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© Brother International GmbH

Mobiler Dokumentenscanner mit WLAN: Brother DS-820W

Leseratte

Der kompakte, mobile Einzugsscanner Brother DS-820W digitalisiert nicht nur unterwegs schnell Bilder und Texte, sondern kann sogar ein stationäres Gerät ersetzen.

Linux eignet sich aufgrund der Vielfalt an freier Software und der inzwischen meist guten Hardware-Unterstützung durch die Hersteller bestens als solides Allround-OS. Trotzdem gibt es immer noch Bereiche, in denen das freie Betriebssystem eher ein Nischendasein fristet, weil es zu vorhandener Hardware für spezialisierte Einsatzzwecke kaum Treibermodule gibt. Einer dieser problematischen Bereiche ist der Scanner-Markt, vor allem der für mobile Geräte. Die lassen sich, anders als herkömmliche Flachbettscanner, auch unterwegs einsetzen und sind daher vor allem bei Außendienstlern weit verbreitet.

Mobile Scanner weisen einen Dokumenteneinzug auf, durch den die Vorlage gezogen und gleichzeitig eingelesen wird. Die Geräte fallen daher kaum größer aus als ein zusammengefalteter Taschenschirm. In aller Regel verarbeiten solche Scanner dabei Vorlagen bis zum Format DIN A4. Die Energieversorgung stellen meist Batterien oder Akkus, gelegentlich auch externe Ladegeräte sicher. Die eingelesenen Daten übertragen die Geräte via USB direkt an einen Computer oder legen sie zur späteren Weiterverarbeitung auf einer SD-Karte ab. Viele mobile Scanner besitzen dementsprechend einen integrierten SD-Speicherkarteneinschub, der es auch gestattet, den Scanner unabhängig von einem Computer zu nutzen.

Treiberproblematik

Im Markt für mobile Scanner tummeln sich viele weniger bekannte Hersteller oder solche, die man eher mit anderen Branchen assoziiert: So gehört etwa der südkoreanische Mischkonzern Hyundai, der bei uns eher durch seine Personenkraftwagen bekannt ist, zu den führenden Anbietern von mobilen Dokumentenscannern. Hyundai hat dabei nicht nur Geräte mit einem Dokumenteneinzug im Sortiment, sondern zusätzlich sehr kompakte Handscanner, mit denen sich kleinformatige Vorlagen lesen lassen. Andere branchenfremde Hersteller wie Somikon, ION oder der hessische Anbieter DNT versuchen ebenfalls mit einer breiten Produktpalette, sich im Markt der mobilen Scanner zu etablieren.

Während die unter Linux gängigen Programme zum Scannen, Sane und Vuescan, bereits von Haus aus sehr viele Flachbettscanner und Multifunktionsgeräte unterstützen, sieht es bei mobilen Scannern eher düster aus. Hier sind Sie meist auf den Gerätehersteller angewiesen, der für seine Modelle Linux-Module bereitstellen muss. Aus der Anbietermenge ragen dabei lediglich zwei vorteilhaft heraus: Der japanische Produzent Brother bietet für viele seiner Geräte entsprechende Pakete an [1], die in Taiwan beheimatete Firma Avision offeriert mit Exactscan sogar ein spezielles Programm mit grafischer Oberfläche zum Einlesen der Vorlagen [2]. Dabei tritt Exactscan in direkte Konkurrenz zum etablierten Vuescan [3] und unterstützt auch viele Geräte anderer Hersteller.

Testkandidat

Unser Anforderungsprofil sieht vor, dass der zu testende Scanner alle üblichen Vorlagen bis zur DIN-A4-Größe einlesen können muss, wobei ein wichtiges Kriterium der wirklich mobile Einsatz ist. Geräte, die sich nicht über einen Akku oder einen Satz Batterien betreiben lassen, scheiden somit von vornherein aus. Das Aufladen eingebauter Akkus soll zudem über einen USB-Anschluss erfolgen, sodass das externe Netzteil zu Hause bleiben kann. Unser Testkandidat soll zusätzlich in der Lage sein, ohne angeschlossenen Computer zu arbeiten, was eine intelligente Elektronik und eine Speichermöglichkeit für die eingelesenen Dokumente voraussetzt. Wir werden schließlich beim Modell DS-820W von Brother fündig, das neben den geforderten Kriterien auch noch eine drahtlose Datenübermittlung verspricht (siehe Tabelle "Datenblatt Brother DS-820W").

Datenblatt Brother DS-820W

Gerätetyp mobiler Einzugsscanner
Auflösung optisch 600x600 dpi
Farbtiefe intern 48 Bit, extern 24 Bit
Graustufen intern 16 Bit, extern 8 Bit
Abtastbreite bis zu 216 mm
Abtastlänge bis zu 812 mm
Stromversorgung 5 V, max. 500 mA (via USB)
Akku Lithium-Ionen-Akku
Scan-Kapazität 90 Blatt (WLAN ein), 450 Blatt (WLAN aus)
WLAN
Standards 802.11b/g/n
Verschlüsselung WEP, WPA-PSK, WPA2-PSK
max. Clients 3
Scan-Geschwindigkeit (DIN A4)
Schwarz-Weiß 7,5 S/min (300 dpi), 4 S/min (über 400 dpi)
Farbe 7,5 S/min (300 dpi), 4 S/min (über 400 dpi)
Abmessungen
Maße 308 x 41 x 53 mm
Gewicht 450 g
Besonderheiten
Speicher SD-Karten mit max. 32 GByte Kapazität
Bezugsquelle
Website http://www.brother.de/scanner/ds-820w
Preis (ca.) 250 Euro

Das vom Hersteller für knapp 250 Euro Listenpreis angebotene Gerät erreicht uns in einer zunächst überdimensioniert erscheinenden Verpackung. Beim Auspacken erfreut uns jedoch der überaus üppige Lieferumfang: So finden sich im Karton neben dem Scanner nicht nur die üblichen Kabel, eine CD mit Treibern für andere Betriebssysteme und eine Schnellanleitung in gedruckter Form, sondern auch eine Kalibrierkarte und ein Trägerbogen, eine Stofftasche für den Transport des Scanners sowie eine SD-Speicherkarte mit 4 GByte Kapazität. Zu guter Letzt purzelt auch noch ein kleiner Akku aus dem Karton. Entgegen der bei vielen Herstellern neuerdings um sich greifenden Unsitte, Akkus fest und ohne Wechselmöglichkeit in ein Gerät einzubauen, hat Brother beim DS-820W einen Schacht mit arretierbarem Verschluss integriert. Dadurch können Sie den Akku problemlos gegen einen neuen austauschen, wenn der alte nicht mehr genügend Leistung liefert.

Der Scanner selbst macht einen hochwertigen Eindruck. Das etwa 450 Gramm schwere Gerät ist ganz in Weiß gehalten, wobei die Papieranlage an der Front aus schwarzem Kunststoff mit Aufdruck der gängigen Papierformate besteht. Durch einen praktischen Schieber können Sie die Vorlagenformate einstellen und somit gewährleisten, dass das jeweilige Dokument gerade eingezogen wird. Der Scanner zieht jede Vorlage von vorn ein und schiebt sie nach dem Passieren der LED-Leiste im Gerät an der Rückseite wieder hinaus. Hinten am Gerät befindet sich ein Mini-USB-Anschluss, der mithilfe des mitgelieferten Kabels sowohl zum Aufladen des Akkus als auch zur Datenübertragung an einen Computer dient. Daneben findet sich der Einschub für Speicherkarten, der SD- und SDHC-Karten mit einer Speicherkapazität von bis zu 32 GByte aufnimmt.

Auffallend ist das auf der Oberseite rechts angebrachte Tastenfeld mit einer kleinen, jedoch mehrzeiligen LCD-Anzeige (Abbildung 1). Die sechs davor angeordneten Bedientasten sind logisch gruppiert, was einer Fehlbedienung bei schlechten Lichtverhältnissen vorbeugt. Eine Statusanzeige für den WLAN-Betrieb rundet die Bedienelemente auf der Oberseite ab. Rechts am Gerät findet sich oben ein Schalter zum Ein- und Ausschalten der WLAN-Funktion und dahinter ein kleiner Reset-Knopf, der das Gerät bei fehlerhafter Funktion auf voreingestellte Werte zurücksetzt. Darunter finden Sie die Abdeckung des Akkufachs.

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