Software

Bereits die Live-Variante verfügt neben dem herkömmlichen Bestand an Software über einige Eigenentwicklungen, die in Westeuropa eher unbekannt sein dürften. Dazu zählt neben dem ROSA Media Player auch der ROSA Image Writer, der es gestattet, ISO-Images auf ein bootfähiges USB-Medium zu befördern. Als weiteres exotisches Programm gesellt sich YouMagic dazu, das als russisches Konkurrenzprodukt zu Skype fungiert. Des Weiteren findet sich ein Cloud-Connector, der allerdings erst nach Installation des Pakets rosa-cloud-connector zum Einsatz bereitsteht.

Unter der Haube bietet das Betriebssystem ebenfalls Interessantes: So gibt es mehrere speziell für den Einsatz auf dem Desktop oder einem Server optimierte Kernel-Varianten. Für Notebooks stehen angepasste Kernel über die Softwareverwaltung bereit. Wem die von Haus aus installierte Kernel-Variante 3.14.25 bereits zu betagt erscheint, installiert über ein gesondertes Repository den aktuelleren Kernel 3.17.6 [2].

Da es ROSA Linux mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen gibt, finden sich auch für Gnome und XFCE diverse Erweiterungen und Themes in den Repositories. Zum vergleichsweise aktuellen Softwarebestand zählen neben LibreOffice 4.3.3 auch Firefox 34.0 und Thunderbird 31.0. Die GCC-Compilertools liegen in Version 4.9.2 vor, und der KDE-Desktop notiert bei Variante 4.14.3.

Die Mesa-Grafikbibliothek liegt in Version 10.3.3 bei, auch proprietäre Grafiktreiber von Nvidia und AMD/ATI fehlen nicht. Zudem haben die Entwickler ihr Augenmerk auf Systeme mit Hybridgrafik gelegt: Davon profitieren vor allem hochwertige Notebooks und mobile Workstations, die neben einer internen Intel-Grafikkarte für alltägliche Aufgaben zusätzlich dedizierte Komponenten von Nvidia oder AMD/ATI für rechenintensive grafische Anwendungen eingebaut haben.

Ein besonderes Schmankerl für Anwender mit modernen SSD-Speichern halten die Entwickler ebenfalls bereit: So findet sich mit dem Paket ssd-utils eine Software im System, die den Trim-Befehl auf Solid State Disks ausführt. Das sorgt vor allem bei älteren Modellen, deren interner Controller diesen Befehl zum Löschen noch nicht unterstützt und automatisch anwendet, dafür, dass dieser Speicherzellen bei Bedarf wieder als frei markiert. So bleibt selbst bei sehr intensivem Einsatz einer SSD auf Dauer eine hohe Geschwindigkeit beim Schreiben erhalten. Die SSD-Utilities laufen in der Standardeinstellung einmal wöchentlich.

Auf die Platte

Für die Installation des Betriebssystems führt der Bootloader beim Start des Rechners einen eigenen Menüpunkt auf. Dieser startet ein Setup, das sich weitgehend am Vorbild Mandriva orientiert und daher das System nach nur wenigen Schritten auf den heimischen Massenspeicher packt. Danach steht ROSA Linux in der optisch und technisch gleichen Variante wie im Live-Betrieb bereit.

Viele Distributionen, die auf Mandriva basieren und KDE als Standard-Desktop nutzen, teilen die Konfiguration wie das Original auf zwei Orte auf. Anders ROSA Linux: Hier gibt es das seit weit über zehn Jahren entwickelte und aufgrund seiner ausgezeichneten Konzeption von vielen Distributionen immer noch genutzte Kontrollzentrum nicht mehr. Stattdessen integriert die Distribution viele Dienste aus dem Kontrollzentrum in das KDE-Menü mit den Systemeinstellungen. So findet sich hier unter der alten grafischen Oberfläche von Rpmdrake ein Tool zum Verwalten der Software, die Programme zum Einstellen von Firewall und Kindersicherung sowie ein Tool, über das Sie das Authentifizieren beim Zugriff auf Systemdienste konfigurieren. Auch die Programme für die Hardware-Erkennung sind in das KDE-Menü integriert (Abbildung 3).

Abbildung 3: ROSA Linux bündelt alle Werkzeuge für die Konfiguration in den KDE-Einstellungen.

Als Paketverwaltung kommt nach wie vor das Mandriva-eigene Urpm zum Einsatz, wobei dank vielfältiger Unterstützung durch Drittanbieter der Bestand in etwa dem von Mageia entspricht.

ROSA Linux bietet bereits in der Grundinstallation im Vergleich zu manchen gängigen Distributionen zusätzliche Annehmlichkeiten: So finden sich unfreie Firmware-Dateien, die bestimmte Hardware zum reibungslosen Einsatz benötigt, bereits fertig integriert; Gleiches gilt für Multimedia-Codecs. Dies hat den Vorteil, dass die manuelle Installation wegfällt.

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Kommentare
Tolles Review
Shalok Shalom (unangemeldet), Montag, 06. April 2015 18:08:42
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Ich verwende die Distro seit einiger Zeit und kann das Fazit dieses Artikels nur unterstreichen.

Bezüglich hw-probe: Der erwähnte Terminus Computertyp ist variabel, hier kann eingetragen werden, was will.
Auch wird nicht, wie beschrieben, eine Nummer mitgeteilt, sondern eine URL, die den Entwicklern mitgeteilt werden kann, um eben beim Bug Tracking zu helfen. :)

Noch ein paar andere nette Tools:

http://wiki.rosalab.com/en/...anet/Basic_GUI_for_ROSA_Freeze


http://abf-blog.rosalinux.ru/






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RLES > RHEL
Matthias Schuster (unangemeldet), Mittwoch, 15. April 2015 14:07:58
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RLES Helium basiert auf Red Hat 6


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