Installation

Anders als die gängigen Distributionen wartet Kali Linux auch bei den unterschiedlichen Installationsoptionen mit Besonderheiten auf. Das heruntergeladene ISO-Image arbeitet auf einem optischen Datenträger relativ langsam, deutlich flüssiger läuft Kali von einem bootfähigen USB-Speicherstick. Der lässt sich auch in einem persistenten Modus betreiben, was das dauerhafte Speichern von Konfigurationsdaten ermöglicht.

Um das Betriebssystem im persistenten Modus auf einem USB-Stick anzulegen, fallen jedoch mehrere zusätzliche Arbeitsschritte an. Der USB-Stick selbst sollte in diesem Fall eine Kapazität von wenigstens 8 GByte aufweisen, da Sie für die persistent abzuspeichernden Daten manuell eine gesonderte Partition anlegen müssen. Beim herkömmlichen Live-Einsatz des Betriebssystems genügt dagegen eine Kapazität von 4 GByte. Auf der Webseite des Projekts finden Sie ausführliche Dokumentationen auch in deutscher Sprache zu den unterschiedlichen Installationsoptionen auf Flash-Sticks [2].

Vor dem Anlegen eines bootfähigen Mediums gilt es zudem, generell die Systemvoraussetzungen zu beachten: Kali Linux nutzt in der 32-Bit-Variante einen Kernel mit PAE-Erweiterungen. Einige ältere Intel-Prozessoren der Pentium-M-Generationen sowie viele Atom-Prozessoren unterstützen diese Erweiterung nicht. Auf solchen Systemen lässt sich Kali Linux also weder installieren, noch läuft es auf ihnen.

Umfasst Ihr Netzwerk auch drahtlos arbeitende Komponenten oder betreiben Sie es sogar komplett als WLAN, gilt es, zusätzlich auf die WLAN-Netzwerkkarte des Computers zu achten. Einige Hersteller stellen gar keine Module für Linux bereit, andere wiederum implementieren nur einen eingeschränkten Funktionsumfang, sodass sich manche Programme von Kali Linux mit solcher WLAN-Hardware nicht einsetzen lassen. Problemlos arbeiten in der Regel WLAN-Chipsätze von Atheros, Ralink und Realtek mit Kali zusammen. Dank der in das Betriebssystem integrierten proprietären Firmware können Sie auch WLAN-Chipsätze von Intel in nahezu allen Fällen ansprechen. Bei älteren WLAN-Komponenten dieser Provenienz gelingt jedoch häufig das Umschalten in den Monitormodus nicht, sodass sich diese nur sehr eingeschränkt zu Analysezwecken nutzen lassen.

Bei der Installation von Kali Linux im persistenten Modus auf einem USB-Stick lassen sich zusätzliche Treiber oder Updates nur schwer einspielen. Deswegen empfiehlt es sich vor allem für Administratoren, die Kali Linux in großen, heterogenen Umgebungen einsetzen möchten, das System auf einem dafür vorgesehenen Computer dauerhaft zu installieren. Diese Methode bietet den Vorteil, dass Systemupdates problemlos gelingen. Außerdem lassen sich Treiberprobleme, wie sie insbesondere beim Einsatz von WLAN-Komponenten auftreten können, bei stationärer Installation auf einem Desktop-PC oder Notebook vermeiden. Nutzen Sie dagegen einen USB-Stick an wechselnden Computersystemen mit unterschiedlicher Hardware, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das System gelegentlich Hardware nicht erkennt – wie im Fall einiger WLAN-Chipsätze – und nicht in den Monitormodus schalten kann.

Die dauerhafte stationäre Installation auf einem Massenspeicher nehmen Sie im Grub-Bootmenü über die Einträge Install oder Graphical install vor. Kali Linux startet anschließend den Debian-Installer, der Sie in wenigen Schritten zu einem funktionstüchtigen System auf der Festplatte führt. Da der Installer bereits die Netzwerkeinrichtung vornehmen möchte, hierbei jedoch nur eine kabelgebundene Schnittstelle anspricht, müssen Sie – sofern Sie ausschließlich ein WLAN nutzen – diesen Schritt zunächst überspringen. Nach erfolgreicher Installation des Betriebssystems auf Ihrem Massenspeicher und einem anschließenden Neustart holen Sie die WLAN-Konfiguration nach, indem Sie im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge | Einstellungen die Systemwerkzeuge anwählen. Im sich nun öffnenden Dialog geben Sie die WLAN-Zugangsdaten ein und integrieren das Kali-Linux-System so in Ihr Netz (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Konfiguration der WLAN-Karte erledigen Sie in Kali Linux mit wenigen Mausklicks.

Verschlüsselung

Bei der Installation des Betriebssystems auf einem USB-Stick oder einem lokalen Massenspeicher besteht neben den herkömmlichen Einstellungen auch die Option, den Datenträger zu verschlüsseln. Ein verschlüsseltes Medium gewährleistet, dass im Falle eines Diebstahls des Notebooks oder des USB-Sticks mit Kali Linux die vorhandenen Datenbestände nicht in falsche Hände geraten.

Die Installationsroutine bietet dazu beim Partitionieren des Massenspeichers die Option Geführt -- gesamte Platte mit verschlüsseltem LVM an. Nach Auswahl dieser Option legt der Installer, sofern Sie nicht explizit etwas anderes angeben, eine verschlüsselte Root-Partition und eine Swap-Partition auf dem Massenspeicher an. Wünschen Sie ein anderes Partitionierungsschema, so können Sie das durch Auswahl der entsprechenden Optionen ebenfalls mit Verschlüsselung anlegen.

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