Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Prüfsummengenerator Hashrat 1.2, Youtube-Downloader Smtube 14.8.0, Verschlüsselungshelfer Tomb 2.0, USB-Stick-Wiki MyWoaS 0.13.0-b1

Dateigutachter

Mit Hashrat 1.2 erstellen Sie im Handumdrehen automatisiert Prüfsummen über ganze Verzeichnisse. Das Tool lässt sich auch gut in Skripten einsetzen.

Mithilfe von Prüfsummen lassen sich Änderungen an Dateien schnell erkennen. Gilt es, alle Dateien einer Verzeichnisstruktur zu prüfen, gerät das aber zur Sisyphusarbeit – es sein denn, Sie greifen zu Hashrat, mit dem Sie mit wenigen Prüfsummen ganze Verzeichnisstrukturen im Griff behalten. Dabei unterstützt das Tool die gängigsten Prüfalgorithmen, vom beliebten MD5 über verschiedene SHA-Derivate bis hin zu Whirlpool und JH. Welcher Algorithmus zum Einsatz kommt, legen Sie ebenso via Kommandozeilenparameter fest wie die Kodierung für die Ausgabe des Prüfwerts. Für Letztere unterstützt Hashrat Base64-, Oktal- und Dezimal-Kodierung.

Um eine Prüfsumme für eine Datei zu erzeugen, rufen Sie Hashrat mit der jeweiligen Datei und dem gewünschten Prüfalgorithmus als Parameter auf. Als Ergebnis erhalten Sie neben der berechneten Prüfsumme auch weitere Eckdaten wie Dateigröße, Zugriffsrechte, Dateieigentümer oder Zugriffszeit. Benötigen Sie diese Daten für alle Dateien eines Verzeichnisses, geben Sie anstelle des Dateinamens ein Wildcard-Symbol an; um auch alle Unterverzeichnisse zu berücksichtigen, ergänzen Sie den Aufruf mit der Option -r.

Standardmäßig gibt Hashrat alle Ergebnisse auf der Konsole aus. Leiten Sie die Ausgabe in eine Datei um, können Sie diese später zur Kontrolle des jeweiligen Verzeichnissystems heranziehen. Dazu übergeben Sie Hashrat beim Aufruf mit dem Parameter -c die korrespondierende Ergebnisdatei einer früheren Prüfung. Das Tool ermittelt dann für alle enthaltenen Dateien den jeweiligen Veränderungsstatus. Um die Ausgabe auf die geänderten Dateien zu beschränken, nutzen Sie den Parameter -cf.

Hashrat besitzt keine Manpage, die im Archiv enthaltene README-Datei erfüllt jedoch denselben Zweck. Hier finden Sie eine Beschreibung aller Parameter sowie einige Anwendungsbeispiele, so etwa zum Einsatz von Hashrat mit SSH.

Hashrat 1.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://sites.google.com/site/columscode/home/hashrat?pli=1

Kleinstkino

Statt im Webbrowser spielt Smtube 14.8.0 Youtube-Videos im Mediaplayer ab und zeichnet sie gegebenenfalls dabei gleich auf.

Youtube-Videos betrachten die meisten Anwender zwar im Webbrowser, doch lassen sie sich auch mit einem beliebigen Mediaplayer wiedergeben, so man denn ihre URL kennt. Das kompakte Tool Smtube kann die Clips finden und wiedergeben, ohne dazu den Browser zu bemühen. Nach dem Start zeigt Smtube eine Übersicht der beliebtesten Videos, wahlweise beschränkt auf die Kategorien Musik oder Sport. Um einen Clip anzusehen, genügt ein Doppelklick auf den jeweiligen Eintrag. Smtube startet ihn dann im Mediaplayer Smplayer, über die Konfiguration lässt sich stattdessen auch Mplayer dafür auswählen. Per Rechtsklick auf den Eintrag bietet Smtube außerdem die Möglichkeit, das Video oder nur dessen Tonspur aufzunehmen beziehungsweise das Filmchen doch im Browser zu öffnen.

Über das Suchfeld am unteren Fensterrand durchstöbern Sie Youtube durch Angabe eines Schlagworts nach Beiträgen. Über die Kategoriereiter am oberen Fensterrand lassen Sie stattdessen nur die neuesten oder beliebtesten Videos auflisten. Durch umfangreiche Trefferlisten blättern Sie mit den Navigationssymbolen am unteren Rand der Liste. Über das Symbol mit dem Schraubenzieher gelangen Sie ins Konfigurationsmenü von Smtube. Neben dem bevorzugten Mediaplayer und der gewünschten Wiedergabequalität geben Sie hier das Ablageverzeichnis für Aufnahmen vor und legen eine geografische Region und Zeitzone fest, was bei der Suche die Trefferliste eingrenzt.

Smtube 14.8.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://smtube.sourceforge.net/

Datengrab

Mithilfe von Tomb 2.0 erstellen Sie in nur vier Schritten einen verschlüsselten Container – einfacher geht es kaum noch. Allerdings erfordern einige der von Tomb genutzten Tools Root-Rechte.

Das sichere Ablegen kritischer Dateien zählt heutzutage für jeden Anwender zum Pflichtprogramm. Das Konsolenprogramm Tomb hilft Ihnen dabei, Daten bequem und sicher in einem verschlüsselten Container zu "vergraben". Dabei erfindet das Tool die Verschlüsselung keineswegs neu, sondern betätigt sich als Wrapper für bewährte Werkzeuge wie Cryptsetup, Dd und Mkfs. Für seine Arbeit setzt es eine Z-Shell voraus. Sämtliche benötigten Drittprogramme finden sich in allen gängigen Distributionen und lassen sich im Handumdrehen über den jeweiligen Paketmanager installieren.

Anschließend führen nur vier Arbeitsschritte zum einsatzfähigen, verschlüsselten Container. Zunächst legen Sie mit tomb dig eine Containerdatei an, wobei der Parameter -s deren Größe festlegt; mindestens 20 MByte sind Pflicht. Dann erzeugen Sie mittels tomb forge eine Schlüsseldatei, die das gewünschte Passwort enthält. Das kann je nach verwendetem Zufallsgenerator einige Minuten dauern. Über tomb lock initialisieren Sie unter Angabe der Container- und der Schlüsseldatei schließlich den Container und versiegeln ihn mit dem erzeugten Schlüssel. Nun hängen Sie den Container mit dem Aufruf tomb open ins Verzeichnissystem ein, wobei Sie gegebenenfalls mit -o weitere Mount-Optionen festlegen.

Standardmäßig bindet Tomb den Container im Verzeichnis /media unter dem jeweiligen Containernamen ein. Eine Übersicht aller geöffneten Container liefert das Tomb-Kommando list, mit close und slam schließen Sie einen geöffneten Container wieder. Weitere Befehle wie index oder search dienen der Suche über alle im Container enthaltenen Dateien; entsprechende Anwendungsbeispiele sowie weitere Optionen finden Sie in der Manpage des Tools.

Tomb 2.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://www.dyne.org/software/tomb/

Taschenspeicher

Als mobiles Wiki für jede Plattform steht MyWoaS 0.13.0-b1 sofort nach dem Entpacken einsatzbereit, lediglich das Tiddlyfox-Addon für Firefox müssen Sie noch im Browser installieren.

Falls Sie schon mit dem Gedanken geliebäugelt haben, ein eigenes Wiki aufzubauen, jedoch bisher vor dem dafür notwendigen Aufbau eines Webservers samt Datenbank zurückschreckten, kommen Sie jetzt mit My Wiki on a Stick oder Kurz MyWoaS auf Ihre Kosten. Der Ableger des bekannten Stickwiki basiert genau wie das Original auf einer sich selbst modifizierenden HTML-Datei, die sämtliche Wiki-Eigenschaften in Form von Javascript-Funktionen enthält. Daher benötigt MyWoaS weder Datenbank noch Webserver und steht sofort nach dem Entpacken des Archivs zum Einsatz bereit. Mit seiner geringen Größe passt es zudem auf jeden USB-Stick.

Zum Arbeiten öffnen Sie die HTML-Datei einfach im Webbrowser Ihrer Wahl. Jedoch können einige Browser den Inhalt nur anzeigen, Änderungen aber nicht speichern. MyWoaS schafft hier wenigstens bei Firefox Abhilfe, da es das Plugin Tiddlyfox unterstützt, das es ermöglicht, Wikis wie MyWoaS oder Tiddlywiki in eine lokale Datei zu schreiben. In Sachen Erscheinungsbild und Bedienung unterscheidet sich MyWoaS nur unwesentlich von Stickwiki. Für das Markup kommt jetzt eine Creole-ähnliche Syntax zum Einsatz, alte Tags werden aber immer noch unterstützt.

Über die Wiki-Symbolleiste am oberen rechten Fensterrand navigieren Sie im Wiki, rufen die Hilfe auf oder gelangen in die Wiki-Konfiguration. Hier bietet MyWoaS die Möglichkeit, alte WoaS- oder Stickwiki-Dateien zu importieren, das Erscheinungsbild über Cascading Style Sheets anzupassen oder nach verwaisten Wiki-Einträgen zu suchen. Über Makros und Java-Plugins erweitern Sie bei Bedarf den Funktionsumfang von MyWoaS. Weitere Informationen dazu und eine Anleitung bietet die umfangreiche Hilfefunktion des Wikis.

My Wiki on a Stick 0.13.0 Beta1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/woas/

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