Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Systemintegritätschecker Afick 3.4.3, HTTP-Verbindungssniffer Httppp, Multithreading-Helfer Splitjob 1.1, superschlanker Dateimanager Xfe 1.40

Schnellmerker

Mit dem effizienten Tool Afick 3.4.4 behalten Sie die Integrität wichtiger Dateien im System jederzeit im Auge.

Hinter Another File Integrity Checker, kurz Afick, verbirgt sich eine Sammlung von Tools, mit der Sie die Integrität von Dateien überwachen. Auf diese Weise bemerken Sie Manipulationen am System umgehend. Die Tool-Sammlung enthält eine Reihe von Perl-Programmen zur Installation und Konfiguration. Darüber hinaus gibt es eine TK-basierte Oberfläche, die das Bedienen vereinfacht. Ein Shellskript hilft dabei, das Programm in den Scheduler Cron zu integrieren. Das ermöglicht ein regelmäßiges, automatisiertes Prüfen.

Sie konfigurieren den Integrity-Checker über die Datei /etc/afick.conf. Hier legen Sie nicht nur fest, welche Dateien wie zu prüfen sind, sondern hinterlegen zusätzlich die Pfade zur Datenbank oder zur Historie der Test. Sie haben außerdem die Möglichkeit, eigene Regeln zu definieren oder bestimmte Dateien von der regelmäßigen Prüfung auszuschließen. Möchten Sie, dass die Software Sie über das Ergebnis via Mail informiert, tragen Sie außerdem die Daten des Empfänger in die Konfiguration ein. Dazu passen Sie die Textdatei afick.conf mit einem einfachen Editor an Ihre Bedürfnissen an. Alternativ rufen Sie das Tool Afickconfig mit entsprechenden Parametern auf. Letzteres eignet sich zum Anpassen, wenn Sie den Prüfer in eigene Skripte oder Batch-Abläufe integrieren.

Haben Sie die Software nach Gusto konfiguriert, initialisieren Sie als nächstes die Datenbank. Diese erfasst den aktuellen Status einer Datei basierend auf Prüfsummen, Zugriffsrechten und Attributen. Anhand dessen vergleicht sie das Ergebnis jeder Prüfung und stellt so fest, welche Dateien sich verändert haben. Damit der gespeicherte Zustand immer aktuell bleibt, müssen Sie die Datenbank nach jedem Update des Systems aktualisieren. Bei Paketmanagern wie Apt hinterlegen Sie dazu den Aufruf afick -u als Post-Befehl.

Möchten Sie das System nur gelegentlich prüfen oder bevorzugen Sie eine grafische Oberfläche, dann greifen Sie zur Tk-Oberfläche Afick-gui. Sie bietet alle wichtigen Funktionen, ist übersichtlich und für Einsteiger gut geeignet. Hier testen Sie komfortabel alle Einstellungen und wechseln mit wenigen Klicks zwischen verschiedenen Konfigurationen.

Afick 3.4.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://afick.sourceforge.net

Webschnüffler

Httppp**1.4.0 liefert Details zu HTTP-Verbindungen und deren Antwortzeiten. So finden Sie im Handumdrehen das Nadelöhr.

Das Mitschneiden das Datenverkehrs auf einer Schnittstelle zählt unter Linux zu den leichteren Übungen, das Auswerten des Datenstroms entwickelt sich hingegen schnell zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Hier helfen Tools wie Httppp, das Ihnen bei der Analyse von HTTP-Verbindungen zur Hand geht. Im Gegensatz zu anderen Werkzeugen führt es keine statistischen Auswertungen durch. Es eignet sich vielmehr zum Testen der Performance, da es unter anderem die Antwortzeiten einer Anfrage ermittelt. Dabei schneidet es den Datenverkehr selbst nicht mit, sondern wendet seine Auswertungen auf einen Mitschnitt im Pcap-Format an. Diesen erstellen Sie mit Programmen wie Tcpdump oder Wireshark.

Das vorherige Filtern der Ausgangsdaten ist nicht erforderlich: Das Programm extrahiert selbstständig alle HTTP-Pakete aus dem Mitschnitt. Für jedes ermittelt es den Hostnamen, die IP-Adresse und den jeweiligen Return-Code. Darüber hinaus kalkuliert es die Reaktionszeit des Servers auf das jeweilige Paket. Diese Daten bereitet es in der grafischen Oberfläche übersichtlich auf.

Im Bereich TCP-Conversation listet Httppp die einzelnen Verbindungen mit einer fortlaufenden Nummer auf. Der Bereich am rechten Fensterrand zeigt die übertragenen Daten im Klartext. Am aufschlussreichsten ist jedoch der Bereich TCP-Hits: Hier listet die Applikation alle Details eines Pakets auf. Dazu zählen Quell- und Zieladresse, die Methode der Anfrage, die angefragte Seite, die jeweiligen Ports, die Dauer der Übertragung und der Return-Code des Servers. Bei Bedarf exportiert Httppp diese Liste als CSV-Datei, was das Weiterverarbeiten der Daten mit anderen Programmen ermöglicht.

Httppp 1.4.0

Lizenz: AGPLv3

Quelle: http://httppp.g76r.eu

Prozess-Turbo

Das kompakte Tool Splitjob 1.1 verteilt einfache Programme und Aufgaben unkompliziert auf mehrere Prozessorkerne.

Wer heute einen neuen Rechner kauft, erhält bereits für wenig Geld einen Rechner mit mehreren Kernen im Prozessor. Da liegt es nahe, lang laufenden Jobs oder Prozesse auf diese aufzuteilen. Die meisten kleineren Programme oder Tools unterstützen von Hause aus jedoch kein paralleles Verarbeiten. Hier kommt Splitjob zum Zug: Das Konsolenwerkzeug liest einen Datenstrom aus der Standardeingabe, unterteilt die Daten zum Verarbeiten in mehrere Queues und startet damit mehrere Instanzen der eigentlichen Software. Die Ausgabe der einzelnen Instanzen setzt das Tool anschließend in der richtigen Reihenfolge zusammen.

All dies beherrscht Splitjob ohne langwierige Konfiguration. Das Tool bietet nur eine Handvoll Optionen, die Sie beim Aufruf über Parameter setzen. So legen Sie mit -j die Anzahl der parallelen Instanzen fest. Vergessen Sie den Parameter beim Start, ruft das Programm nur eine Instanz auf. Die Größe der Datenblöcke, in die es die Eingabe unterteilt, legen Sie über -b fest; standardmäßig teilt das Tool den Datenstrom in Blöcke zu je 1 MByte. Mit -r legen Sie fest, wie oft Splitjob einen fehlgeschlagenen Job erneut ausführt; für gewöhnlich wirft das Tool nach drei Versuchen das Handtuch.

Damit sind die Möglichkeiten des Programms bereits erschöpft. Bei Aufruf einer Instanz startet Splitjob für jede Queue zwei Prozesse. Diese regeln die Ein- und Ausgabe des Datenflusses, ein Hauptprozess koordiniert die einzelnen Abläufe. Wer jetzt glaubt, jedem Programm auf diese Weise zu einem Leistungsschub zu verhelfen, der sieht sich getäuscht: Das Tool eignet sich primär zum Parallelisieren einfacher Konsolenprogramme, die keine Übergabe benötigen. So zeigen die Beispiele das erfolgreiche Parallelisieren von Gzip. Bei komplexeren Werkzeugen wie Tar, das eine eigene Parameterübergabe erwartet, stolpert Splitjob jedoch über die Parameter des aufzurufenden Programms.

Splitjob 1.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://splitjob.sourceforge.net

Explorator

Der leistungsfähige Dateimanager Xfe 1.40 bietet viele Annehmlichkeiten und lässt sich bei Bedarf auch mit eigenen Skripten erweitern.

Obwohl die meisten Anwender heute ihre Daten lieber in der Cloud als auf der heimischen Festplatte speichern, gehört ein Dateimanager zu jedem Betriebssystem. Mit dem X File Explorer, kurz Xfe, steht eine leistungsfähige Variante bereit, die außerdem sparsam mit den Ressourcen des Systems umgeht. Auf den ersten Blick erinnert das Programm an den bekannten Explorer von Microsoft; allerdings geben die Entwickler an, vom X-Win-Commander inspiriert worden zu sein. Die grafische Oberfläche basiert auf den Fox-Bibliotheken. Im Gegensatz zu anderen grafischen Dateimanagern bietet das Tool mehrere Modi, die jeweils die Oberfläche verändern.

Im Ein-Panel-Modus listet Xfe den Inhalt des aktuellen Verzeichnis einfach auf. Bei Bedarf erweitern Sie dann diesen um einen Verzeichnisbaum, der das Navigieren erleichtert. Darüber hinaus bietet das Tool einen Modus mit zwei Spalten, den Sie bei Bedarf ebenfalls um einen Verzeichnisbaum ergänzen. Die Aufteilung zwischen den Panels darf sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen. Über Tastenkürzel ändern Sie das Layout jederzeit im Handumdrehen. Dank integriertem Editor und einem Bildbetrachter nehmen Sie kleinere Anpassungen an Dateien direkt aus der Software heraus vor. Xfe unterstützt darüber hinaus verschiedene Paketformate wie DEB und RPM, was es erlaubt, einen Blick in die jeweiligen Archive zu werfen oder die Pakete direkt zu installieren.

Darüber hinaus kommt das Tool mit verschiedenen Archivformaten wie TAR, ZIP oder RAR zurecht, von denen es die meisten zumindest entpackt und für einige wenige wie TAR oder ZIP auch Archive erstellt. Weitere Eigenschaften, wie das Einhängen von Laufwerken, das Verwalten von Lesezeichen oder die nahtlose Integration in gängige Benutzeroberflächen wie Gnome, KDE oder XFCE runden das Bild ab. Genügt der Funktionsumfang Ihren Ansprüchen nicht, erweitern Sie das Programm mittels Shellskripten. Xfe greift dabei auf einen speziellen Ordner zu, in dem Sie diese ablegen und dann über das Kontextmenü für die ausgewählte Datei aufrufen. (jlu/agr)

Xfe 1.40

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://roland65.free.fr/xfe/

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