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Sicherheitslücken im WLAN mit Wifislax aufspüren

Schutzengel

Moderne WLAN-Installationen bieten viel Komfort, weisen jedoch oft auch gravierende Sicherheitslücken auf. Diesen kommen Sie mit Wifislax auf die Spur.

Nicht zuletzt wegen ihrer Flexibilität und des einfachen Setups erfreuen sich WLANs großer Beliebtheit. Darüber hinaus erreichen Funknetze nach den aktuellen Standards inzwischen Datenübertragungsraten, die noch vor wenigen Jahren kabelgebundenen LANs vorbehalten blieben. Die Kehrseite der Medaille: Ein fehlerhaft konfiguriertes WLAN öffnet Angreifern womöglich Tür und Tor. Ein genauer Blick auf das Setup lohnt sich deswegen allemal – mit der aus Spanien stammenden Distribution Wifislax gelingt das auf Anhieb.

Live-Einsatz

Wifislax [1] startet in einen in spanischer Sprache gehaltenen Grub-Bildschirm. Falls Sie kein Spanisch sprechen, greifen Sie in dessen Menü erst einmal zur Option Change to English menus, um sich etwas leichter zurechtzufinden. Nun müssen Sie sich für eine von zwei Kernel-Varianten entscheiden: Für ältere Hardware empfiehlt sich die Option Run with 486 kernel; verwendet der Rechner moderne Mehrkern-Prozessoren, wählen Sie die Alternative Run with SMP kernel. Danach startet Grub nicht sofort das eigentliche Betriebssystem, sondern bietet in einem weiteren Bildschirm noch verschiedene Desktops (KDE und XFCE) sowie abgesicherte Modi ohne ACPI, X-Server oder mit VESA-Grafiktreiber an. Erst nach Anwahl einer dieser Optionen startet das eigentliche System.

Die Desktop-Menüstruktur von Wifislax weist auf den ersten Blick bis auf die Untergruppen Wifislax und Updaters keine Besonderheiten auf. Bei näherem Betrachten der Untermenüs zeigt sich jedoch, dass die Entwickler jeden Ballast, der nicht zum eigentlichen Themenschwerpunkt der Distribution beiträgt, aus dem Betriebssystem verbannten. So fehlen Gimp, LibreOffice und Thunderbird ebenso wie Standardprogramme aus dem multimedialen Bereich. Gängige Online-Applikationen wie Mailclients, Chatprogramme und Messenger wurden ebenfalls gestrichen. Der Programmumfang variiert jedoch je nach gewählter Arbeitsumgebung: KDE integriert einige seiner zahlreichen desktopspezifischen Programme, die unter XFCE komplett fehlen.

Installation

Da sich Wifislax im Live-Betrieb etwas behäbig gibt, schadet es nicht, es zu installieren. Dazu bietet der Slackware-Abkömmling im Menü System | Install Wifislax die grafische Routine Wifislax Installer QT an, die das System in wenigen Schritten auf die Festplatte transferiert. Die Routine richtet dabei automatisch die für den Live-Betrieb genutzte Desktop-Umgebung ein. Mangels jeglicher Lokalisierung arbeitet das Setup jedoch komplett in spanischer Sprache (Abbildung 1).

Abbildung 1: Für den einfach gehaltenen Installer bietet das Projekt bislang keine Lokalisierungen an, womit er lediglich in spanischer Sprache zur Verfügung steht.

Ein weiteres Ärgernis, das bei der Installation zutage tritt, stellt die umständliche Vorbereitung des Massenspeichers dar, die wir bereits beim letzten Test von Wifislax kritisierten [2]. Die Routine erlaubt es nämlich nicht, die Distribution auf einer bereits partitionierten Festplatte zu installieren. Stattdessen müssen Sie zunächst sämtliche Partitionen via System | GParted löschen und neue anlegen.

Nach einem Neustart stoßen Sie die Installation an, indem Sie die grafische Routine erneut aktivieren und mit einem Klick auf Siguiente (fortfahren) beginnen. Daraufhin fragt der Installer ab, auf welcher Festplatte und Partition er das System ablegen soll. Nachdem Sie diese ausgewählt haben, beginnen Sie die Installation durch einen Klick auf Copiar. Ein Fortschrittsbalken visualisiert den Ablauf der Installation.

Wenn die Routine die Meldung Operacion finalizada (Operation abgeschlossen) ausgibt, wechseln Sie durch einen erneuten Klick auf Siguiente zur Konfiguration des Bootmanagers, die Sie durch einen weiteren Mausklick auf Ejecutar GRUB Config (GRUB-Konfiguration ausführen) anstoßen. Das nun aufgerufene Ncurses-Programm führt in wenigen Schritten zu einem funktionierenden Grub2-Bootloader.

Nach einem erneuten Warmstart bootet Wifislax dann von der Festplatte. Positiv sticht hier die gute Ausstattung der Distribution mit Treibermodulen auch für exotische Hardware ins Auge: So unterstützt sie die meisten WLAN-Karten und externe USB-WLAN-Sticks mit proprietären Firmware-Treibern.

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