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Schlankes Debian-Derivat Semplice Linux aus Italien

Wieselflink

Debian gehört zu den eher ressourcenintensiven Linux-Distributionen, bietet jedoch einen enormen Software-Fundus. Mit Semplice Linux nutzen Sie diesen und müssen dank Openbox trotzdem nicht auf Geschwindigkeit verzichten.

Zahlreiche Linux-Distributionen richten sich mit einem schlanken Desktop an Anwender mit älterer Hardware. Exotische Fenstermanager und Arbeitsoberflächen besitzen jedoch manchmal nicht die gleiche Funktionalität wie die Platzhirsche KDE oder Gnome und sehen zusätzlich häufig etwas rustikal aus. Anders dagegen das aus Italien stammende Semplice Linux [1]: Es bietet trotz eines schlanken Desktops moderne Bedienkonzepte und kommt zudem dank seiner Basis Debian mit einer enormen Software-Auswahl zu Ihnen.

Erster Eindruck

Semplice Linux gibt es in einer 32- und einer 64-Bit-Variante, wobei die entsprechenden ISO-Images mit jeweils knapp 640 MByte Platzbedarf auf einen CD-Rohling passen. Nach dem Start bietet der Bootloader Grub sowohl Optionen für den Live-Betrieb als auch für die direkte Installation auf einem Massenspeicher. Anders als viele etablierte Distributionen hält sich Semplice im Live-Modus nicht lange mit dem Start auf: Nach weniger als zwei Minuten ist der Desktop geladen.

Damit Sie nicht umständlich nachträglich die Lokalisierung anpassen müssen, öffnet das System auch im Live-Betrieb sofort einen Assistenten zur Konfiguration der Tastenbelegung und Zeitzone. Danach lädt Semplice umgehend den Openbox-Desktop. Der wirkt durch eine dezente Farbgebung und eine Panelleiste mit Systray am unteren Bildschirmrand wie ein LXDE- oder XFCE-Desktop, dem lediglich der Startbutton für die Applikationsmenüs fehlt.

Durch einen Rechtsklick in die Arbeitsoberfläche öffnen Sie das Hauptmenü von Semplice, das eine erstaunliche Software-Fülle bietet: Neben Abiword und Gnumeric aus dem Gnome-Bestand finden sich hier der Webbrowser Chromium, GNU Paint, Exaile, Mplayer, Xfburn und als grafisches Paketverwaltungstool Synaptic. Für die Arbeit mit Dateien und im Terminal kommen der Dateimanager PcmanFM und Roxterm zum Zug.

Eine weitere interessante Applikation findet sich im Untermenü Anwendungen | Systemverwaltung. Via Manage Semplice features schalten Sie durch einfache Schiebeschalter unterschiedliche Dienste ein oder wieder aus (Abbildung 1). Über den Starter Install Semplice schließlich bannen Sie das System auf die Festplatte.

Abbildung 1: Per Schieberegler bestimmen Sie, welche Funktionen Semplice freischaltet.

Installation

Der Installer von Semplice Linux ähnelt auf den ersten Blick jenem von Ubuntu, bietet aber einige clevere Funktionen. Steht etwa nur wenig Speicherplatz auf der Festplatte zur Verfügung, dann bieten die Lokalisierungsoptionen die Möglichkeit, überflüssige Sprachdateien zu entfernen. Daneben erlaubt Semplice, von Haus aus ein vollwertiges Root-Konto zu erstellen (Abbildung 2), sodass Sie sich bei vielen administrativen Aufgaben die Arbeit mit dem Sudo-Befehl ersparen.

Abbildung 2: Die Anlage von Usern inklusive eines Root-Accounts nehmen Sie in einem einfachen Dialog vor.

Nach der Anlage der Benutzerkonten partitionieren Sie die Massenspeicher. Hier wählen Sie zwischen einer automatischen Routine und der manuellen Einteilung der Festplatte(n). Der automatische Partitionierer erzeugt einen Swap-Speicher und eine Ext4-formatierte Partition für das Wurzelverzeichnis. Um eine zusätzliche Home-Partition zu nutzen, müssen Sie die Festplatte oder SSD manuell konfigurieren.

Nach dem Partitionieren erscheint erneut der Dienste-Manager, mit dem Sie überflüssige Komponenten schon vor der eigentlichen Installation ausschließen. Nach einer Zusammenfassung aller Einstellungen packt die Routine dann das System in kurzer Zeit auf die Festplatte.

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