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© Alex Hinds, 123RF

Neuerungen in OpenSuse 13.2

Feintuning

Nicht ohne Grund gehört OpenSuse zu den beliebtesten Distributionen in Deutschland. In der aktuellen Version zeigen die Nürnberger aufs Neue, warum das so ist.

Mit einer Verzögerung von satten vier Monaten entließ der Nürnberger Distributor OpenSuse (http://www.opensuse.org) sein jüngstes Gewächs in die Freiheit, die Version 13.2. Die Verspätung begründeten die Macher unter anderem damit, dass sie zeitlich an andere Projekte gebunden seien, deren Weiterentwicklung sich verzögert habe. Gleichzeitig appellierten sie an die Community, sich stärker zu engagieren. Ein Grund dafür dürfte sein, dass OpenSuse die beiden Rolling-Release-Kandidaten "Thumbleweed" und "Factory" mit Erscheinen von Version 13.2 zu einer Distribution zusammenfassten.

Was gibt's Neues

Den Unterbau der neuen Version stellen der Kernel *3.16.6 zusammen mit dem X-Server 1.16 bereit. Wie üblich kümmerten sich die Nürnberger zunächst einmal um die Modellpflege. So hoben sie praktisch alle verfügbaren Programme auf den derzeit aktuellsten Stand, so auch auch die Desktop-Umgebungen. Eine Aufstellung der aktuellen Programmversionen zeigt die Tabelle "Neue Software".

Neue Software

Software Version
Kernel 3.16.6
X-Server 1.16
GCC 4.8
OpenSSH 6.6
Glibc 2.19
KDE 4.14.2
Gnome 3.14
IceWM 1.3.8
LibreOffice 4.3.2.2
Amarok 2.8.0
K3b 2.02
Mozilla Firefox 33.0
Gimp 2.8.14
Digikam 4.3.0
Kaffeine 1.2.2
Gwenview 4.14.0
Kopete 1.6.6.0
Okular 0.20.2

Das in der Grundeinstellung angewählte KDE kommt in Version 4.14.2 auf die Platte; einen Vorgeschmack auf KDE 5 vermittelt nach der Installation per sudo zypper install plasma5-desktop der Plasma-Desktop 5.1 (Abbildung 1) aus den Standard-Repositories. Da er im Konflikt mit KDE 4 steht, lässt er sich jedoch erst nach der Deinstallation diverser KDE-4-Pakete einrichten. Darüber hinaus gilt es, zu beachten, dass die Distribution dann den Standard-Desktop auf IceWM setzt, den sie automatisch mitinstalliert. Um KDE 5 zu verwenden, aktivieren Sie im Anmeldefenster unten links den Eintrag KDE Plasma Workspace.

Abbildung 1: Plasma 5.1 gewährt einen Ausblick auf das neue KDE 5, das in mancher Hinsicht einen Paradigmenwechsel darstellt. Dieser offenbart sich beispielsweise im neuen K-Menü.

Auch Nutzer von Gnome kommen voll auf ihre Kosten: Ihnen bietet das neue OpenSuse die Version 3.14 des Desktops.

Installation

Schon beim ersten Start fällt das aufgeräumte und moderne Design des Installers auf. Anstelle des bisherigen, verschnörkelten Designs erscheint eine sachliche, aber durchaus ansprechende Oberfläche, die auch in der Farbgebung andere Wege geht. So dominieren jetzt die Farben Blaugrün und Azur und lösen damit die mehr oder weniger komplett in Grün gehaltene Oberfläche ab.

Im Gegensatz zur Vorgängerversion legt OpenSuse 13.2 nun automatisch eine eigene Home-Partition an. Dabei fällt die Abkehr vom bisher verwendeten Ext4-Dateisystem auf. An seine Stelle tritt für die Root-Partition Btrfs und für das Home-Verzeichnis XFS. Um diese Vorauswahl zu ändern, klicken Sie im Installationsdialog Vorschlag für die Partition auf die Schaltfläche Ändern der Vorschlagseinstellungen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Anders als bisher legt OpenSuse bereits in der Grundeinstellung eine eigene Home-Partition an. Das Ändern Sie in den Vorschlagseinstellungen des Installers.

Darin weisen Sie den verschiedenen Partitionen andere Dateisysteme zu oder deaktivieren das Anlegen einer eigenen Home-Partition. Darüber hinaus sehen Sie unterhalb von Dateisystem für die Rootpartition die aktivierte Checkbox Snapshots aktivieren. Dieses Novum sorgt dafür, dass OpenSuse – analog zu den Wiederherstellungspunkten unter Windows – in regelmäßigen Abständen Snapshots vom System erstellt, die es Ihnen erlauben, einen früheren Zustand wiederherzustellen.

Im Dialog Arbeitsumgebung auswählen legen Sie fest, welchen Desktop Sie verwenden möchten. Neben den Standards KDE und Gnome bietet der Installer unter Andere unter anderem den XFCE Desktop und den LXDE Desktop an. Die extrem schlanke Alternative IceWM installiert die Distribution von Haus aus mit. Eine Mehrfachauswahl erlaubt der Installer an dieser Stelle jedoch nicht. Möchten Sie beispielsweise neben KDE direkt Gnome mitinstallieren, wechseln Sie in der Zusammenfassung Installationseinstellungen in die Rubrik Software und aktivieren darin GNOME Desktop Environment oder Gnome Base System.

Anders als in älteren Versionen startet OpenSuse nach der Installation ohne vorherigen Reboot direkt in die gewählte Standardoberfläche.

OpenSuse 13.1 auf 13.2 aktualisieren

Wer eine OpenSuse-13.1-Installation sein Eigen nennt, benötigt zum Update nicht zwangsläufig die aktuelle Version auf einem Datenträger. Mit wenigen Handgriffen erledigen Sie das auch aus den Repositories heraus. Da bei einem Systemupdate immer etwas schiefgehen kann, sollten Sie zuvor in jedem Fall Ihre persönlichen Dateien sichern.

Im ersten Schritt bringen Sie als Root das System mit den Aufrufen zypper ref und zypper up auf den neuesten Stand. Danach deaktivieren Sie mit zypper mr -adR sämtliche Repositories und fügen nach dem Schema zypper ar -n "Name" URL "Alias" wie in Listing 1 beschrieben die neuen Repos von OpenSuse 13.2 hinzu. Das gilt auch für zusätzliche Repositories, etwa das von Packman.

Die eigentliche Aktualisierung erledigen anschließend die Befehle zypper clean -a, zypper ref und zypper dup. Nach einem Reboot steht das runderneuerte System zum Einsatz bereit.

Listing 1

# zypper ar -n "openSUSE-13.2 OSS" http://download.opensuse.org/distribution/13.2/repo/oss/ repo-13.2-oss
# zypper ar -n "openSUSE-13.2 Non-OSS" http://download.opensuse.org/distribution/13.2/repo/non-oss/ repo-13.2-non-oss
# zypper ar -f -n "openSUSE-13.2 Updates OSS" http://download.opensuse.org/update/13.2/ repo-13.2-update-oss
# zypper ar -f -n "openSUSE-13.2 Updates Non-OSS" http://download.opensuse.org/update/13.2-non-oss/ repo-13.2-update-non-oss

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