Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Clipboard-Verwalter CopyQ 2.4.5, Datenbank-Manager LazSQLX 4.0.1.1232, schlanker Bildbetrachter Lumee 0.3, Konsolen-Mailclient Mpop 1.2.2

Zwischenhändler

Mit dem Power-Tool CopyQ 2.4.5 verwalten Sie die Inhalte der Zwischenablage.

Die Zwischenablage gehört zu den wichtigen Bestandteilen jedes Betriebssystems, da Sie darüber problemlos Inhalte zwischen laufenden Programmen austauschen. Die Möglichkeiten, den Inhalt der Zwischenablage zu ändern oder zu verwalten, erweisen sich aber als sehr eingeschränkt – hier kommt CopyQ ins Spiel.

Das Programm steht für die wichtigsten Betriebssysteme bereit und erlaubt es, den Inhalt der Zwischenablage zu verändern und zu verwalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einfachen Text, HTML-Code oder Bilddaten handelt. Im Gegensatz zur generischen Methode hält das Tool mehrere Einträge in der Zwischenablage vor, von denen es standardmäßig immer den ersten einfügt. Sie haben aber die Möglichkeit, einen beliebigen Eintrag zu markieren und dann wie gewohnt in ein Programm der Wahl einzufügen. Bei Bedarf modifizieren Sie die Einträge vorab, wobei Sie optional über eine spezielle Funktion völlig neue Einträge direkt in die Speicherplätze schreiben. Zur besseren Übersicht dürfen Sie die Einträge alphabetisch sortieren und mit Notizen oder sogenannten Tags versehen. Alle wichtigen Funktionen rufen Sie bei Bedarf über Tastenkürzel auf. Diese dürfen Sie nach Gusto anpassen.

Standardmäßig integriert sich CopyQ nach dem Start dezent in die Symbolleiste der Benutzeroberfläche. Über das Kontextmenü des Symbols gelangen Sie direkt zum Inhalt der Zwischenablage und zu den wichtigsten Funktionen. Ein Doppelklick öffnet das Programmfenster mit allen Funktionen. Hier finden Sie auch das Konfigurationsmenü, mit dem Sie das Programm Ihren Wünschen anpassen. Neben der Sprache für die Oberfläche legen Sie hier fest, welcher Editor zum Einsatz kommt und wieviele Elemente die Zwischenablage aufnimmt. Deren Inhalte lassen sich sogar verschlüsseln. Beenden Sie CopyQ, speichert es den aktuellen Inhalt der Zwischenablage. Beim nächsten Start arbeiten Sie dann mit dem gleichen Stand weiter.

CopyQ 2.4.5

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://hluk.github.io/CopyQ/

Datenbänker

Konfiguration und Installation von SQL-Datenbanken meistert LazSQLX 4.0.1.1232 mit links. Das Konzept ist eingängig, die Oberfläche übersichtlich.

Die meisten Datenbanken bringen eigene Oberflächen zum Verwalten mit, die zahlreiche Funktionen bieten und die jeweilige Datenbank optimal unterstützen. Benötigen Sie jedoch nur gelegentlich einen übersichtlichen SQL-Client, der mit allen gängigen Datenbanken zurecht kommt, lohnt ein Blick auf LazSQLX. Das in Free Pascal programmierte und in Lazarus implementierte Tool gibt es für Windows und Linux, wobei die Entwickler in den letzten Monaten vor allem an der Windows-Version intensiv gearbeitet haben. Die Software bietet eine schlichte Benutzeroberfläche, in der Sie sich schnell zurechtfinden.

Das Programm kooperiert mit Firebird, MS-SQL, MySQL, Oracle und SQLite. Es steht als Binary bereit und lässt sich dadurch sofort einsetzen. Um eine Verbindung zur Datenbank Ihrer Wahl aufzubauen, geben Sie lediglich Daten wie Server, Name der Datenbank, Benutzerkonto und Passwort an. Nach der Verbindungsaufnahme zeigt LazSQLX am linken Fensterrand eine Übersicht aller in der Datenbank enthaltenen Tabellen und Prozeduren an. Ein Query-Fenster bietet die Möglichkeit, die Datenbank abzufragen; weitere Funktionen finden Sie im Kontextmenü der jeweiligen Tabellen. So zeigt das Tool den Inhalt der Tabelle an oder bietet über die Query- und Prozedur-Generator eine Hilfestellung beim Anlegen von Prozeduren oder einfachen Abfragen. Der Menüpunkt Tabellen-Info gibt nicht nur Auskunft über den Tabellenaufbau samt Spalten, sondern zeigt zudem an, welche Indizes für diese Tabellen angelegt wurden und welche Abhängigkeiten zu anderen Tabellen existieren.

Auf Wunsch exportiert LazSQLX den Datenbankinhalt in den Formaten CSV, XML, JSON oder RTF. Ein Export in Form reiner SQL-Statements klappt ebenfalls – ideal, um die Daten in eine andere Datenbank einzuspielen. Um eine komplette Datenbank zu kopieren, greifen Sie zum integrierten Datenbank-Cloner. Hier geben Sie nur das Zielsystem an und kopieren so die aktuelle Datenbank.

LazSQLX 4.0.1.1232

Lizenz: Freeware

Quelle: https://lazsqlx.wordpress.com

Galerist

Das relativ junge Projekt Lumee 0.3 zeigt in einer übersichtlichen Oberfläche, was an Bildern auf dem Rechner liegt. Dabei arbeitet es flott, zeigt aber Potenzial für Verbesserungen.

An Bildbetrachtern herrscht unter Linux kein Mangel. Das Tool Lumee gehört eher zu den eher einfachen Vertreter der Kategorie, sein Schwerpunkt liegt nach Aussage der Entwickler auf dem Sichten von Bildarchiven. Dabei besticht das Tool durch eine einfache und übersichtliche Benutzeroberfläche. Sie enthält nur wenige Bedienelemente, wodurch mehr Platz für den Anzeigebereich bleibt. Am linken Fensterrand zeigt das Programm mittels Vorschaubildern den Inhalt der Verzeichnisse an. Standardmäßig skaliert die Software das aktuelle Bild passend im Bereich in der Mitte. Über die Zoom-Einstellungen am rechten Rand passen Sie die Anzeige gegebenenfalls an. Direkt daneben befindet sich die sehr einfach aufgebaute Konfiguration des Tools. Hier ändern Sie bei Bedarf die Sortierung oder aktivieren die Vollbildansicht. Der Menüpunkt Einstellungen zeigt die Metadaten des aktuellen Bilds an. Neben Name und Format erfahren Sie hier die Bildgröße. Damit ist der Funktionsumfang von Lumee Tools bereits erschöpft. Hilfreiche Funktionen wie das Rotieren eines Bildes oder die Möglichkeit, Bilddateien zu löschen oder umzubenennen, bietet das Programm in der aktuellen Version nicht. In Sachen Geschwindigkeit braucht sich Lumee jedoch nicht zu verstecken. Möchten Sie schnell einen Ordner sichten, hilft es beim Blättern durch die Bilder.

Lumee 0.3

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/bmars/lumee

Postbote

Mpop 1.2.2 eignet sich hervorragend als Filter in eigenen Skripten, die Mails von verschiedenen Servern abrufen. Das Tool bietet zahlreiche Parameter, die den Einsatz sehr flexibel machen.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Mpop um einen POP3-Client. Das Kommandozeilenwerkzeug lädt Mails via POP3 von entsprechenden Servern. Sämtliche Einstellungen erfolgen via Konfigurationsdatei oder Parameter beim Aufruf. Somit eignet sich Mpop als Alternative zu Tools wie Fetchmail oder Getmail sowie zur Integration in eigene Skripte. Die Konfigurationsdatei ermöglicht das Verwalten verschiedener Konten auf unterschiedlichen Servern an einem einzigen Ort. Jedes Benutzerkonto nimmt dabei in der Konfiguration als eigenständiger Account einen Abschnitt ein. Dieser erhält einen eindeutigen Namen, über den Sie ihn ansprechen.

Neben dem Namen enthält der Account Daten zum Authentifizieren und die Adresse des Servers. Das Passwort hinterlegen Sie dabei wahlweise im Klartext, als verschlüsselte Datei oder durch Angabe eines systemweiten Schlüsselrings. Letzteres klappt jedoch nur unter Gnome und Mac OS X. Im Gegensatz zu anderen Tools verwaltet Mpop die empfangenen Mails nicht selbst, sondern reicht sie lediglich weiter. Am einfachsten ist es, die Mails im Mbox- oder Maildir-Format direkt auf dem Client abzulegen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Mails an einen MDA wie Procmail zu übergeben.

Möchten Sie nicht alle Mails auf einmal herunterladen, dann filtern Sie die Mails vor dem Übertragen. Im Filterparameter geben Sie eine Grep-Zeile oder ein eigenes Skript an, mit dessen Hilfe das Programm den Header der Nachricht auswertet und diese so gegebenenfalls aussortiert. Möchten Sie nur Mails einer bestimmten Größe ausnehmen, erledigen Sie das mit Parametern wie killsize oder skipsize. Weitere Parameter legen fest, ob Mpop nur neue Mails überträgt und ob es die Nachrichten nach erfolgreicher Übertragung löscht. Die umfangreiche Manpage gibt zahlreiche Beispiele für die geeignete Konfiguration. (agr)

Mpop 1.2.2

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://mpop.sourceforge.net/

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    Download-Manager Aria2c 1.19.2, Clipboard-Verwalter CopyQ 2.5.0, Terminkalender Linux Reminders 1.1.0, Mediaplayer-Frontend Smplayer 15.9.0
  • Neues auf den Heft-DVDs
    Linux Mint 17.1 "Rebecca" LinuxUser-Megapack (Cinnamon, Mate, XFCE, KDE), KaOS 2015.02, Neptune 4.3, SuperX 1.3.1, Tails 1.3.1
  • Sammeldienst
    Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser ginge: Der POP3-Client Mpop besticht durch eine schlanke Architektur und einige Features, die ein flottes Arbeiten versprechen.
  • Angetestet
    Prüfsummengenerator Checksumcontrol 2.4.2.1, Tabellenkalkulationswerkzeug Dagri 1.3, Protokollanalysesystem Logwatch 7.4.3, plattformübergreifender Passwortverwalter Pkg 22-01-17.
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