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© tiero, 123RF

Mit Dvdisaster optische Datenträger wiederherstellen

Rettungsring

Auch optische Speichermedien unterliegen einem Verschleiß. Mithilfe von Dvdisaster beugen Sie mit überschaubarem Aufwand Datenverlusten durch defekte CDs, DVDs oder Blu-rays vor.

Optische Massenspeicher erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und kommen vor allem im Multimedia-Bereich häufig als Sicherungsmedium zum Einsatz. Doch die preisgünstigen Kunststoffscheiben weisen auch Nachteile auf: Alterungsprozesse verursachen mit der Zeit Lesefehler, die schlussendlich das gesamte Medium unbrauchbar machen und somit im Extremfall zum kompletten Datenverlust führen.

Dabei lässt sich schwer vorhersagen, wann solche Fehler auftreten – das hängt nicht zuletzt von den Umwelteinflüssen sowie der Ausgangsqualität des Datenträgers ab. Wollen Sie optische Datenträger also als Medium zur Langzeitarchivierung nutzen, empfiehlt es sich, entsprechende Vorsorge zu treffen. Mithilfe des kleinen Programms Dvdisaster [1] beugen Sie Datenverlusten auf optischen Speichermedien effektiv vor.

Alle gängigen Distributionen führen Dvdisaster in ihren Repositories, sodass Sie sich das Übersetzen aus dem Quellcode [2] in aller Regel schenken können und das Programm bequem über den jeweiligen Paketmanager installieren. Je nach verwendetem Desktop finden Sie anschließend einen Starter für Dvdisaster unter Unterhaltungsmedien, Multimedia oder Werkzeuge | Systemwerkzeuge.

TIPP

Nutzen Sie einen Blu-ray-Brenner, benötigen Sie eine Dvdisaster-Version aus dem aktuellen 0.72er-Zweig, die Vorgänger unterstützen keine Blu-ray-Medien.

Funktionsweise

Dvdisaster liest die Inhalte der Speichermedien sektorweise ein und arbeitet daher unabhängig vom vorgegebenen Dateisystem. Auf diesem Weg rekonstruiert die Software beschädigte Inhalte auf optischen Speichermedien ausschließlich mithilfe der zuvor angelegten Fehlerkorrekturdaten. Da generell die Datenrettung schon bei einem teilweise nicht mehr lesbaren optischen Datenträger scheitert, empfiehlt es sich, die Software bereits dann einzusetzen, wenn die CD oder DVD noch vollständig funktioniert. Dvdisaster bietet zusätzlich einige Prüfroutinen, die den Zustand eines optischen Mediums analysieren. Das Programm bezieht – sofern vorhanden – auch Fehlerkorrekturdaten mit in die Prüfung ein. Als Alternative für diese Funktion bietet sich das freie Programm QPxTool [3] an.

Die von Dvdisaster generierten Fehlerkorrekturdaten stellen keine komplette Sicherungskopie des Ursprungsmediums dar, sondern können maximal etwa 20 Prozent des originalen Datenbestands rekonstruieren. Aus diesen Fehlerkorrekturdaten und den noch lesbaren Inhalten des Datenträgers legt die Software ein neues ISO-Image an, das sich anschließend auf ein neues optisches Medium brennen lässt. Alternativ sichern Sie das ISO-Image auf einen anderen Massenspeicher und brennen es erst später bei Bedarf. Die Fehlerkorrekturdaten müssen Sie jedoch nicht bei jedem Brennen des ISO-Images erneut erstellen, sie lassen sich für Prüfungs- und Rekonstruktionszwecke auch bei späteren Brennvorgängen erneut verwenden.

Los geht's

Nach der erfolgreichen Installation zeigt sich beim ersten Start eine optisch etwas ungewöhnlich wirkende Oberfläche: Die Bedienelemente finden Sie am rechten Bildschirmrand in Gestalt einiger Buttons angeordnet und in einer Menüleiste, die lediglich aus den Einträgen Datei und Werkzeuge besteht.

Um spätere unangenehme Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich vor der Anlage eines Images, die zu sichernden Datenträger zunächst auf ihre Integrität hin zu überprüfen. Dazu klicken Sie nach Einlegen des originalen Speichermediums einfach auf die Schaltfläche Prüfen rechts im Programmfenster. Die Software liest daraufhin den Datenträger von innen nach außen und zeigt den Fortschritt in der Rubrik Datenträger-Zustand grafisch hübsch aufbereitet an.

Der Graph im linken Bereich des Fensters trägt die Lesegeschwindigkeit auf. Treten hier in der normalerweise gerade ansteigenden Kurve Einbrüche auf, so deutet dies auf problematische Sektoren hin. Unlesbare Sektoren einer optischen Disk kennzeichnet Dvdisaster rechts im Bereich Datenträger-Zustand in der Sektorenanzeige zudem in roter Farbe, unproblematische Datenbereiche markiert es grün. Bei Prüfsummenfehlern hebt Dvdisaster die entsprechenden Passagen in gelber Farbe hervor (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei einer nahezu neuen DVD sollte Dvdisaster bei einer Prüfung des Datenträgers keine Fehler melden.

Oben im Programmfenster finden Sie neben der Modellbezeichnung des aktiven DVD-Laufwerks zusätzlich die Pfadangaben für das anzulegende ISO-Image und die Fehlerkorrekturdatei. Sofern Sie die Pfade nicht ändern, speichert Dvdisaster beide Dateien in Ihrem Homeverzeichnis ab.

Markiert Dvdisaster beim Lesevorgang eines optischen Mediums viele Sektoren in gelber oder roter Farbe, dann rufen Sie detaillierte Informationen über das Speichermedium im Menü Werkzeuge | Datenträger-Info auf. Zusätzlich gibt das Programm durch einen Klick auf die Schaltfläche Protokoll unten rechts im Programmfenster einen detaillierten Statusbericht aus.

Beachten Sie, dass Dvdisaster zwar faktisch alle beschreibbaren optischen Datenträger unterstützt, jedoch keine industriell gefertigten Medien. Lassen Sie Dvdisaster eine kommerzielle Audio-CD, Video-DVD, DVD-ROM oder eine Video-BD einlesen, dann teilt die Software Ihnen umgehend mit, dass es diese Medien nicht verarbeiten kann.

Möchten Sie sogenannte Double-Layer-DVDs mit doppelter Speicherkapazität mit Dvdisaster bearbeiten, so muss das genutzte Laufwerk diese Datenträger auch unterstützen. Das ist zwar bei fast allen aktuell erhältlichen DVD-Brennern der Fall, bei älteren Modellen und Combo-Laufwerken jedoch nicht unbedingt.

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