MakuluLinux 7 mit XFCE

Kurz nach der Cinnamon-Edition von MakuluLinux erfuhr auch MakuluLinux 7 XFCE ein Update. Die Variante mit XFCE als Desktop-Umgebung (Abbildung 7) basiert auf vielfachen Anwenderwunsch hin erstmals auf Ubuntu in Version 14.04 LTS und erbt somit den Vorteil der Langzeitunterstützung bis ins Jahr 2019. Aufgrund der bevorstehenden Veröffentlichung von Debian 8 "Jessie" und dem damit verbundenen Änderungsstopp taugt der Entwicklungszweig von Debian aktuell ohnehin eher weniger für Derivate. Wie gewohnt kupfert Makulu nicht vollumfänglich bei der Vorlage ab; das aktuelle Makulu 7.1 XFCE macht einen sehr eigenständigen Eindruck.

Abbildung 7: Die eigenständige Optik beider Makulu-Editionen – hier die XFCE-Ausgabe – äußert sich in kräftigen Farben und fantasievollen Bildschirmhintergründen.

Die Installationsroutine stammt aus Ubuntu und machte bei der Partitionierung keinerlei Fehler. Das Problem mit der deutschen Lokalisierung trat allerdings auch bei der XFCE-Edition auf und liegt somit offenbar tiefer im System vergraben. Das deutsche Tastaturlayout übernimmt Makulu XFCE korrekt, die Lokalisierung der Software bleibt abermals lückenhaft. Um eine mehr oder weniger deutsche Umgebung zu erhalten, müssen Sie also wieder etwas Nacharbeit im Einstellungsmenü leisten. Die von Ubuntu übernommene Möglichkeit, die Festplatte bei der Installation mit Cryptsetup zu verschlüsseln, funktionierte bei uns im Test ohne Probleme. Allerdings sollten Sie in diesem Fall nie ihre Passwörter verlegen: Sonst bleiben die Daten verschlüsselt und unerreichbar auf der Festplatte zurück.

Auch die XFCE-Variante weiß optisch und technisch zu gefallen. Die Programmzusammenstellung entspricht in weiten Teilen der der Cinnamon-Edition (Abbildung 8). Als Menü kommt Whisker [10] zum Einsatz, am anderen Ende des Panels wartet der Programmstarter Synapse auf seinen Einsatz. Zusätzlich lässt sich am oberen Bildschirmrand Docky [11] anheften. Ebenfalls alternativ zuschaltbar stehen Compiz 1.9.2 samt dem Fensterdekorator Emerald für Desktop-Effekte bereit – falls der eingesetzte Rechner hierfür genug Kraft mitbringt. Für aktuelle Software nutzt die Distribution ein gutes Dutzend Ubuntu-PPA-Paketquellen. Zu deren Verwaltung liegt der Y PPA Manager von Haus aus mit auf der Festplatte.

Abbildung 8: Nach der Installation meldet sich Steam mit fälligen Updates, PlayOnLinux wartet auf erste Spiele.

Als Browser der Wahl dient beim Makulu XFCE Firefox 35.1. Er bringt, wie auch sein Gegenpart Chrome bei Cinnamon, bereits einige Plugins mit, darunter Adblock, ein Youtube-Downloader sowie Benachrichtigungsmodule für Facebook, Twitter und Gmail. Das Design der Desktop-Umgebung wirkt, wie auch bei der Cinnamon-Variante, ausladend und farbenfroh – mit einigen Überschneidungen bei den Hintergründen und Themen. Systemd kommt bei dieser Distribution noch nicht zum Zug: Ubuntu wartet mit der Einführung bis zur nächsten Version 15.04. Trotzdem geht der Systemstart flott vonstatten, das System erlaubt zügiges Arbeiten.

Abbildung 9: Variety wechselt auf Wunsch periodisch den Bildschirmhintergrund. Das kleine Werkzeug lädt die Bilder dabei auch aus dem Internet.

Fazit

Bei der Beurteilung der beiden Veröffentlichungen Makulu MCDE 2.0 und Makulu 7.1 XFCE gibt es insgesamt wenig Abstriche zu machen. Der anfangs fehlerhaft arbeitenden Installationsroutine nahm sich der Entwickler zügig an, auch das Tastaturlayout funktioniert nun auf Deutsch.

Ansonsten sprechen nur zwei Gründe dagegen, Makulu zu Ihrer Hauptdistribution zu machen: Zum einen liegt Makulu nur in einer 32-Bit-Version vor – das passt nicht mehr in die Zeit. Der Grund hierfür liegt in der derzeit unzulänglichen Anbindung des Entwicklers an das Internet seiner südafrikanischen Heimat. Da er sich aufgrund fehlender Bandbreite auf eine Architektur konzentrieren muss, entschied er sich wegen Steam, das es nur in einer 32-Bit-Version gibt, für diese Architektur. Das zweite Manko stellt die Tatsache dar, dass Jacque Raymer überwiegend alleine an Makulu arbeitet und das Projekt somit mit ihm steht und fällt.

Wir möchten Makulu daher eher als Zweitinstallation empfehlen. Die Variante mit Cinnamon eignet sich dabei für Anwender mit aktueller Hardware, denn der Desktop benötigt die 3D-Funktionen der Grafikkarte zur Darstellung der Desktop-Effekte. Bei der XFCE-Ausgabe der Distribution lässt sich Compiz im Menü abschalten, sodass diese auch mit älteren Rechnern harmonieren sollte. Angemerkt sei noch, dass auch für KDE eine neue Makulu-Version kurz vor der Veröffentlichung steht, bei der als Fenstermanager Compiz anstatt Kwin zum Einsatz kommt.

Abgesehen von der klaglosen Funktion empfiehlt sich MakuluLinux durch seine eigenständige Anmutung, die es nicht zuletzt dem durchdachten Design verdankt. Raymer will künftig zwischen Debian "Testing" und Ubuntu als Basis alternieren, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Wenn Sie also künftig das sympathische Nashorn sehen, wissen Sie: Dahinter steckt MakuluLinux, das allemal mehr als einen Blick wert ist. 

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