und den zweiten als Anfangswert, also beispielsweise ... -a 100 10 ....

Interessant ist auch die Option -q: Mit dieser Option veranlassen Sie Graph, geschlossene Linienzüge einzufärben. So erzeugt der folgende Befehl beispielsweise die Darstellung aus Abbildung 5:

$ echo 10 5  5 15  15 15  10 5 | graph -TX -q 0.5

Um eine geschlossene Fläche zu definieren, müssen hier die Werte des letzten Koordinatenpaars mit jenen des ersten identisch sein. Das Argument von -q stellt dabei die Dichte der Füllfarbe ein; höhere Werte erzeugen dunklere Flächen. Durch Angabe des Schalters -C kommt bei Bedarf zusätzlich Farbe ins Spiel.

Abbildung 5: Flächen lassen sich durch Angabe des Schalters -q füllen.

Etwas komplizierter stellt sich die Sache dar, wenn Sie offene Kurven mit -q füllen lassen. In diesem Fall legt Graph eine virtuelle Linie vom Anfangs- zum Endpunkt der Kurve und füllt die damit geschlossenen Flächen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Füllfunktion kommt auch mit offenen Kurven zurecht, die sie dann durch eine Linie zwischen Anfangs- und Endkoordinate schließt.

Probleme mit Datumsangaben

Möchten Sie zeitabhängige Daten verarbeiten, gibt es dazu zwei Möglichkeiten: Date kann über den Formatstring +"%s" quasi absolute Zeitangaben verwenden. Diese beziehen sich als Angabe der verstrichenen Sekunden auf das Unix-Epochendatum, also den 1. Januar 1970. Nachteil dieser Methode: Die Werte fallen heute relativ hoch aus – date +%s liefert heute einen Wert von gut 1,4 Milliarden Sekunden – und müssen gegebenenfalls umgerechnet werden. In Skripten setzen Sie dazu Bc oder Dc ein, falls die Shell-Syntax nicht ausreicht.

Daneben können Sie auch mit anderen Date-Formatstrings arbeiten, beispielsweise mit der Tagesnummer %d oder der Stunde %I, müssen dann aber dafür sorgen, dass diese Werte sich nicht wiederholen (also die Eingabedateien für Graph entsprechend oft leeren). Alternativ greifen Sie über den Graph-Schalter -a auf die automatisch erzeugten X-Achsen zurück, sofern die Abstände zwischen den Werteerhebungen gleich lang waren.

Auf Achse

Die Achsen und deren Beschriftungen stellen ein wichtiges Element vieler Plots dar. Eine Reihe von Optionen steuern deren Form. So bewirkt -E, dass Graph die angegebene Achse nicht mehr links respektive unten, sondern rechts beziehungsweise oben beschriftet. Mithilfe von -NAchse (x oder y) deaktivieren Sie die entsprechende automatische Achsenbeschriftung. In diesem Fall – oder auch zusätzlich – können Sie mit -X Achsenbeschriftung beziehungsweise -Y Achsenbeschriftung neue Label setzen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Die Achsenbeschriftungen können Sie nach Belieben vorgeben.

Voreingestellt setzt Graph jeweils Marken an jeder Achse, zuzüglich dem Ursprung. Mit -x oder -y stellen Sie bei Bedarf die Beschriftungen der jeweiligen Achse genauer ein. Die Optionen kennen die drei Argumente Minimum, Maximum und Schrittweite. Fehlt eine dieser Angaben oder ersetzen Sie diese durch ein einfaches Minuszeichen, berechnet Graph den entsprechenden Wert automatisch. Der Parameter -R Achse bewirkt, dass Graph die Werte passend rundet.

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