Aktuelle Software im Kurztest

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Backup-Assistent Autoarchive 1.2.0, SSH-Client Putty 0.64 pre, Tabellenkalkulation Pyspread 0.40, Menü-Helfer Wmconfig 1.4.9

Backup-Assistent

Mit Autoarchive 1.2.0 verliert der PC-Crash seinen Schrecken. Das Tool erweist sich sehr flexibel und eignet sich zur Integration in Skripte oder zur Kombination mit Cron.

Viele Anwender sichern nur selten Ihre Daten in Form von Backups. Um sich vor Datenverlusten zu schützen, greifen Sie am besten zu einem Tool wie Autoarchive. Das Terminalprogramm will das Sichern der Daten so einfach und übersichtlich wie möglich gestalten. Dazu legt es alle für eine Sicherung relevanten Informationen, wie Dateinamen und Verzeichnisse, zusammengefasst in einer Konfigurationsdatei ab. Diese als "Spezifikation" bezeichnete Konfigurationsdatei entspricht den Profilen anderer Lösungen.

Für eine einfache Sicherung geben Sie Autoarchive lediglich die gewünschte Spezifikationsdatei als Parameter beim Start mit. Diese erwartet das Programm im Home-Verzeichnis im Unterverzeichnis .config/aa/archive_specs. Standardmäßig erwartet das Tool das Suffix .aa für die dort liegenden Dateien. Neben den zu sichernden Verzeichnissen enthält die Spezifikation weitere Informationen, wie Ausnahmen, das zu verwendende Sicherungsprogramm, die Art der Sicherung, die Kompressionsstufe und das Intervall zum Aufbewahren alter Backups. Eine Liste aller Optionen finden Sie in der Manpage von aa_arch_spec. Das Archiv mit dem Quellcode enthält außerdem einige Beispiele, die sich als Basis für eigene Szenarien eignen.

Viele Einstellungen, wie die Art des Sicherungsprogramms, legen Sie bei Bedarf zentral in der globalen Konfiguration unter /etc/aa/aa.conf fest oder übergeben diese als Parameter beim Aufruf. Die globale Konfiguration enthält darüber hinaus die Pfade zu den benutzerspezifischen Konfigurationen und legt fest, was Autoarchive bei einer Arbeit ausgibt.

Im Gegensatz anderen Tools verwaltet das Programm die Datensicherung nur; für die eigentliche Arbeit greift es auf bewährte Tools wie Tar oder Bzip2 zurück. Die Sicherung erfolgt zudem auf Platte, Sicherungen auf Band unterstützt die Software nicht.

Autoarchive 1.2.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://autoarchive.sourceforge.net/

SSH-Allrounder

Der Wechsel zu Putty 0.64 pre lohnt sich nicht nur wegen zahlreicher Fehlerbereinigungen, sondern bringt auch neue Funktionen ins Spiel, wie den Erhalt der Zugriffsrechte bei Pscp-Übertragungen oder das Berücksichtigen der Deadkeys.

Der SSH-Client Putty ist nicht nur für Umsteiger von Windows interessant, die vom der alten Plattform einen Teil der Konfiguration übernehmen dürfen und sich in der GTK-Oberfläche sofort heimisch fühlen. Auch eingefleischten Linux-Anwender bietet die Software eine interessante Alternative zum klassischen OpenSSH. In der eingängigen grafische Oberfläche konfigurieren und verwalten Sie alle Verbindungen; durch seine eigene SSH-Implementation ist Putty von OpenSSH unabhängig.

Neben dem eigentlichen Programm beinhaltet das Archiv mit dem Quellcode noch eine Reihe weiterer Tools: So existiert mit Plink ein Konsolen-Client, über den Sie eigene Skripte mit einer SSH-Verbindung ausstatten. Andere Programme wie Psftp oder Pscp dienen dem sicheren Übertragen von Daten. Zum Erzeugen von SSH-Schlüsseln liegt Puttygen bei, das sich jedoch auf die wesentlichen Funktionen des Generierens beschränkt und nicht so viele Optionen bietet wie SSH-Keygen.

Um mit Putty eine Verbindung aufzubauen, geben Sie die Zieladresse an und legen das Übertragungsprotokoll fest. Neben SSH unterstützt Putty aus historischen Gründen Telnet und Rlogin. Weicht der Zielport vom Standard ab, passen Sie diesen in der Konfiguration an. Weitere Optionen, wie das Weiterleiten eines Ports oder eines X-Servers, stellen Sie im Bereich Connections ein. Anpassungen für das Terminalfenster wie Art oder Farbe der Schrift nehmen Sie unter Windows vor.

Sämtliche Optionen finden sich in einer Navigationsleiste am linken Fensterrand. Ist die Verbindung entsprechend konfiguriert, speichern Sie die Parameter unter einem eindeutigen Namen im Session-Bereich ab und rufen sie von dort jederzeit wieder auf. Die Verbindungen und genutzten Host-Schlüssel legt das Programm im Verzeichnis .putty ab.

Putty 0.64 pre

Lizenz: MIT

Quelle: http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/

Tabellenwunder

Die schlanke Tabellenkalkulation Pyspread 0.40 punktet durch hohe Geschwindigkeit und geringen Ressourcenbedarf. Statt Formeln geben Sie hier Python-Code in die Zellen ein.

Wie der Name Pyspread schon ahnen lässt, handelt es sich bei dem Programm um eine in Python implementierte Tabellenkalkulation. Sie bietet alle wichtigen Grundfunktionen einer Tabellenkalkulation; so dürfen Sie beliebige Zeilen oder Spalten einfügen und löschen oder den Inhalt sortieren. Das Erscheinungsbild passen Sie ebenfalls den eigenen Wünschen entsprechend an: Neben Art und Farbe der Schriftart stellen Sie bei Bedarf die Ausrichtung in der Zelle ein. Wenn nötig, rotieren Sie den Inhalt im Uhrzeigersinn in 90-Grad-Schritten. Bei der Umrandung haben Sie die Wahl zwischen Gitterlinien in elf verschiedenen Größen.

Die Suche in der Tabelle erfolgt über ein Feld am oberen rechten Fensterrand, das die Suche mit regulären Ausdrücken unterstützt. Möchten Sie den Inhalt einer der Zellen vor dem Verändern schützen, sperren Sie diese mit dem Schloss-Symbol. Neben einem eigenen Format zum Speichern versteht sich das Programm auch auf CSV-Dateien. Diese im- und exportieren Sie mit wenig Aufwand. Das eigene Format bietet als besonderes Highlight die automatische Signatur der Datei mit einem GPG-Schlüssel, vorausgesetzt, das passende Python-Modul ist installiert.

Im Gegensatz zu anderen Tabellenkalkulationen besitzt Pyspread keine eigene Verarbeitungssprache, um Funktionen zu implementieren. Die Möglichkeit, in einer Tabelle alle Python-Funktionen und Module zu verwenden, entschädigt jedoch hierfür. Anwendungsbeispiele und einen Screencast, der erste Eindrücke vermittelt, finden Sie auf der Webseite des Tools.

Pyspread 0.40

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://manns.github.io/pyspread/

Menüjongleur

Beim Jonglieren mit Distributionen und Desktops ist Wmconfig 1.4.9 eine echte Hilfe: Es sorgt unter allen Oberflächen für stets identische Kontextmenüs.

Die vielen unter Linux verfügbaren Window-Manager unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Konfiguration der Kontextmenüs, sodass Sie bei einem Wechsel gewohnte Aktionen verlieren. Wmconfig löst dieses Problem: Das Programm bietet unabhängiges Format für Kontextmenüs, aus dem Sie individuelle Menüs für über 45 verschiedene Window-Manager generieren. Die Palette der unterstützten Umgebungen umfasst neben Klassikern wie Fvwm2 oder Twm und Größen wie KDE4, XFCE und Gnome auch Exoten wie Equinox, Kahakai oder E19.

Für welche Oberfläche das Programm eine Konfiguration erstellt, legen Sie beim Aufruf mit dem Parameter --output fest. Standardmäßig generiert es die Einträge aus den Dateien im Verzeichnis /etc/wmconfig. Hier befindet sich für jedes Untermenü wie Desktop, Shell oder System eine eigene Konfiguration mit den jeweiligen Einträgen.

Für gängige Programme wie Bash oder Evolution liegen schon die jeweiligen Konfigurationen vor. Die Software prüft jedoch beim Erzeugen, ob die jeweilige Applikation wirklich auf dem System bereit steht, andernfalls legt sie keinen Eintrag an. Über die Option no-check-existence unterbinden Sie dieses Verhalten. Weitere Optionen verhindern bei manchen Window-Managern das Einbinden von Mini-Symbolen oder fassen Untermenüs mit nur einem Eintrag zusammen.

Möchten Sie die Struktur der Menüs um eigene Einträge erweitern, nutzen Sie die bestehenden Konfigurationsdateien der Untermenüs als Vorlage. Jeder Programmeintrag besteht aus dem angezeigten Programmnamen, dem zugehörigen Aufruf, der Untermenügruppe sowie einer Programmbeschreibung. Weitere Parameter legen das zu verwendende Terminalprogramm oder den jeweiligen Mime-Typ fest – Letzterer kommt jedoch nur unter KDE zum Zug. Weitere Details verrät die Manpage. (agr)

Wmconfig 1.4.9

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.arrishq.net/

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