AA_Fedora-21.jpg

© Computec Media GmbH

Fedora 21 mit Cockpit und DevAssistant

Teile und herrsche

Mit Fedora 21 teilt sich Red Hats Community-Distribution in drei spezialisierte Varianten auf. Das erlaubt Entwicklern wie Anwendern, besser auf die jeweilige Aufgabe zu fokussieren.

Nach der Aufteilung der Distribution im Rahmen von Fedora.Next steht Fedora 21 [1] erstmals in verschiedenen Geschmacksrichtungen bereit: Neben einer Workstation- und einer Server-Variante gibt es auch einen Cloud-Ableger für die Installation in Amazons AWS oder das Einrichten einer eigenen virtuellen Umgebung.

Alle drei stehen auf der Webseite des Projekts in Varianten für 32- und 64-Bit-Systeme zum Herunterladen bereit. Jede davon basiert auf dem Kernel 3.17, dem distributionseigenen Installer Anaconda und dem Init-Dienst Systemd. Eine gezielte Paketauswahl erweitert dieses Basissystem spezifisch für jeden der drei Verwendungszwecke.

Trotz der neuen Fedora-Varianten gibt es auch weiterhin die Fedora-Spins [2] mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen und einer eigenen Auswahl vorinstallierter Programme. Insgesamt stehen nicht weniger als 21 Spins zur Auswahl, darunter solche mit den Desktops KDE, Mate, XFCE und LXDE. Daneben finden sich speziell angepasste Varianten für Designer und Musiker, für Security-Audits oder für die Programmierung von Robotern.

Im Kern von Fedora 21 arbeitet der bereits im Oktober 2014 freigegebene Linux-Kernel 3.17, die Pakete wurden mit GCC 4.9.2 kompiliert. Systemd kommt rege zum Einsatz: Zu den vielen Diensten, die das neue, aber nicht unumstrittene Init-System steuert, zählen unter anderem die Terminalverwaltung Getty sowie die SSH- und Firewall-Daemons.

Umstandskrämer

Leicht aufgefrischt, bietet der Installer Anaconda jetzt in der Übersichtsseite zur Partitionierung mehr Details. Das Werkzeug zur Festplattenaufteilung gibt sich allerdings nach wie vor unübersichtlich und treibt gerade Einsteigern unweigerlich Schweißperlen auf die Stirn. Um etwa eine bestehende Partition für Fedora zu verwenden, müssen Sie sie erst löschen und dann wieder neu anlegen.

Auch die stets angezeigte Schaltfläche Fertig irritiert und lenkt davon ab, dass möglicherweise noch weitere Schritte in dem verschachtelten Konfigurationswerkzeug anstehen (Abbildung 1). Klicken Sie zur Unzeit auf den Button, landen Sie meist wieder in der Übersicht, mit der Meldung, es sei kein Installationsmedium ausgewählt.

Abbildung 1: Anacondas Partitionsmanager kann auch in Fedora 21 noch nicht überzeugen.

Standardmäßig richtet Fedora eine Boot-Partition mit Ext4 ein. Das System landet in einem ebenfalls Ext4-formatierten LVM-Volume. Nur beim manuellen Partitionieren bietet Anaconda auch Btrfs als Dateisystem an. Darüber hinaus konfiguriert es die Sprachauswahl und die Zeitzoneneinstellungen anhand der IP-Adresse. Während der Installer die ersten Pakete einspielt, fragt er noch das Root-Passwort ab und lässt Sie den ersten Benutzer einrichten.

Fokussiert

Als Standarddesktop verwendet Fedora 21 Gnome 3.14.2. Die Entwickler rüsteten ihn mit einer Gestensteuerung sowie Optimierungen für die Darstellung auf HD-Displays aus. Er lässt sich optional mit dem designierten X.org-Nachfolger Wayland betreiben, das dafür benötigte Paket gnome-session-wayland-session packt die Installationsroutine von Haus aus mit auf die Festplatte. Im Anmeldebildschirm lässt sich Gnome dann mit dem alternativen Displaymanager starten.

Im Testbetrieb auf einem Laptop mit Intels Sandy-Bridge-Plattform lief der Desktop flüssig und ohne nennenswerte Einschränkungen. Ab und zu hüpfte der Mauszeiger jedoch oder verschwand für einige Zeit hinter einem Fenster. Die Entwickler betonen denn auch, sie müssten noch viel Arbeit investieren [3], um die Umstellung auf Wayland zu komplettieren. Zahlreiche Anwendungen nutzen noch den Xwayland-Wrapper, erst ab Fedora 23 soll Wayland als Standard zum Zug kommen.

Nach der Installation der Workstation-Variante fragt Gnome nochmals eine Sprachauswahl ab und bietet das Einrichten diverser Internetdienste an, darunter Twitter, Facebook und Google. Die gezielte Paketauswahl für die drei neuen Distributionsvarianten zeigt sich unter anderem daran, dass der Workstation die administrativen Werkzeuge für die Firewall- und Netzwerkeinstellungen fehlen: Die beigelegte Software fokussiert sichtlich auf den täglichen Arbeitseinsatz.

Entsprechend richtet Fedora 21 Workstation standardmäßig LibreOffice in der aktuellen Version 4.3.4.1 und Firefox 34 ein. Dabei zeigen sich Schwächen hinsichtlich der konsequenten Umsetzung der Spracheinstellungen: Obwohl wir bei der Installation Deutsch als Sprache angaben, mussten wir die entsprechenden Lokalisierungen für LibreOffice separat nachinstallieren.

Als grafischen Aufsatz für die Paketverwaltung nutzt Fedora das in Gnome integrierte Software-Tool. Das Frontend zeigt nun Vorschaubilder der aufgelisteten Pakete an, was für mehr Übersicht sorgt, und übernimmt auch anstehende Systemaktualisierungen – so zumindest die Theorie. In der Praxis meldete das Werkzeug jedoch, die installierte Software sei auf dem aktuellen Stand, obwohl sich über Yum bereits zahlreiche Updates einspielen ließen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Fedora 21 veröffentlicht
    Das Fedora-Projekt hat die Version 21 seiner Distribution freigegeben. Erstmals gibt es Fedora in drei verschiedene Varianten, die sich an unterschiedliche Nutzer richten.
  • Fedora-Projekt hat erste Alpha-Version veröffentlicht
    Das Fedora-Projekt hat die erste Alpha-Version seiner gleichnamigen Distribution veröffentlicht. Sie gibt einen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand. Die größten Änderungen erfährt dabei Gnome.
  • Fedora 23 veröffentlicht
    Das Fedora-Projekt hat Version 23 ihrer Distribution freigegeben. Wie immer gibt es die drei Varianten Workstation, Server und Cloud.
  • Großer Wurf
    Fedora 22 erscheint zwar mit einer Woche Verspätung, glänzt dafür aber mit Gnome 3.16 und dem neuen Paketmanager DNF. Lediglich der Installer Anaconda könnte Neueinsteigern Kopfschmerzen bereiten.
  • Neuer Hut
    Mit der Veröffentlichung von Fedora 23 ist das erste Jahr nach der Infrastrukturumstellung im Rahmen von Fedora.next erfolgreich geschafft.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...