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© Computec Media GmbH

Window Maker und Debian für einen schlanken Desktop

Auf zu neuen Höhen

Window Maker zählt zu den Dinosauriern unter den Fenstermanagern. Mit Debian vereint, mausert er sich aber zum brauchbaren Alltags-Desktop.

Mit dem Desktop Window Maker, der dem legendären NeXTStep-Betriebssystem optisch nachempfunden ist, setzt das Debian-Derivat Window Maker Live auf einen alten Hasen. Seit 1997 entwickeln und pflegen die Mitglieder des Projekts die Software weiter. Dabei sollten Sie sich nicht durch den ungewöhnlichen Namen Window Maker Live verwirren lassen: Das System ermöglicht eine Installation auf der Festplatte und beschränkt sich keineswegs auf den Live-Betrieb.

Spartanisch

Im Test kam das noch sehr junge Betriebssystem aus Barcelona in der 64-Bit-Variante auf verschiedener Hardware zum Einsatz, wobei die Palette vom acht Jahre alten Pentium-D-Rechner mit einem Prozessor, der auf dem Pentium 4 basiert, bis hin zum modernen Core-i7-System reichte.

Das rund 1 GByte große Image [1] gestattet bereits im Menü von Grub die Auswahl zwischen Live-Betrieb oder Installation auf der Festplatte. Entscheiden Sie sich für das Live-System, so haben Sie die Möglichkeit, über ein Untermenü verschiedene Sprachen auszuwählen. Danach startet das System, wie von Debian her gewohnt, etwas gemächlich von der DVD in einen Bildschirm ohne jegliche optische Gimmicks.

Das von anderen Desktops her gewohnte Panel fehlt. Lediglich auf der rechten Seite finden Sie vertikal angeordnet einige Icons, die entfernt an den Unity-Desktop von Ubuntu erinnern. Diese verzweigen in verschiedene Terminal-Varianten oder erlauben den Onlinezugang mithilfe von Firefox und Thunderbird. Weitere gängige Applikationen lassen sich nicht direkt per Icon von der Arbeitsfläche erreichen. Oben am rechten Rand finden Sie aber noch einen Starter mit einer symbolisierten Festplatte, der die dauerhafte Installation des Betriebssystems ermöglicht.

Nach einem Doppelklick auf dieses Icon führt das System einen Warmstart aus. Sie gelangen nun wieder in den ursprünglichen Grub-Bildschirm und wählen hier die Option für die Installation auf einem Massenspeicher aus. Danach geleitet Sie eine optisch angepasste Debian-Routine in wenigen Schritten durch die Installation.

Nach Abschluss der Installation starten Sie das System neu, wobei Window Maker Live im Vergleich zu anderen Distributionen mit umfangreichen Desktops sehr zügig hochfährt. Der Desktop hat sich dabei gegenüber der Live-Variante nicht verändert.

Bedienung

Window Maker kennt weder Panel noch einen Starter für ein Hauptmenü. Stattdessen gelangen Sie in die Menüs mit den Applikationen, indem Sie mit der rechten Maustaste in die Arbeitsfläche klicken. Die Menüs zeigen eine erstaunliche Vielfalt an Programmen (Abbildung 1). Als etwas verwirrend erweisen sich dabei jedoch die teils in englischer, teils in deutscher Sprache gehaltenen Strukturen: So präsentiert sich die erste Ebene der Hauptgruppen komplett englisch lokalisiert, die zweite dagegen überwiegend in deutscher und die dritte wieder in englischer Sprache.

Abbildung 1: Randvolle Menüs gibt es bereits in der Standardinstallation.

Die einzelnen Programme und Tools rufen Sie per einfachem Mausklick auf, wobei Window Maker eine optische Rückmeldung gibt. Über die Symbole am unteren Bildschirmrand von links nach rechts sehen Sie, welche Applikationen gerade laufen. Auch die Fenster gilt es anders zu handhaben als bei den meisten anderen Desktops: Rechts in der Titelleiste jedes Fensters findet sich lediglich der Knopf zum Beenden des Programms – Schaltflächen zum Minimieren oder Maximieren des Fensters fehlen.

Der ganz links im Fenstertitel befindliche Button befördert dagegen nach einem Klick das Programm minimiert als Icon an den unteren Bildschirmrand und macht den Arbeitsbereich frei. Durch einen Doppelklick auf das Symbol holen Sie es aber bei Bedarf wieder blitzschnell auf die Arbeitsfläche. Bei Applikationen, die mehrere Fenster öffnen, wie dem Bildbearbeitungsprogramm Gimp, öffnen sich dabei alle Fenster. Nach einem Rechtsklick in die Titelleiste eines geöffneten Programms erscheint ein Menü, über das Sie bei Bedarf verschiedene Optionen zum Verhalten des Fensters und des Programms auswählen.

In dem am rechten Bildschirmrand vertikal positionierten Dock finden Sie einige häufig verwendete Applikationen und Apps zum System-Monitoring. Bei Bedarf erweitern Sie das Dock und sorgen dafür, dass es auf allen Desktops in der gleichen Ansicht erscheint. Anders sieht es mit dem Clip aus: Es beinhaltet nach der Standardinstallation den Umschalter zwischen den Arbeitsoberflächen. Zusätzlich legen Sie hier aber bei Bedarf häufig genutzte Anwendungen ab. Der Inhalt des Clips unterscheidet sich jedoch in der Regel zwischen den einzelnen virtuellen Desktops.

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